Geschrieben am 21.05.12 um 11:19 Uhr.
Rietberg. Was für ein internationales Wochenende in der Emsstadt - rund 100 Gäste aus der französischen Partnerstadt Ribérac und knapp 50 aus dem polnischen Pendant, der schlesischen Kleinstadt Glogowek besuchten ihre Freunde. In zwei Einheiten reisten vier Generationen aus der Dordogne an, die erste Gruppe am Mittwochabend, die zweite am Donnerstag Mittag. Die Ankunft gerade der Letzteren verlief unter lautstarkem Jubel, denn die Alt-Herren-Fußballer des Tus Viktoria bereiteten ihren teils jahrzehntelangen Kickerkameraden des FC Allemans einen rauschenden Empfang.
Party pur war angesagt ? nahezu durchgehend bis zur Abfahrt Samstagnacht. Eine völkerverbindende Hochzeitsfeier und das Public Viewing der Partie des FC Bayern gegen Chelsea bildeten zwei von mehreren wesentlichen Programmpunkten. Dazu gehörte auch das Freundschaftsspiel des TUS gegen den FC Allemans, das die Rietberger vor zahlreichen Zuschauern auf der Berglage knapp mit 4:3 gewannen. Die zweite Gruppe unternahm trotz der stressigen 1200km langen Fahrt unter anderem eine Tagestour nach Hamburg, ein Ziel, das sich die Franzosen selbst gewünscht hatten.
Erstmals fand auf dem Gelände der St.-Hubertus-Schützengilde ein Vogelschießen um die Königswürde statt. Im deutsch-französischen Schützenfest gab es einen ganz besonderen Sieger, denn mit Edmund Gillibert gewann ein Franzose, der in der Emsstadt wohnt. Er wählte seine Schwester Aude, sie lebt in Ribérac, zur Mitregentin. Ausflüge zu den Emsquellen und in die Ems-Erlebniswelt, Besichtigungen des Sowjetischen Soldatenfriedhofes und des Klimaparkes, aber auch Zeit für die Gemeinsamkeit mit den Familien, die den Gästen wiegewohnt Quartier boten, füllten die Tage aus. Eine besondere Überraschung gab es für die Besucher aus Glogowek und hier insbesondere für die mitgereiste Gruppe von Schülerinnen und Schülern.
Monika Kuper, Vorsitzende des Städtepartnerschaftskomitees auf Rietberger Seite, hatte für sie eine Ausstellung im St.-Johannes-Altenheim organisiert. Zu sehen sind dort Bilder, die die Kinder nach ihrem ersten Aufenthalt gemalt hatten unter dem Thema "Meine schönste Erinnerung an Rietberg". Die kleinen Kunstwerke sandten sie als Dankeschön an die Vorsitzende. "Diese Zeichnungen sind so gut, die muss man einfach öffentlich machen", konstatierte Monika Kuper und fand im Rietberger Altenheim schnell einen Kooperationspartner. Im Anschluss an einen Empfang zur Begrüßung im Ratssaal marschierten polnische Gäste und Gasteltern in die Einrichtung und staunten nicht schlecht, als sie die Bilder im Foyer entdeckten.
Die Besichtigung eines großen Unternehmens, verbunden mit einem Stadtbummel durch Bielefeld, ein gemeinsamer Gottesdienst unter Mitgestaltung des Glogoweker Kinderchores, vergnügte Stunden im Gartenschaupark - für alle an der herzlichen Begegnung Beteiligten verging die Zeit viel zu schnell. Multikulturell gestaltete sich der bunte Abend im Saal Bökamp mit französischen, polnischen und deutschen Gästen und Gastgebern. Die Musical-AG unter Leitung von Paul-Leo Leenen und der Kinderchor sorgten für die Programmgestaltung.
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