Ihren heutigen dörflichen Siedlungskern haben die benachbarten Stadtteile Druffel und Bokel erst vergleichsweise spät entwickeln können. Voraussetzung für die Herausbildung eines Ortsmittelpunktes in diesen ursprünglich eher gleichmäßig auf die Fläche hin besiedelten Bauerschaften war jeweils die Errichtung von Kirchen, um die sich nach und nach ein zentralörtlicher Dorfkern bilden konnte. In Bokel gab es eine solche Kirche schon seit dem Jahre 1712, der sich bald eine der damals üblichen Küsterschulen anschloß. An diese Tradition konnte mit der Wiedererrichtung einer Grundschule in Bokel im Jahre 1995 erfolgreich angeknüpft werden.
In Druffel, in dieser traditionell kleinsten der ehemaligen Bauerschaften der Grafschaft Rietberg, besteht die Kirche, es ist eine Filialkirche der Mutterpfarrei St. Margareta in Neuenkirchen, erst seit dem Jahre 1956. Die Herausbildung des Dorfkerns hat hier erst deutlich später einsetzen können. Eines steht jedoch für Bokel und Druffel in gleicher Weise fest: Den entscheidenden Aufschwung in Besiedlung und Bebauung erfuhren beide Stadtteile im Grunde erst nach 1945.

Bokel und Druffel blieben, wohl auch bedingt durch ihre räumliche Nähe zu den Siedlungs- und Versorgungszentren Rietberg und Neuenkirchen, mit bis heute nahezu 1.900 und rund 1.000 Einwohnern die kleinsten und überschaubarsten Rietberger Stadtteile. Nicht von ungefähr weisen sie in naturräumlich attraktiver Lage die vergleichsweise geschlossenste und abgerundetste Gestalt von Siedlung und Bebauung in Rietberg auf.
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