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Millionenprojekt: Sanierung der Gebäude des Varenseller Klosters der Benediktinerinnen steht an - Schwestern sind auf Spenden angewiesen

Geschrieben am 22.06.12 um 14:49 Uhr.  

 

 

 

 

Rietberg-Varensell. Das Benediktinerinnen Kloster in Varensell soll in einer zweijährigen Bauzeit umfassend saniert werden. Am heutigen Freitag stellten die Schwestern um Äbtissin Angela Boddem das millionenschwere, dringend notwendige Großprojekt vor:

 1. Informationen rund um die Sanierung der Abtei Varensell:

Das Klostergebäude der Benediktinerinnen‐Abtei Unserer Lieben Frau in Rietberg‐Varensell soll primär aufgrund der abgängigen und nicht mehr zeitgemäßen Haustechnikinstallation sowie des vorbeugenden Brandschutzes in zwei Bauabschnitten umgebaut und saniert werden.

Die Klostergebäude wurden in den 1960er Jahren gebaut, die Anlagen für Heizung, Sani‐tär und Elektrik bedürfen nach 50 Jahren dringend der Erneuerung. Erste Schäden an Rohren und Leitungen wurden bereits sichtbar, weitere sind zu befürchten. Bei Arbeiten an der Kanalisation stellte sich weiterer Handlungsbedarf heraus. Eine Begutachtung durch sachverständige Ingenieure ergab den Befund, dass sich anstelle von kleineren Einzelmaßnahmen eine umfassende Sanierung des ganzen Gebäudes als einzig sinnvol‐les Vorgehen anbietet.

Die Abtei‐Kirche ist von den Baumaßnahmen nicht betroffen.

Folgende Maßnahmen sind geplant:

                         

Erneuerung der Haustechnik: Ausbau und Erneuerung sämtlicher Rohre und Leitungen vom Keller bis zum Dachgeschoss (Heizung, Wasser, Elektrik)

 

Trocknung und Sanierung feuchter Wände im Keller: Besonders im Westflügel zeigen sich trotz partieller Sanierungsmaßnahmen erneut Schäden durch aufsteigendes Grundwasser.

 

Vollsanierung der gesamten Dachfläche (ca. 2650 qm) Die Dachflächen sind bisher nicht isoliert, die Dachpfannen überwiegend verschlissen und brüchig.

 

Wärmedämmung der Fassade (ca. 2000 qm) zur Einhaltung der Energieeinsparverordnung

 

Umbau und Modernisierung von Küche und Waschküche Küche und Waschküche versorgen nicht nur das Kloster, sondern auch das Gästehaus der Abtei. Beide sind nach heutigen gesetzlichen Bestimmungen und im Hinblick auf Energieeinsparung umzubauen.

 

Umbau und Modernisierung der Krankenstation Die Sorge für die alten und kranken Schwestern ist ein wichtiges Anliegen einer benediktinischen Gemeinschaft. Auch alte und kranke Schwestern verbleiben nach Möglichkeit im Kloster und werden von ihren Mitschwestern betreut; dafür gibt es eine eigene "Krankenstation", deren Pflegeeinrichtung im Rahmen des Umbaus modernisiert werden soll.

 

Erweiterung der bisher sehr kleinen Schwesternzellen Die Anzahl der heute benötigten Schwesternzellen erlaubt eine Vergrößerung der einzelnen Zellen; die bisherigen Zellen sind z. T. nur ca. 7 Quadratmeter groß. Ein Teil der Zellen wird mit Nasszellen ausgestattet.

 

Brandschutz‐Maßnahmen Gesetzliche Bestimmungen zum vorbeugenden Brandschutz erfordern z. T. bauliche Veränderungen.

 

Dauer und Ablauf der Sanierung:

Die Baumaßnahmen werden sich voraussichtlich über zwei Jahre erstrecken. Geplant sind zwei ca. einjährige Bauabschnitte: von Herbst 2012 bis Herbst 2013 sollen West‐ und Südflügel umgebaut und saniert werden; der Ostflügel schließt sich daran an bis Herbst 2014.

