Eine Karte für alle (Not-)Fälle


Damals wie heute beliebt: Die Notfallkarte. Die Seniorenbeauftragte der Stadt Rietberg, Marlies Zumbansen, zeigt die erste Notfallkarte aus dem Jahr 2011 (links) und das heutige Exemplar. Die Karte ist kostenlos im Bürgerbüro erhältlich. Foto: Stadt Rietberg
Damals wie heute beliebt: Die Notfallkarte. Die Seniorenbeauftragte der Stadt Rietberg, Marlies Zumbansen, zeigt die erste Notfallkarte aus dem Jahr 2011 (links) und das heutige Exemplar. Die Karte ist kostenlos im Bürgerbüro erhältlich. Foto: Stadt Rietberg

Rietberg. Sie passt in jede Geldbörse und kann mitunter lebenswichtig werden: die Notfallkarte. Das kleine Faltblatt im Scheckkartenformat enthält, wenn es vollständig ausgefüllt wird, wichtige Daten zur Person, die einem Notarzt im Ernstfall die Arbeit erheblich erleichtern und wertvolle Zeit sparen. Im Jahr 2011 hat die Rietberger Seniorenbeauftragte Marlies Zumbansen die Idee zur Einführung der Karte gehabt.

Mit Unterstützung der Volksbank Rietberg hatte die Stadtverwaltung seinerzeit zum Start der Initiative eine Erstauflage von 2500 Stück drucken lassen. Die fanden bei den Senioren im Stadtgebiet guten Absatz. Inzwischen ist das kleine Heft im gesamten Kreis Gütersloh bei Städten und Gemeinden sowie bei Ärzten und Apotheken erhältlich. Marlies Zumbansen kann sechs Jahre nach der Einführung der Karte (zum Glück) nicht davon berichten, dass es viele Notfälle gegeben habe, in denen die Karte zum Einsatz kam. Aber – und das ist aus ihrer Sicht auch viel wichtiger – wer eine Notfallkarte bei sich trägt, fühlt sich sicherer. „Das ist für viele ältere Menschen der entscheidende Aspekt. Mit der Karte im Portemonnaie können sie sicher sein, dass ein Notarzt auf einen Blick alle entscheidenden Informationen parat hat und schnell handeln kann.“

Denn die Karte bietet tatsächlich einen umfassenden Überblick. Sie enthält Name und Adresse des Inhabers, Kontaktdaten von Menschen, die im Notfall benachrichtigt werden sollen, Angaben zu Hausarzt und Krankenkasse, zu Grunderkrankungen, die Blutgruppe, aktuell eingenommene Medikamente sowie Informationen darüber, ob man Organspender ist oder eine Patientenverfügung ausgefüllt hat. Auch der letzte Krankenhausaufenthalt kann mit Datum und Ort notiert werden. Darüber hinaus ist konkret ankreuzbar, ob der Patient Marcumar, Cortison, Heparin oder Insulin einnimmt oder unter Allergien und Unverträglichkeiten leidet.

Die Karte ist nicht nur für Senioren ein Gewinn, hat Marlies Zumbansen festgestellt: „Auch für junge Menschen oder sogar für Kinder, die beispielsweise an Vorerkrankungen leiden oder bestimmte Allergien haben, ist sie sehr sinnvoll.“ Je mehr ein Arzt oder ein Sanitäter im Notfall über den Patienten weiß, desto zielgerichteter kann die Behandlung ausfallen.