Geschrieben am 06.12.11 um 17:12 Uhr.
Rietberg. Ein Wasserrad zur Stromerzeugung am Rande der historischen Innenstadt rückt in den Bereich des Möglichen. Am Stauwehr an der Rathausstraße könnte schon in absehbarer Zeit zwischen den Terrassen des Lind-Hotels und der gegenüberliegenden Fläche des Eiscafés gleich neben der Emsbrücke ein solches installiert werden. "Wir haben bereits eine Reihe von Gesprächen auch mit der unteren Wasserbehörde des Kreises geführt", informierte am heutigen Dienstagabend Bürgermeister André Kuper im Bau- und Planungsausschuss, der seine Tagesordnung aktuell erweiterte, um Vertretern der potentiellen Investorenfirma Gelegenheit zur Vorstellung des Projektes zu bieten. "Fachleute der Firmen SMF und Aqua Energie aus Ahlen sind vor einiger Zeit an uns herangetreten. Rietberg hat bekanntlich viele Wasserläufe", so Kuper weiter, "wir haben mit den Unternehmenssprechern, mit unserem Fachbereichsleiter Matthias Setter und Peter Bosse von der UWB Kreis Gütersloh die Standortfrage diskutiert und sind schnell auf den Abfluss des Stauwehres an der Nordseite der Altstadt gekommen." Die Fachleute der Aqua Energie und SMF halten einen Aufbau dort an der beweglichen Wehranlage für ideal, wie sie im Ausschuss im Rahmen einer Beamerpräsentation darstellten. Ganz konkret sind bereits die Überlegungen, welche Technik genutzt werden kann, um aus einer Wasserkraftanlage Strom für rund 20 Haushalte zu gewinnen.Mit 8 bis 12 Kw/h rechnen die Experten bei einem Durchlauf von 800 bis 1000 Litern/Sekunde. Ein sogenanntes mittelschlächtiges Wasserrad soll installiert werden, an solchen Anlagen läuft das Wasser etwa in Nabenhöhe in die Schaufeln. Der Raddurchmesser muss für eine effektive Nutzung 5 Meter betragen, die Radbreite liegt bei 1,75 Metern: Für die gesamte Anlage rechnen die Experten mit einer Breite von 2,35 Metern. Das Rad soll mit 36 Schaufeln bestückt werden, größtenteils wird es aus Edelstahl bei SMF gefertigt, betreiben wird die Anlage die Aqua Energie AE GmbH, die erst in diesem Sommer von Hermann-Josef Ludwig gegründet wurde, Ludwig ist auch einer der Geschäftsführer bei SMF (Spanlose Metall Formung) in Ahlen, einem 1984 entstandenen Betrieb mit mittlerweile 85 Mitarbeitern. "Die Wasserradanlage verursacht eine Investition im niedrigen Segment", so Kuper, "das Unternehmen übernimmt die Kosten in Gänze und möchte an der Ems eine Musteranlage entstehen lassen. Einen Teil der Erträge wird die Stadt Rietberg erhalten." Derzeit sei zudem auch von SMF/AE versprochen, auch für den Klimapark das Thema Energiegewinnung aus Wasserkraft aufzugreifen. "Ein solches Wasserrad am Nordtor ist sicherlich auch ein weiterer Mosaikstein für unsere umfangreichen Aktivitäten mit Blick auf die Nutzung regenerativer Energien und die Wandlung zur energieautonomen Stadt Rietberg 2030. Das Thema ergänzt die Bemühungen und Aufgaben, die wir uns aktuell im neuen Klimaschutzkonzept gestellt haben. Mühlräder haben auf unterschiedliche Weise schon vor Jahrhunderten das Leben in unserer geschichtsträchtigen Stadt geprägt. Es gibt etwa an der Rathausstraße oder auch in den Stadtteilen Bokel und Westerwiehe noch alte erhaltene Anlagen, die seinerzeit simple Maschinenkonstrukte beispielsweise im Müllerhandwerk angetrieben haben", erklärte André Kuper.
Der Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss befürwortete heute abend einstimmig das neue Projekt.
Die im BPVA vorgestellte Planung können Sie unten als Pdf-Datei herunterladen und ansehen.
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33397 Rietberg
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Fax: 05244/986-400
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Montag und Freitag 8:00-13:00 Uhr
Mittwoch 8:00-16:00 Uhr
Dienstag und Donnerstag 8:00-18:00 Uhr
Samstag 10:00-12:00 Uhr