Museum & Skulpturenpark

10.07. - 06.09. 2016  Johannes Niemeier

Unsere aktuelle Ausstellung:

Sakrale Kunst. Werke aus über 50 Jahren

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Sitzende Maria mit Christuskind auf ihrem Schoß. (Sitz der Weisheit)

Das Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch zeigt zahlreiche Werke des heimsichen Künstlers Johannes Niemeier aus dessen mehr als 50 Jahren Schaffenszeit. In der Ausstellung werden originale Objekte, Entwürfe, Modelle, aber auch zahlreiche Ablichtungen von Kunstwerken von Johannes Niemeier zu sehen sein.

Johannes Niemeier wurde 1931 im Rietberger Stadtteil Druffel geboren. Schon früh entwickelte er die Neigung, Figürliches aus Holz zu schnitzen und im Alter von zehn Jahren schuf er eigene Schachfiguren. 1949 begab sich Niemeier in die Lehre beim Bildschnitzer Heinrich Püts in Wiedenbrück. Dieser vermittelte ihm vor allem ein Gefühl für das Material Holz. Seine Ausbildung schloss er 1953 gleichsam als einer der letzten Vertreter der „Wiedenbrücker Schule“ ab. Zwei Jahre arbeitete er anschließend im Atelier des Bildhauers Stephan Vollmer, ebenfalls in Wiedenbrück, bevor er 1955  zum Studium an der Akademie der Bildenden Künste nach München ging.

(23) Mahnmal
Mahnmal für die Synagoge in Neuenkirchen

Bei Professor Josef Henselmann erfuhr Johannes Niemeier seine Ausbildung und Qualifikation zum akademischen Bildhauer. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er als Künstler zunächst weiterhin in München. Dort erreichte ihn 1963 sein erster größerer Auftrag: die Ausgestaltung einer Krankenhauskapelle in Münster. Zahlreiche weitere Arbeiten folgten. Wichtige Werke entstanden in Berlin, Bremen, Essen, Osnabrück und Hamm. Aber auch für die heimische Region schuf Niemeier zahlreiche Arbeiten, so für Paderborn, Warendorf, Lippstadt, Leopoldshöhe und Bielefeld.

Für seine Heimatstadt Rietberg, in die Niemeier 1972 zurückkehrte und sich in Druffel dauerhaft niederließ, schuf er unter anderem den Brunnen vor dem Historischen Rathaus, ein besonders schönes und ausdrucksstarkes Beispiel für die zahlreichen auch nicht-sakralen Werke von der Hand dieses Künstlers.

>>> Begleitveranstaltungen <<<

Über das Kunsthaus Rietberg - Museum Wilfried Koch

Kunsthaus RietbergDas Museum Wilfried Koch entstand in einem Rietberger Ackerbürgerhaus aus dem Jahr 1767 (Inschrift), das über eine durchgehende Deele verfügt. Damit eignet es sich sowohl für Ausstellungen als auch für kleinere Veranstaltungen. Seit 2007 beherbergt das Haus das malerische und zeichnerische Werk des Künstlers Dr. Wilfried Koch, ergänzt um Unterlagen und Dokumente zu seiner Person und zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten, die die Eheleute Koch durch eine Zustiftung der Sparkassenstiftung Rietberg zur Verfügung stellten.
1929 in Duisburg geboren und seit vielen Jahren im Rietberger Stadtteil Varensell ansässig, wurde der Künstler einem breiten internationalen Publikum zunächst durch seine »Kleine Stilkunde der Baukunst« (1967) und später vor allem durch die große »Baustilkunde – Europäische Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart« (1982) bekannt. Beides sind Standardwerke, die bisher insgesamt mehr als 70 deutsche Auflagen und 21 Übersetzungen, darunter ins Russische, Chinesische und Japanische, erlebt haben. Dr. Koch ist Mitglied der »Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste« in der Klasse »Weltreligionen«.
Die Stadt Rietberg präsentiert in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Sparkasse Rietberg rund um das Kunsthaus und im Rietberger Klostergarten 19 Bronzeskulpturen des Künstlers. Rund 100 Gemälde und rund 700 Zeichnungen werden in regelmäßig wechselnden Ausstellungen im Museum präsentiert.

Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch

Emsstraße 10, 33397 Rietberg
Tel (05244) 986-373
Fax (05244) 986-17373
Bereich: Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch

Öffnungszeiten

April bis September; Ostern nur am zweiten Feiertag

Montag
geschlossen
Dienstag
14.30 - 18.00 Uhr
Mittwoch
14.30 - 18.00 Uhr
Donnerstag
14.30 - 18.00 Uhr
Freitag
14.30 - 18.00 Uhr
Samstag
11.00 - 18.00 Uhr
Sonntag
11.00 - 18.00 Uhr

Von Oktober bis März; außer Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester

Montag
geschlossen
Dienstag
14.30 - 18.00 Uhr
Mittwoch
14.30 - 18.00 Uhr
Donnerstag
14.30 - 18.00 Uhr
Freitag
14.30 - 18.00 Uhr
Samstag
14.30 - 18.00 Uhr
Sonntag
14.30 - 18.00 Uhr

Über den Klostergarten Rietberg - Skulpturenpark Wilfried Koch

Der Klostergarten an der Ems, der bis 1975 von den Franziskanern genutzt, bevor er mit der Aufhebung des Klosters geschlossen wurde, erwachte 2007 aus einem über dreißig Jahre dauernden Dornröschenschlaf. Mit Hilfe des Programms „Neue ‚Alte‘ Gärten“ in Ostwestfalen Lippe konnte dieser in die Gegenwart überlieferte innerstädtische Naturraum wiederhergestellt und zu einem öffentlichen Park umgestaltet werden. In Verbindung mit den Skulpturen von Dr. Wilfried Koch ist auf diese Weise ein idealer Verweil- und Erholungsort für die Bewohner des historischen Stadtkerns von Rietberg und seiner Besucher entstanden.

