Geschrieben am 04.12.11 um 18:11 Uhr.
Rietberg. Sie waren die Männer der ersten Stunde nach dem Zweiten Weltkrieg. Als 1946 Bestrebungen anfingen, das Kolpingwesen in der Emsstadt wieder aufleben zu lassen, gehörten sie zu den Aktivposten, die den Grundstein legten für eine wieder aufblühende Gemeinschaft im Geiste des Seligen Gesellenvaters. Am heutigen Sonntag konnte der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Rietberg zentral, Ralf Peitzmeier, gleich sieben Mitgliedern seine ganz besondere Würdigung aussprechen, denn sie gehören dem Verein seit 65 Jahren an. Drei aus dem Septett in Person von Theo Koch, Josef Hartkamp und Johannes Langhorst wohnten den Feierlichkeiten zum traditionellen Kolpinggedenktag im Pfarrheim St. Johannes Baptist bei.
Kolpinger zu sein, das bedeute, die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft bewusst anzunehmen, betonte Peitzmeier in seinen Grußworten und forderte alle Anwesenden auf, "die Zukunft bewusst anzunehmen, so wie es zu ihrer Zeit auch immer unsere Jubilare getan haben." Wünschenswert sei für die kommende Zeit ein größeres Miteinander, aller einzelnen Gemeinschaften, die die Worte Adolph Kolpings lebten. "Wir sind alle eine Familie", so der langjährige Vorsitzende, "deshalb kann jeder von uns auch in die Programme anderer schauen, ob in Hannover oder der Sürenheide, und dort an Angeboten teilnehmen."
Peitzmeier forderte schon jetzt die Anwesenden auf, die Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen des Bezirksverbandes in 2012 in Rietberg "schön in großer Gemeinsamkeit zu feiern." Die Jubilare lobte er als außergewöhnliche Vorbilder, so sind auch Gerhard und Heinz Kraft, Hermann Handing und Heinz Bussieweke seit 65 Jahren dabei. Seit fünf Jahrzehnten stehen Hans Stücker und Hermann-Josef Folker treu zum Verein. Vor 40 Jahren traten Pater Karl Engelbert und Bernhard Janowitz in die Rietberger Kolpingsfamilie ein, vor 25 Jahren Petra Gehrmann, Günter Höppner und Georg Tölle.
"?Seit 132 Jahren besteht dieser Zusammenschluss, bitte, tut alles dafür, dass ihr auch noch das 150jährige Bestehen werdet feiert können", appellierte der Nikolaus bei seiner Stippvisite vor Ort an alle. Und genau das ist Ziel der Vorsitzenden Ralf Peitzmeier und Michael Isenborth sowie des weiteren Vorstandes. Und so stehen für das neue Programm 2012 nicht nur viele Neuerungen an, sondern oftmals auch ganze Familien im Fokus. Gemeinsam quer durch die Generationen einen Stammbaum erstellen, das ist nur eines von vielen Angeboten. Ein Besuch im Feuerwehrgerätehaus oder auch eine Tour nach Rinteln ergänzen traditionelle Termine wie das Osterfeuer und Wallfahrten. Und noch eine Besonderheit kennzeichnet die Kernstadt-Gruppierung. Sie hatte, WB berichtete, in diesem Jahr das marode Kolpinghaus zu einem nicht näher benannten Preis verkauft, derzeit laufen dort seitens eines privaten Investors umfangreiche Arbeiten, die zum Trost für die älteren Kolpinger zumindest den Erhalt der über 130 Jahre alten Fassade beinhalten. Der Verkaufserlös soll nun in eine noch zu bildende Kolpingstiftung fließen. Zur Gründungsversammlung wird in Kürze offiziell eingeladen.
Begonnen hatte der Kolpinggedenktag in der Kernstadt mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche, an dem auch Bürgermeister André Kuper, selbst Kolpinger, und die Mitglieder der Mastholter Gemeinschaft teilnahmen. Den Festvortrag hielt Diakon Christian Erbs, der eigens aus Hannover zu dem besonderen Treffen angereist war.
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