Fachkundige Führungen in der Franziskanerkirche



Der frühbarocke Hochaltar in der Rietberger Franziskanerkirche, geweiht 1629, erweitert 1725. Foto: Hans Jürgen Landes, 2009

Jubiläum: 400 Jahre Gründung des Klosters Rietberg


Rietberg. Ganz im Zeichen des 400-jährigen Klosterjubiläums steht der Sonntag, 18. Februar: Das Stadtarchiv und das Tourismusbüro haben gemeinsam mit dem Heimatverein Rietberg ein Programm zur Geschichte des einstigen Franziskanerklosters vorbereitet. Um 15 Uhr hält Stadtarchivar Manfred Beine im Ratssaal einen Vortrag zur Gründung des Klosters vor 400 Jahren. Im Anschluss bieten ab 16.30 Uhr Beate Altehülshorst, Marie Luise Brockschnieder und Manfred Beine besondere Führungen zu Klosterkirche, Klostergebäude und Grafenkrypta an. Die parallelen Führungen zeigen zwar alle Bereiche, bilden aber jeweils einen Schwerpunkt, für den sich Interessierte entscheiden müssen.

Die Führung zum Schwerpunkt Klosterkirche wird auch auf Besonderheiten und Einzelheiten eingehen, die im Rahmen eines Stadtrundgangs im Allgemeinen nicht zur Führung gehören. Im barockarmen Kreis Gütersloh zählt die 1725 erweiterte Franziskanerkirche mit ihrer reichen Ausstattung des 17. und 18. Jahrhunderts zu den Hauptwerken aus dieser Epoche.

Eine zweite Führung widmet sich hauptsächlich dem Klostergebäude, das seit 1969 vom Jugendwerk Rietberg genutzt wird. Sie stellt das ehemalige Refektorium vor, den Lichthof und den Kreuzgang mit den Wappenfenstern von 1721, und erläutert auch die dort aufbewahrten Kunstwerke aus der Klostergeschichte.

Die dritte Führung führt zunächst in die 2008 wiederhergestellte Krypta der Klosterkirche, in der zwischen 1629 bis 1805 insgesamt 12 Mitglieder des gräflichen Hauses Ostfriesland und Rietberg bestattet worden sind. Diese Führung wird auch das nicht konfliktfreie Verhältnis der Franziskaner zum gegenüberliegenden Gymnasium Nepomucenum und die Entstehung der Klostermauer im Jahre 1746 beleuchten

Sowohl der Vortrag um 15 Uhr als auch die Themenführungen ab 16.30 Uhr sind kostenfrei. Alle drei Führungen beginnen zunächst in der Franziskanerkirche. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (05244) 986370.

 

Hintergrund:

Für mehr als drei Jahrhunderte hat das Rietberger Franziskanerkloster das politische, kulturelle und religiöse Leben der ehemaligen Grafschaft Rietberg geprägt. Die Entstehung von Kirche und Kloster ist eng mit der Rekatholisierung der Grafschaft kurz vor Beginn des 30-jährigen Krieges verbunden. Es sollte die Verfestigung und Vertiefung des katholischen Glaubens sichern, zu dem das Rietberger Land im Jahre 1610 nach gut 70 Jahren protestantischer Zeit auf Anordnung des Grafenhauses mit Hilfe von Jesuiten aus Paderborn zurückgekehrt war. 1618, also im Jahr des Beginns des Dreißigjährigen Krieges, erfolgte die Grundsteinlegung für das Kloster.

Ansicht des Klosters Rietberg auf einer Ansichtskarte um 1910, Verlag und Buchhandlung W. Vahle. Foto: Stadtarchiv Rietberg