Die Schwestern müssen jeweils die betroffenen Gebäudeflügel komplett räumen und in die andere Hälfte umziehen. Dabei sollen die Werkstätten und Betriebe weiterarbeiten können, auch das alltägliche Leben der Gemeinschaft muss über die Bauzeit hin weitergehen. Das stellt keine geringen Herausforderungen sowohl an die Gemeinschaft der Schwestern, wie auch an die ausführenden Ingenieure und Baufirmen, die die haustechnische Versorgung des Hauses während der Bauzeit aufrechterhalten müssen.

Das Gästehaus wird auch während der Bauzeit weitestgehend für Gäste und Gruppen zur Verfügung stehen; einige Zimmer im Altbau werden jedoch vom Konvent der Schwestern als Wohnraum gebraucht.

Finanzierung:

Jeder Hausbesitzer muss für den Unterhalt seines Hauses finanzielle Vorsorge tragen, und so hat auch die Abtei für notwendige Baumaßnahmen Rücklagen gebildet, aus denen ein Teil der anfallenden Baukosten bestritten werden kann.

Darüber hinaus sind wir dem Erzbistum Paderborn sehr dankbar für einen großzügigen Zuschuss für unser Sanierungsprojekt.

Nach den vorläufigen Kostenschätzungen bleibt bei diesem großen Bauvorhaben dennoch eine erhebliche Summe , für die die Schwestern  auf die finanzielle Unterstützung vieler angewiesen sind, die sich der Abtei verbunden fühlen. Mit einer Spende als Beitrag zur Gebäudesanierung kann unmittelbar das klösterliche Leben und Wirken  unterstützt werden.

Möglichkeiten der Unterstützung:

Teilprojekte: Die Ordensfrauen haben zwei Teilprojekte aus dem Kostenvolumen herausgenommen und als "Spenden‐Bausteine" ausgeschrieben:

                         

Das Dach des Abteigebäudes umfasst ca. 2650 Quadratmeter. Ein Quadratmeter Dach‐Sanierung kostet umgerechnet 250 Euro (Spenden‐Stichwort: "Dach")

 

 

                         

Die Fassaden des Klosters belaufen sich auf ca. 2000 qm. Ein Quadratmeter Wärmedämmung der Fassade kostet umgerechnet 130 Euro (Spenden‐Stichwort: "Wärmedämmung")

 

 

Kontaktdaten und Bankverbindung finden sich im Internet unter www.abtei‐varensell.de/sanierung/

Interessantes aus der Baugeschichte des Klosters

Das Kloster Varensell wurde 1902 gegründet. In einer Vereinbarung zwischen der Bauerschaft Varensell und dem Gründungskloster Maria Hamicolt (bei Dülmen) wurde festgelegt, dass die Varenseller Bauern genügend Land und Baumaterial für Kirche und Kloster stellen, während die Schwestern den Bau übernehmen und die Klosterkirche zugleich als Gemeindekirche anlegen würden. Auch den Unterhalt eines Geistlichen für Kloster und Gemeinde übernahm das Kloster. Der Klosterbau war also von Anfang an ein "Gemeinschaftswerk" der Benediktinerinnen und der umliegenden Bevölkerung.

Aus der Gründungszeit steht heute nur noch die Kirche, der jetzige Nonnenchor. Das erste Klostergebäude erwies sich als recht marode, so dass die nationalsozialistischen Behörden im sogenannten "Klostersturm" 1941 kein Interesse daran hatten, das Kloster aufzuheben: Das Haus war einfach zu schlecht. Mit dem Wachstum sowohl der Gemeinde Varensell wie auch der klösterlichen Gemeinschaft wurde der Neubau der Abteikirche (1954‐56) und des Klostergebäudes notwendig. In mehreren Bauabschnitten entstand in den 1960er Jahren das jetzige Geviert. Auch in dieser Zeit fanden die Benediktinerinnen großzügige Unterstützung von vielen Menschen aus der Umgebung und darüber hinaus.

Für die jetzt nach fünfzig Jahren anstehende Sanierung hoffen sie wiederum auf die Hilfe all derer, denen die Benediktinerinnen‐Abtei Varensell als geistliches Zentrum in der Region Ostwestfalen‐Lippe am Herzen liegt.

2. Zum Leben der Abtei Varensell:

Derzeit leben 40 Schwestern in der Abtei im Alter zwischen 42 bis 89 Jahren. Die jüngste lebt seit 4 Jahren hier, die älteste seit über 65 Jahren.

