Ab Ende Oktober rollt der Radverkehr


Auf geht´s: Der erste Spatenstich für den Bürgerradweg zwischen Verl und Varensell ist getan. Das Bild zeigt (von links) Britta Schwenker (Straßen NRW), Heribert Schönauer (Erster Beigeordneter Stadt Verl), Erik Rasner (Ingenieurbüro Hoffmann und Stakemeier), Rietbergers Bürgermeister Andreas Sunder, Gerd Sieweke (Radfahrfreunde Lintel und Umgebung), Lars Reiffer (Firma Kemna Bau) und Ulrich Pollmüller (Ratsherr in Verl und ehrenamtlich für den Radweg im Einsatz).
Foto: Stadt Rietberg
Auf geht´s: Der erste Spatenstich für den Bürgerradweg zwischen Verl und Varensell ist getan. Das Bild zeigt (von links) Britta Schwenker (Straßen NRW), Heribert Schönauer (Erster Beigeordneter Stadt Verl), Erik Rasner (Ingenieurbüro Hoffmann und Stakemeier), Rietbergers Bürgermeister Andreas Sunder, Gerd Sieweke (Radfahrfreunde Lintel und Umgebung), Lars Reiffer (Firma Kemna Bau) und Ulrich Pollmüller (Ratsherr in Verl und ehrenamtlich für den Radweg im Einsatz). Foto: Stadt Rietberg

Verl / Rietberg-Varensell. Bald ist die Lücke endlich geschlossen: Der Bürgerradweg an der Varenseller / Wiedenbrücker Straße zwischen Verl und Varensell soll im Oktober freigegeben werden. 1,210 Kilometer Strecke werden dann bequem und sicher auf zwei Rädern befahrbar sein. Am Mittwoch haben Vertreter der Städte Verl und Rietberg gemeinsam mit weiteren Akteuren auf Höhe des Verler Klärwerks symbolisch den ersten Spatenstich gesetzt.

Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder und der Erste Beigeordnete der Stadt Verl, Heribert Schönauer, bedankten sich insbesondere bei den vielen Ehrenamtlichen, die bei diesem Projekt tatkräftig geholfen hatten. Besonders Ulrich Pollmüller, Verler Ratsherr, und Günter Frenz hatten das Projekt vorangetrieben. Mit schwerem Gerät und Maschinen, die sie sich kostenlos bei der Paul Kuhn GmbH und beim Lohnunternehmen Matthias Dreisewerd ausleihen durften, hatten beide in stundenlanger Arbeit etliche Kubikmeter Oberboden abgetragen und somit wertvolle Vorarbeit geleistet – an einigen Stellen ging es bis zu 70 Zentimeter in die Tiefe. Als Anwohner der Bronzestraße musste etwa Ulrich Pollmüller in den vergangenen Jahren selbst viele Umwege mit dem Rad in Kauf nehmen, um die gefährliche Fahrt über die Straße zu vermeiden. Gemeinsam mit weiteren Anwohnern und mit der damaligen Varenseller Ortsvorsteherin Anneliese Schulte-Döinghaus war Pollmüller ein wesentlicher Fürsprecher des Lückenschlusses gewesen. Mehr als 500 Unterschriften hatten beide für den Bau eines Bürgerradwegs gesammelt.

Dass der Wunsch vieler Bürger nach einem Radweg nun tatsächlich realisiert werden kann, ist auch den insgesamt 12 Grundstückseigentümern zu verdanken, die benötigte Teilflächen zur Verfügung gestellt haben. „Dafür sind wir sehr dankbar, denn ohne den entsprechenden Grundbesitz geht nichts“, betonte Bürgermeister Andreas Sunder. Der Erste Beigeordnete aus Verl, Heribert Schönauer, lobte die gute interkommunale Zusammenarbeit beider Städte und freute sich, dass das Projekt nun verwirklicht wird: „Was lange währt, wird endlich gut.“

Seine Stadtverwaltung teilt sich die Rechnung für den Radweg mit den Kollegen aus dem Rietberger Rathaus. Von den Baukosten von 390.000 Euro entfallen 190.000 Euro auf die Stadt Rietberg, den Rest bezahlen die Nachbarn aus Verl. Hinzu kommen Kosten für die Planung und den Grunderwerb, die sich derzeit noch nicht genau beziffern lassen. Das Land fördert den Bau des Bürgerradwegs pauschal mit 50 Euro pro Quadratmeter, so dass ein Teil der Kosten erstattet wird.

Auf Verler Gebiet fehlen bislang von der Bronzestraße bis zur Gütersloher Straße 540 Meter Radweg, auf Rietberger Grund 670 Meter. In einem ersten Bauabschnitt wird die Strecke von Varensell bis zur Kläranlage in Verl fertiggestellt. Um das letzte Teilstück bis zur Gütersloher Straße in Angriff nehmen zu können, sind noch Gespräche mit der TWE (Teutoburger Wald-Eisenbahn) erforderlich, denn auf diesem letzten Abschnitt queren die Bahnschienen (etwa auf Höhe des Autohauses Schröder).

Mit dem „Modellprojekt Bürgerradwege“ ermöglicht es das Land, Radwege an Landesstraßen unbürokratisch auch dann zu realisieren, wenn im normalen Bauprogramm keine Mittel zur Verfügung stehen. Bürgerschaftliches Engagement ist Voraussetzung. Dann kann mit Beteiligung lokaler Bauunternehmen und in Kooperation mit Stadt, Kreis und Landesbehörde eine Fahrradverbindung mit reduziertem Standard gebaut werden.  Bürgerradwege sind dennoch immer auf dem aktuellen Stand der Technik und genügen sämtlichen Sicherheitsanforderungen.