Geschrieben am 02.05.12 um 09:43 Uhr.
Rietberg. Eigentlich ist es gar nicht so schwer, ein echter Highlander zu sein! Man (und frau) nehme eine karierte Wolldecke oder ein Tischtuch, wickele sich dies um die Hüften. Dazu eine Portion Mut, Ausdauer, Kondition, Geschicklichkeit und die Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können, wenn einmal eine Übung nicht so klappt wie es vor Zuschauern sein sollte.
Mit solcherlei ausgestattet, gingen bei den ersten Highland-Games im Gartenschaupark drei Teams an den Start. Die Profis des Clan Ironforge aus Hamm zeigten dem geneigten "Nachwuchs" was zu tun ist, und die rund 20 Zöglinge aus Rietberg, Gütersloh und Geseke erwiesen sich als eifrige, gelehrige und ehrgeizige Schüler, immer beobachtet von tausenden von Augen, denn zum Maifeiertag war der Parkteil Neuenkirchen durchgehend brechend voll.
Der Clan Ironforge gastierte bereits zum zweiten Mal an der Ems, bei der Premiere stellten zunächst die Mitglieder sich und ihr schwergewichtiges Hobby vor. Damit weckten sie das Interesse bei den seinerzeitigen Zuschauern. In Zusammenarbeit mit Parkmeister Helmut Kammermann wurde nun für das zweite Gastspiel auf der Multifunktionsfläche zwischen Volksbank-Arena und Rietbik die Mitmachaktion für Rietberg entwickelt. Mit den "Dragons of house" und den "Hotspots" sowie den gar nicht danach ausschauenden "Schwerathleten" gab es drei Amateur-Mixed-Teams, bei denen das Groß der Teilnehmer zum allerersten Mal etwas vom "Sheaf Toss" und "Tossing the Caber" hörte. Strohsackhochwurf und Baumstammüberschlag waren dabei nur zwei von mehr als einem halben dutzend Aufgaben, die es galt, mit möglichst hoher Punktzahl anzuschließen. Frauen und Männer arbeiteten mit unterschiedlichen Gewichten und alle gemeinsam konnten sich über Erfolgserlebnisse freuen. Nicht die Weite etwa war ausschlaggebend beim Wurf des 25 kg schweren Baumstammes, sondern die Zahl der Überschläge. Hufeisenwerfen, Gewichtsweitwurf, Gewichtshochwurf über eine Stangenkonstruktion oder auch der Steinstoß erforderten eine Menge Kraft und Geschicklichkeit, machten aber allen sichtlich viel Spaß. Gut betreut von den Profis, die zwischendurch ihre langjährig antrainierten Künste unter dem Staunen der Umstehenden zum Besten gaben, mündete der Wettkampf, der in seinen Grunddisziplinen tausendjährige Tradition hat, im großen Tauziehen. Am Ende zählte der olympische Gedanke "Dabeisein ist alles" und die Aussicht darauf, bei den nächsten Rietberger Highland-Games auf weitere neue Konkurrenten treffen zu können.
Über den Muskelkater aller Neulinge am heutigen Mittwoch ist übrigens nichts bekannt. Er dürfte aber auf besondere Weise die Teilnahme am Kraftsportevent in Erinnerung behalten lassen. Bereits am kommenden Sonntag geht es mit den Großveranstaltungen weiter. Im Klimapark wartet nicht nur eine große Kletterwand auf junge Besucher, sondern zu Gast sind "Die Physikanten", die mit allen Gästen Mitmachexperimente durchführen werden.
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