Bürgerbeteiligung auch zu Fuß ein »Renner«



Rund 60 Rietberger machten mit Bürgermeister Andreas Sunder einen Rundgang durch die Stadt – und streiften auch den Gartenschaupark Rietberg.

Rietberg. Andreas Sunder könnte sehr gut auch als Reiseleiter durchgehen. Bei seiner jüngsten »Tour de Rietberg« stellte der Bürgermeister seine Qualitäten als Stadtführer unter Beweis. Beim Spaziergang durch und rund um die Historische Altstadt fiel ihm zu jedem Haus eine Information ein. Und rund 60 interessierte Rietberger folgten ihm auf Schritt und Tritt

Anstatt wie bisher mit dem Fahrrad absolvierte Sunder die dritte Etappe seiner »Tour de Rietberg« zu Fuß. Und wieder hatte er mehrere spannende Stationen ausgewählt und Gäste eingeladen, die interessierten Bürgern einen Einblick in ihre Tätigkeiten gewährten. Gleich hinter dem Rathaus erläuterte Heiner Gutzler, Bezirksdienstbeamter der Polizei, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche im Stadtgebiet deutlich zurückgegangen sei. Dennoch sollten Bürger in ihrer Siedlung stets wachsam sein und die Augen offen halten, insbesondere nach ortsfremden Fahrzeugen, die womöglich die Lage auskundschaften. Er bat um Verständnis, dass die Bezirksdienststelle am Bolzenmarkt nicht dauerhaft besetzt sein könne. Schließlich hätten die Beamten Weil er und seine Kollegen viele Außentermine hätten und häufig zu Ermittlungszwecken unterwegs seien, kann die Bezirksdienststelle am Bolzenmarkt leider nicht dauerhaft besetzt sein. Per Telefon könne Bürgern aber häufig geholfen werden – im Zweifel von der Dienststelle in Rheda-Wiedenbrück.

An der Südtorschule erläuterte Andreas Sunder die aktuelle Situation: Mit dem gleichnamigen Jugendhaus habe das 112 Jahre alte Haus auf der einen Hälfte einen festen und langjährigen Nutzer. Auf der anderen Seite sind Büroräume mittelfristig an das Jugendwerk Rietberg vermietet. Dennoch muss auf Dauer geklärt werden, wie das Haus künftig genutzt werden soll, zumal umfangreiche Instandhaltungsarbeiten notwendig werden. Aktuell wird eine Bausubstanzanalyse erstellt, die Grundlage sein soll, um die Sanierungskosten zu ermitteln, die man dann einem möglichen Neubau für einen Jugendtreff gegenüberstellen muss. Dabei stellte Sunder auch klar: „Eine alternative Nutzung der Südtorschule muss deutlich geeignet sein, zur Belebung der Rathausstraße beizutragen. Aktuell haben wir da aber keinen zeitlichen Druck.“

Andreas Sunder bedankte sich bei den Damen, die Kostproben der syrischen Küche zubereitet hatten.

Für schmackhafte Kostproben sorgte eine Gruppe aus Syrien geflüchteter Frauen, die inzwischen in Rietberg leben, gern kochen und ihre Dienste auch als Cateringwünsche anbieten.

An der Heinrich-Kuper-Straße schließlich warfen die Teilnehmer des Rundganges einen Blick in die ehemalige Villa Kuper, die die Caritas-Konferenz Rietberg nun in ein Begegnungszentrum umgestaltet, das allen Bürgern offenstehen soll. Der Warenkorb und der Kleiderladen der Caritas haben hier bereits feste Öffnungszeiten, wie Margret Strothoff, Vorsitzende der örtlichen Caritaskonferenz, erläuterte.

Im Innenhof des Klosters begrüßte Andreas Sunder den Leiter des Jugendwerkes Rietberg, Adolf Salmen (rechts). Fotos: Stadt Rietberg

Im Freibad blickte Schwimmmeister Dieter Sunder dann auf die Geschichte der 110 Jahre alten ehemaligen Flussbadeanstalt zurück. Andreas Sunder ergänzte, dass die Stadt Rietberg allein die aktuelle Badesaison mit rund 450.000 Euro unterstützt. „Das ist es uns aber auch wert.“ Zum Abschluss des fast zweistündigen Stadt-Spaziergangs gab es Getränke und gegrillte Wildwürstchen im Innenhof des ehemaligen Franziskanerklosters. Dort ist längst das Jugendwerk Rietberg beheimatet, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Einrichtungsleiter Adolf Salmen berichtete von Kindern und Jugendlichen mit schweren psychischen Problemen, denen das Jugendwerk Rietberg in gut 100 stationären Plätzen in verschiedenen Wohn- und Betreuungsformen eine neue Heimat zu geben versucht.

Von Station zu Station hatte Sunder immer wieder weitere Informationen aus der Stadtentwicklung eingestreut: dass die Skateranlage trotz anfänglicher Bedenken gegenüber dem Freibad einen geeigneten und gut angenommenen Standort hat, dass Gymnasium und Gesamtschule in den kommenden Jahren für rund 50 Millionen Euro neu gebaut werden sollen, oder dass die Mitarbeiter von Stadtkasse, Steueramt und Vergabestelle nun am gemeinsamen Standort Rathausstraße 41 einziehen werden. Die Bürger nahmen die Informationen dankbar auf und zeigten großes Interesse an den unterschiedlichen Haltepunkten, in die man sonst nicht jederzeit Einblick erhält.

Die nächste »Tour de Rietberg« von Bürgermeister Andreas Sunder hat am Dienstag, 10. September, die Stadtteile Varensell und Westerwiehe zum Ziel.