ISEK: Bürger bringen ihre Vorstellungen ein



Im Gespräch mit den Planern vom Büro Pesch und Partner: Im Rahmen einer Bürgerwerkstatt in der Basilika des Bibeldorfs hatten Interessenten jetzt die Möglichkeit, sich mit Rietbergs künftiger Entwicklung auseinander zu setzen. Foto: Stadt Rietberg

Rietberg. Wie kann sich Rietberg in den kommenden Jahren entwickeln, und vor allem: in welcher Form? Um das zu beantworten, lässt die Stadt Rietberg ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (kurz: ISEK) erstellen. Nach der ersten Vorstellung des Papiers im Sommer, waren die Bürger nun zu einem Werkstattabend in die Basilika des Bibeldorfs eingeladen. Dort konnten sie Wünsche und Ideen benennen.

Nach einer Einführung durch Vertreter des Büros Pesch und Partner diskutierten die etwa 20 Teilnehmer in drei unterschiedlichen Gruppen. Die Themen reichten von Nutzungsmöglichkeiten von Immobilien und Plätzen über Mobilität bis hin zu  Chancen zur städtebaulichen Veränderung der Rietberger Altstadt. Unter der Überschrift Mobilität stellte sich rasch heraus, dass viele Bürger das Thema Parken beschäftigt. Die Wünsche sind vielfältig: Kurzzeit- statt Dauerparkplätze im Innenstadtbereich, vorhandene Parkmöglichkeiten vollständig erhalten, keine zusätzlichen Parkplätze schaffen und vorhandene Parkmöglichkeiten ordnen, also  die Stellplätze ‒ beispielsweise für den Einzelhandel ‒ nach Kunden- und Mitarbeiterbereichen trennen.

Was die städtebauliche Zukunft Rietbergs betrifft, gab es ebenfalls unterschiedliche Vorstellungen. Eine stärkere Wohnbebauung am Nordtor wurde von den Teilnehmern genannt, ebenso eine „verträgliche Erweiterung des Lind-Hotels“. Auf der aktuell noch vom Aldi-Markt genutzten Fläche wünschte sich jemand, nach dem Umzug des Discounters „den Rietberger Essbahnhof oder einen Biomarkt dort anzusiedeln“. Andere wiederum waren mit dem vorhandenen Einzelhandel am Südtor zufrieden und möchten diesen in bestehender Form belassen. Eine ansprechende Platzgestaltung vor dem Rathaus wurde angesprochen sowie der Wunsch danach, bei der Weiterentwicklung Rietbergs nicht alle Planungen dem Einzelhandel unterzuordnen.

Das ISEK ist der Nachfolger eines Integrierten Handlungskonzepts, das die Stadt Rietberg im Jahr 2010 auf den Weg gebracht hatte. Ohne Konzept ist es inzwischen nicht mehr möglich, Fördergelder für Einzelmaßnahmen bei Land und Bund zu beantragen. Die vorgeschlagenen Ideen sind so konzipiert, dass es grundsätzlich möglich wäre, sie in den kommenden fünf Jahren umzusetzen. Doch zunächst müssen sich die Fachausschüsse und der Rietberger Stadtrat darüber verständigen, welche Ideen konkret aufgenommen werden sollen. Anschließend wird das ISEK als Gesamtkonzept verabschiedet. Damit wäre die Grundlage dafür geschaffen, nach und nach Maßnahmen umzusetzen und fördern zu lassen.

 

Hintergrund: Eine zweite Bürgerwerkstatt im Rahmen der Erstellung des ISEK ist für Montag, 12. November, geplant. Ab 18 Uhr geht es dann speziell um die Gestaltungssatzung für die historische Innenstadt. Sie legt fest, welche baulichen Maßnahmen unter Berücksichtigung der besonderen Historie der Stadt Rietberg genehmigungsfähig sind. Alle Interessenten sind eingeladen, am 12. November in die Basilika des Bibeldorfs zu kommen.