»Blumen, Frauen und Unfertiges« im Kunsthaus


4. Juli: Neue Ausstellung mit Bildern von Dr. Wilfried Koch


Rietberg. Den Raum bestimmend hängt über dem Kamin des Kunsthauses Rietberg das Gemälde »Rosen von Hilde«, das Dr. Wilfried Koch 1979 mit Öl, Spachtel und Pinsel geschaffen hat. Den wundervollen Blumenstrauß, 50 Rosen an der Zahl, erhielt er von seiner Ehefrau Hilde zum runden Geburtstag. „Nicht nur diesen, sondern auch andere Blumensträuße habe ich im Bild festgehalten – als Erinnerung“, sagt Dr. Koch. Dieser Strauß und viele weitere Bilder sind jetzt Bestandteil der neuen Ausstellung im Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch. Insgesamt 53 Werke haben einen Platz in dem Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts an der Emsstraße gefunden. Zur Ausstellungseröffnung sind alle Interessierten am Mittwoch, 4. Juli, um 19 Uhr herzlich willkommen.

„Mein erstes Blumenbild war ein Aquarell“, erinnert sich Koch. „Welkende Blumen. Es entstand 1947, als ich eben noch 17 Jahre alt war. Ich hatte es aus Liebeskummer gemalt.“ Auch dieses »Urbild« ist jetzt in der Ausstellung »Blumen, Frauen und Unfertiges« in der Deele des Museums zu sehen.

Doch insgesamt hat der Künstler nur wenige Stillleben geschaffen. Aber Menschenbilder mit Geschichten und Geschichte: Paris mit seinen drei nackten Grazien, »Big Mama« schlafend mit Kind. Eine Serie von fünf Frauenköpfen als Studien für malerische Techniken. Unfertige Porträts vom Sohn und von vier Frauen, deren eine nicht zur zweiten Sitzung erschien, weil sie dem Auftraggeber gerade weggelaufen war.

Auf der Galerie wird die Ausstellung »Nach dem II. Weltkrieg: Die Familie« gezeigt. Sie besteht größtenteils aus Zeichnungen und versammelt Porträts und Kurzberichte Familienangehöriger von Dr. Koch aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren. Der Krieg hatte die Familie in alle Winde verstreut. Der Vater und der Bruder waren im Feld, er selbst und die Schwester mit der Kinderlandverschickung ins Ausland verbracht. Doch die ganze Familie überlebte den Krieg. An die harte Nachkriegszeit voller Hunger erinnert sich Koch. Auch davon legen die Bilder der Ausstellung Zeugnis ab.

Die Ausstellung ist bis zum 11. November zu sehen.

Dr. Wilfried Koch mit seinem Werk »Big Mama« aus dem Jahr 1973.
»Urteil des Paris« aus dem Jahr 1963.