Durchstarten mit den eigenen Stadtwerken


Start frei für die Stadtwerke Rietberg-Langenberg: (von links) Dieter Nowak (Geschäftsführer Stadtwerke Rietberg-Langenberg), André Dreißen (Geschäftsführer Stadtwerke Soest), Langenbergs Bürgermeisterin Susanne Mittag, Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder und Christoph Krein (Geschäftsführer Stadtwerke Rietberg-Langenberg).	 Foto: Stadt Rietberg
Start frei für die Stadtwerke Rietberg-Langenberg: (von links) Dieter Nowak (Geschäftsführer Stadtwerke Rietberg-Langenberg), André Dreißen (Geschäftsführer Stadtwerke Soest), Langenbergs Bürgermeisterin Susanne Mittag, Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder und Christoph Krein (Geschäftsführer Stadtwerke Rietberg-Langenberg). Foto: Stadt Rietberg

Rietberg. Kräfte bündeln für den Energievertrieb: Die Stadtwerke Rietberg-Langenberg sind beschlossene Sache. Am Donnerstagabend haben die Räte der Stadt Rietberg und der Gemeinde Langenberg mehrheitlich für die Gründung einer entsprechenden Gesellschaft mit beschränkter Haftung gestimmt. Als strategischer Partner stehen den beiden Kommunen die Stadtwerke Soest zur Seite.

Die gute Nachricht für alle Rietberger und Langenberger sind die kurzen Wege zur kompetenten Beratung. Denn von den Mitarbeitern der eigenen Stadtwerke können sie sich voraussichtlich ab Oktober/November 2017 umfassend, persönlich und direkt vor Ort zu allen Fragen rund um Strom und Gas beraten lassen. Und auch die Gewerbetreibenden profitieren von den umfangreichen Dienstleistungen, die die neuen Stadtwerke rund um Energie und Mobilität anbieten werden. In Rietberg wird derzeit nach einem zentralen Ladenlokal gesucht, in Langenberg soll ebenfalls eine Anlaufstelle eingerichtet werden. Auf welche Räumlichkeiten die Wahl fällt, steht noch nicht fest.

Klar ist hingegen seit Donnerstag, wer die Geschäftsführung des neuen Unternehmens übernehmen soll: Mit Dieter Nowak haben die Stadt Rietberg und die Gemeinde Langenberg jemanden empfohlen, der viel Erfahrung im gesamten Finanzbereich mitbringt und die Region in- und auswendig kennt. Der scheidende Kämmerer und Beigeordnete der Stadt Rietberg wird sich dieser neuen Aufgabe nach Eintritt in den Ruhestand zum 1. September widmen, und zwar als geringfügig Beschäftigter. Als Verstärkung steht ihm aus dem Haus der Stadtwerke Soest Christoph Krein zur Seite. Er ist als kaufmännischer Prokurist bei den Soestern tätig und übernimmt die Geschäftsführung zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben. Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder ist froh darüber, dass mit diesem Modell eine sehr schlanke und kostengünstige Variante zur Führung der Geschäfte gefunden worden ist: „So halten wir die laufenden Kosten niedrig, was für unsere Position im Wettbewerb wichtig ist.“ Insgesamt werden fünf neue Arbeitsplätze entstehen.

Die neue Gesellschaft verfügt über einen Aufsichtsrat und eine Gesellschafterversammlung als Kontrollgremien. Letztere besteht mit Susanne Mittag, Andreas Sunder und André Dreißen aus den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen sowie dem Geschäftsführer der Stadtwerke Soest. Dem neun Mitglieder starken Aufsichtsrat als Kontrollgremium gehören Bürgermeisterin Susanne Mittag, Monika Düsing (Langenberger CDU-Ratsfrau), Bürgermeister Andreas Sunder, Dr. Christian Brockschnieder (Rietberger CDU-Ratsherr), Josef Ahrens (Rietberger FWG-Ratsherr), André Dreißen (Geschäftsführer Stadtwerke Soest) sowie drei weitere Vertreter der Stadtwerke Soest an. Die jeweiligen Haupt- und Finanzausschüsse sind die Gremien, in denen Angelegenheiten der Stadtwerke politisch beraten werden.

Politiker beider Räte haben am Donnerstag die finanziellen Angelegenheiten erörtert. Denn sie mussten die nötige Eigenkapitalausstattung der Stadtwerke Rietberg-Langenberg genehmigen. Bei einer Gesamtsumme von 400.000 Euro ist folgende Verteilung vorgesehen: Die Stadtwerke Soest halten 49,9 Prozent der Gesellschafteranteile, auf die Stadt Rietberg entfallen 37,6 Prozent der Anteile, die Gemeinde Langenberg ist mit 12,5 Prozent beteiligt. Die Räte der Stadt Rietberg und der Gemeinde Langenberg haben die Mittel jeweils als außerplanmäßige Ausgabe für das Haushaltsjahr 2017 zur Verfügung gestellt.

Langenbergs Bürgermeisterin Susanne Mittag und ihr Amtskollege Andreas Sunder betrachten die Gründung gemeinsamer Stadtwerke als große Chance. „Strom und Gas von den eigenen Stadtwerken zu beziehen, stiftet Identität und schafft Vertrauen. Darüber hinaus ist das Projekt ein gelungenes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Darauf freue ich mich sehr“, sagt Susanne Mittag. Andreas Sunder betont einen weiteren Pluspunkt: „Die Wirtschaftlichkeitsanalyse hat gezeigt, dass wir in ein solides Geschäft investieren – gut für unsere städtischen Finanzen.“ Der Experte auf dem Energiesektor, Geschäftsführer der Stadtwerke Soest André Dreißen, ist sich sicher, dass er mit Rietberg und Langenberg auf verlässliche Partner gesetzt hat: „Ich freue mich auf die spannenden Aufgaben, die hier auf uns warten. Gern bringen wir uns mit unserem Wissen und unseren weitreichenden Erfahrungen vor Ort ein.“

Hintergrund:

Die Stadtwerke Rietberg-Langenberg richten sich mit dem Vertrieb von Strom und Gas an Privathaushalte und Unternehmen. Gewerbetreibenden werde umfangreiche Dienstleistungen rund um Energie und Mobilität angeboten. Ihren strategischen Partner hatten die beiden Kommunen über ein vergaberechtliches Verhandlungsverfahren mit einem Teilnahmewettbewerb bestimmt. Vier Stadtwerke hatten ihr Interesse bekundet, die Soester als einzige ein ausführliches Angebot vorgelegt.