Ein Charakteristikum des Benediktinerordens ist das Versprechen der "Stabilitas loci", d.h. der Beständigkeit des Ortes. Damit ist gemeint, dass die Schwestern ihr ganzes Leben lang in dem Kloster bleiben, in das sie einmal eingetreten sind. Sie werden nicht versetzt oder wechseln irgendwann das Kloster, sondern bleiben als Gemeinschaft für das ganze Leben zusammen. Diese äußere Bindung an einen konkreten Ort und an diese Gemeinschaft ist ein Ausdruck der inneren Beständigkeit ihrer Verbundenheit mit Gott, ihrer Gottsuche, die die Mitte ihrer Berufung ist.

Auf diesem Hintergrund ist die anstehende Sanierung nicht nur ein großes Bauvorhaben, sondern gewinnt tiefere Bedeutung, denn Ort und Haus gehören ganz konkret in die Berufung der Schwestern hinein. Der Mönchsvater Benedikt nennt das Kloster ein "Haus Gottes". Dieses Haus will in jeder Zeit je neu entsprechend der benediktinischen Berufung gestaltet werden. Die anstehende Sanierung ist also nicht nur eine bauliche, sondern auch eine geistliche Aufgabe der Gemeinschaft: sinnvoll und verantwortlich an der Zukunft der Abtei Varensell mitzubauen.

Leben im Rhythmus von Gebet und Arbeit

Im Mittelpunkt unseres benediktinischen Lebens stehen Gebet und Gottesdienst. Die Gebetszeiten des Stundengebets, zu dem wir uns sechsmal am Tag in der Kirche versammeln, gliedern den Tagesablauf. Die betende Gemeinschaft und jede einzelne Schwester stehen im Gebet für die Welt mit all ihren Anliegen vor Gott, in Lobpreis und Klage, in Bitte und Dank. Viele Menschen bitten uns um das fürbittende Gebet in konkreten Anliegen.

Die Arbeit dient dem Erwerb des Lebensunterhalts der Gemeinschaft; zugleich bedeutet sie ein Gestalten der Schöpfung. Die Werkstätten der Abtei Varensell sind weit über die Region hinaus für ihre Qualität bekannt: In der Paramentik entstehen kunstvolle liturgische Gewänder und Textilien; die Hostienbäckerei versorgt rund eintausend Kirchengemeinden mit Brot für die Feier der Eucharistie oder des Abendmahls. Für ihre wissenschaftlich- theologische Arbeit ist die Abtei Varensell im monastischen Raum international bekannt.

Ort der Gastfreundschaft für viele Menschen

Immer wichtiger wird in heutiger Zeit die typisch benediktinische Gastfreundschaft: Zahlreiche Menschen von nah und fern suchen das Kloster auf als einen lebendigen Ort des christlichen Glaubens, der Orientierung, der Begegnung. Auch viele suchende Men‐schen ohne kirchliche Bindung finden den Weg in das Gästehaus "St. Benedikt" und erfahren in aller Freiheit verbindliche christliche Werte für ihr Leben. In der zunehmenden Lebensbeschleunigung unserer Gesellschaft bietet das Kloster vielen einen Raum für Stille und Sammlung, um zu sich selbst und zu Gott zu finden. Manche nutzen gerne die Möglichkeit zur Mitarbeit in der Abtei, um selbst den Rhythmus des klösterlichen Lebens zu erfahren. Der "Einzugsbereich" des Gästehauses erstreckt sich auf ganz Deutschland, nicht wenige Besucher kommen aus den neuen Bundesländern. Die Kirche vor Ort im Dekanat Rietberg‐Wiedenbrück nutzt die Abtei gerne als geistlichen Treffpunkt für Veranstaltungen und Angebote. Die Schwestern selbst bieten in ihrem Jahresprogramm Kurse und Einkehrtage zu Themen und Praxis des Glaubens an und erreichen in vielfältigem Engagement eine große Bandbreite von Zielgruppen (Angebot unter www.abtei‐varensell.de/gast&.

Kontakt bei weiteren Fragen: Schwester Teresa Friese OSB Abtei Varensell, Öffentlichkeitsarbeit Tel. 05244‐5297‐0 Mail sr.teresa@abtei‐varensell.de

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