Asylunterkunft wird zum Übergangs- Kindergarten


Der Leseraum.
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Rietberg-Neuenkirchen. In die leerstehende Asylunterkunft Sandfeldstraße 50A ist jetzt Leben eingezogen. Allerdings wohnen dort nicht wie ehemals vorgesehen Flüchtlinge aus anderen Ländern. Stattdessen wird die Containeranlage übergangsweise als Kindergarten genutzt.

Weil der Neubau für die 16. Kindertagesstätte in Rietberg zu Beginn des neuen Kindergartenjahr fast wie erwartet nicht fertig geworden ist, nutzt die  Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe als Trägerin seit Monatsbeginn übergangsweise die bislang leerstehende Immobilie.

Die doppelstöckige Containeranlage war im Frühjahr 2016 errichtet worden und bietet Platz für 90 Betten. Weil die Zahl der Flüchtlinge im Jahresverlauf jedoch deutlich zurückging, blieb die Anlage bisher ungenutzt. Ein Umstand, den sich die Abteilung Jugend, Soziales und Wohnen der Stadt zu Nutze machte und das »Untergeschoss« nun an die AWO vermietet. „Ich bin froh, dass wir unsere eigene Immobilie übergangsweise einer sinnvollen Nutzung zuführen können“, sagt Bürgermeister Andreas Sunder.

Der Zeitplan für den Neubau an der Stennerlandstraße war ohnehin sehr knapp berechnet. Dank der Übergangslösung in der Containeranlage konnte die AWO-Kita dennoch an den Start gehen. Sie bietet bis zu 30 Plätze. Aktuell sind 19 Kinder angemeldet, ein weiteres soll im September dazukommen, sagt Leiterin Maria Vogt. Voraussichtlich zum 1. Januar soll der Kindergarten dann in den Neubau umziehen.

„Uns gefällt es aber auch hier sehr gut“, sagt Maria Vogt. Schließlich kann sich die Einrichtung nach Belieben ausbreiten – es stehen genügend Räume zur Verfügung. Die Stadt hat die Containeranlage an einigen Punkten so umgebaut, dass sie als Kindergarten genutzt werden kann. Das betrifft die Toiletten ebenso wie die Installation von Klemmschutz an allen Türen. Türklinken mussten umgebaut und die Brandmeldeanlage freigeschaltet werden. Auf 360 Quadratmetern wurde ein Außenspielgelände mit Rasen hergerichtet und eingezäunt.

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit hat die städtische Abteilung Straßenverkehr direkt vor dem »neuen« Kindergarten für den Zeitraum der Übergangsnutzung an der Sandfeldstraße außerdem eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h angeordnet.