Geschrieben am 03.05.12 um 14:12 Uhr.
Rietberg-Neuenkirchen. "Adieu Diekamp" - in dieser Woche verabschiedete sich der Löschzug Neuenkirchen der Freiwilligen Feuerwehr von seinem jahrzehntelangen Standort gleich gegenüber des Bürgerzentrums Alte Volksschule. Und die Blauröcke taten dies nicht einfach so, sondern setzten ihren Umzug in die neuen Räumlichkeiten an der Varenseller Straße auch gebührend in Szene. In geordneter Formation marschierte die Wehr, angeführt von Löschzugführer Michael Schnatmann, Stadtbrandmeister Peter Pepping, Bürgermeister André Kuper und Ortsvorsteherin Bärbel Diekhans zu ihrem neuen Zuhause, das ab sofort als Stützpunkt dient. Lautstarkes Sirenengeheul von der Anlage auf dem Dach am Diekamp und ebensolches samt Blaulicht von den Fahrzeugen begleitete den Start, den zahlreiche Schaulustige verfolgten und in Video- und Fotoaufnahmen festhielten. Der löschzugeigene Spielmannszug sorgte mit munteren Melodien für Stimmung.Das neue Feuerwehrgerätehaus ist weitgehend fertig gestellt und einsatzbereit, lediglich kleinere Restarbeiten müssen noch durchgeführt werden. Die offizielle Einweihung wurde für den 15. Juni terminiert, sie bildet den Auftakt zum großen und schon traditionellen Fest der Neuenkirchener Wehr. Mit dem Umzug findet eine 10jährige Planungs- und Baugeschichte ihr gutes Ende. Denn: Schon mit der Erstellung des ersten Brandschutzbedarfsplanes Ende 2002 wurde deutlich, dass sich aufgrund baulicher Mängel in der Gebäudesubstanz und Gefährdungspotentialen im täglichen Ablauf wegen der räumlichen Enge ein dringender Handlungsbedarf ergab. Mitglieder der Feuerwehr, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Vertreter aus der Politik befassten sich in der Folgezeit in einer Projektgruppe intensiv mit der Suche nach einer Lösung. Es wurden ein Neubau im Bereich des Rüschfeldes, eine Sanierung des vorhandenen Gerätehauses und später auch noch ein eventueller Neubau auf der Fläche der Kleinschwimmhalle genau untersucht und gemeinsam die Vor- und Nachteile abgewogen. Letztlich bot sich die Gelegenheit, auf der Fläche des alten Aschesportplatzes an der Varenseller Straße neu zu bauen.
Mit dem heimischen Architekturbüro Meyer & Kleinewietfeld entstanden erste Planungen, die zum einen allen Belangen der Wehr und ihrer Einsatzkraft gerecht werden mussten, gleichzeitig aber die Kosten nicht in uferlose Bereiche treiben durften. In einer in Industriebauweise gefertigten Halle sind sechs Stellplätze, Umkleiden, Werkstatt und Schulungsraum untergebracht. Winkelig angesetzt ist der Verwaltungstrakt mit sanitären Räumen, Besprechungsraum, Büro und Funkraum in konventioneller, gemauerter Bauweise. Beide Gebäude sind mit einem Pultdach versehen. Die Halle misst 50 x 16,30 m; der Bürotrakt 15,30 x 6,70 m. Die Kameraden des Löschzuges Neuenkirchen kümmerten sich in Eigenleistung und mit finanzieller Unterstützung um die gesamte Einrichtung des Gerätehauses. So wurden beispielsweise auch alle Büromöbel in Eigenleistung gefertigt. Die Grundelemente stammen aus der Küchenproduktion. Auch der Umkleidebereich wurde eigenständig gefertigt. Die Baukosten liegen bei rund 1,2 Millionen Euro, darin enthalten sind auch die Planungsleistungen und die Einrichtung.
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