Weitere Ausstellungen

11.09 - 04.12.2016  Victor Tuxhorn - Expressionismus und Gefühl

Der 1892 in Bielefeld-Schildesche geborene Maler und Graphiker Victor Tuxhorn gehört zur ersten Generation Bielefelder Künstler, die als Schüler die 1907 gegründete Kunsthandwerkerschule besuchen. Sein Lehrer Ludwig Godewols und Besuche der Folkwang-Sammlung in Hagen oder der „Sonderbundausstellung“ in Köln haben großen Einfluss auf Tuxhorn. Wie seine Mitschüler, darunter Peter August Böckstiegel, ist er vom Expressionismus und Vincent van Gogh beeindruckt. Der Erste Weltkrieg bedeutet für Tuxhorns Schaffen einen Einschnitt, er wird Soldat an der Westfront. 1918 kehrt er nach Bielefeld zurück und engagiert sich in der modern gesinnten Künstlergruppe „Rote Erde“. In den Jahren um 1920 erreicht sein graphisches und malerisches Werk einen Höhepunkt. 1921 geht er nach Dresden und studiert an der Kunstakademie bei Robert Sterl und Oskar Kokoschka, kehrt jedoch 1923 nach Bielefeld zurück. Er lässt sich als freischaffender Künstler in Schildesche nieder und knüpft an sein früheres Schaffen an, bevorzugt jedoch Radierungen anstelle des expressiven Holzschnitts und mildert die Farbkraft seiner Gemälde spürbar ab. In den 1930er-Jahren zieht sich Tuxhorn immer stärker ins Privatleben zurück. Einerseits werden 1937 Werke von ihm aus dem Kunsthaus Bielefeld als „Entartete Kunst“ verfemt, andererseits kann er sich und seine Familie mit kleineren Ausstellungen und Aufträgen über Wasser halten. Nach 1945 beteiligt er sich am Wiederaufbau des Kunstlebens in Bielefeld, nimmt aber kaum noch an Ausstellungen teil. 1964 stirbt er in Schildesche, das ihm nicht nur Heimat, sondern in seinem gesamten Werk wichtiges Motiv und künstlerische Inspiration gewesen ist.

Die Ausstellung im Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch stellt das Schaffen Victor Tuxhorns mit rund 35 Werken aus privaten Sammlungen vor und präsentiert damit nach Peter August Böckstiegel und Hermann Stenner einen weiteren bedeutenden Vertreter der Kunst der Moderne mit westfälischen Wurzeln.

 

07.12.2016 - 12.03.2017  Wilfried Koch - Porträts

Bildnisse von Verwandten und geliebten Familienmitgliedern, von Freunden, Wegbegleitern, Berühmtheiten und vielen „normalen“ Zeitgenossen. Aber auch seine großen Lehrer Franz Baumann und Rudolf Porth, der am Städel’schen Kunstinstitut Frankfurt lehrte, gehören zu den Porträtierten.  Schon die Porträt-Übungen aus Dr. Kochs früher Zeit waren von unbestechlicher Genauigkeit getragen. Die erstrebte Ähnlichkeit war dabei eine selbstverständliche Voraussetzung.

Darüber hinaus werden in der Galerie zweiunddreißig Selbstporträts aus den Jahren 1946 bis 1972, also aus frühester Zeit und im Mannesalter, versammelt. „Mein Gesicht war ein Gegenstand meiner Übungen. Es war sehr dankbar, hatte immer Zeit für mich, wenn und solange ich damit arbeiten konnte. Es war geduldig, wurde nicht aufsässig, wenn ich es in ungewöhnliche Farben setzte oder in Flächen und Stücke zerlegte. Vor allem kostete es kein Modell-Honorar.“ Mit diesen Worten beschreibt der Künstler Dr. Wilfried Koch die Entstehung seiner Selbstporträts aus den bitteren Jahren nach dem Kriegsende. Leider sind viele dieser Arbeiten verloren gegangen. Heute sind noch vierzig Selbstporträts erhalten. Die älteste datierte Zeichnung nennt den 14. März 1946. Der Künstler benutzte Materialien wie Bleistift, Pastell- und Ölkreide, Farbstift, Füllhalter, Kohle, Aquarellfarben, die er dann auf Materialien wie Tapete, Papier, Holz- oder Hartfaserplatten aufbrachte.

Ansprechpartner

Thorsten Austermann

Emsstraße 10, 33397 Rietberg
Tel (05244) 986-376
Fax (05244) 986-17376
Bereich: Leiter Kunsthaus Rietberg, Stadtarchiv

Brigitte Budde

Emsstraße 10, 33397 Rietberg
Tel (05244) 986-375
Bereich: Kunsthaus Rietberg - Museum Wilfried Koch