Fahrräder gibt´s jetzt auch ohne Sattel



Klimaschutzmanagerin Svenja Schröder testet das Fahrrad ohne Sattel. Fotos: Stadt Rietberg

Rietberg. Eine gute Idee ist es für die Umwelt sicher nicht, den eigenen Vorgarten mit Steinen zuzupflastern. Bei manchem Hausbesitzer, der sich einen pflegeleichten Garten erhofft, ist diese Methode dennoch beliebt. Leicht zu pflegen ist diese Variante allerdings nicht, wie Anke Kupka von der Lokalen Agenda 21 aus Rheda-Wiedenbrück am Samstag den Gästen im Rietberger Klimapark erläutert. Denn: Unkraut macht sich besonders gern zwischen Kies, Steinen und Co. breit.

Das ist aber nicht das einzige und auch nicht das stärkste Argument gegen eine Betonwüste vor der eigenen Haustür. Das Wort Wüste trifft es nämlich sehr gut, wie Anke Kupka erläutert, denn „die Steine heizen sich extrem stark auf. Schon nach einem einzigen warmen Tag zeigt das Thermometer direkt über den Steinen auf mehr als 40 Grad an. Im Vergleich dazu beträgt die Temperatur auf dem Rasen nur 16,5 Grad“. Anke Kupka zeigt beim Frühlingsfest im Klimapark, der im Rahmen des Klimaschutztags OWL stattfindet, grüne und pflegeleichte Alternativen. „An einem bepflanzten Stückchen Erde vor der Haustür hat man definitiv mehr Freude. Und auch die Insekten werden es Ihnen danken“, ist sich Anke Kupka sicher.

„Fahrrad, Bewegung und Genuss“ lautet an diesem Samstag das Motto der Veranstaltung. Alles miteinander zu verknüpfen, fällt nicht schwer: Für den Genuss sorgt unter anderem eine Gruppe syrischer Frauen mit arabischen Köstlichkeiten. Mit Unterstützung von Randa Al-Rifai von der Stadt Rietberg möchten die Frauen aus Damascus, die nach Rietberg geflüchtet sind, möglichst einen Catering-Service aufbauen. „Eine erste Anfrage haben wir heute schon bekommen“, berichtet Randa Al-Rifai. Einem Gast aus Münster habe es am Buffet so gut geschmeckt, dass er die versierten Hobbyköchinnen gleich engagieren wollte.

Auch Svenja Schröder, Klimaschutzmanagerin der Stadt Rietberg, lässt sich die arabischen Vorspeisen schmecken, trainiert die Kalorien aber sofort wieder ab. Auf der Aktionsbühne ist Seilchenspringen im Akkord angesagt. Auch Yoga für jedermann – natürlich unter freiem Himmel ‒ kommt bei den Besuchern gut an. Das Angebot zahlreicher Fahrradhändler, die neuesten Modelle einmal auszuprobieren, nutzt Svenja Schröder gern. Das Fahrrad ohne Sattel, das Ellipti Go, angelehnt an einen Crosstrainer, verlangt starke Muskeln – besonders in den Beinen. Nach drei Runden über die Wiese im Klimapark ihr Fazit: „Es macht Spaß und ist definitiv mal etwas anderes. Aber so ganz ohne Sattel fehlt mir doch etwas.“ Wer weniger Wert auf den sportlichen Aspekt legt, stattdessen viel transportieren möchte, kann sich das Lastenfahrrad näher anschauen. Mit eingebautem Motor kommt man auch dann noch gut voran, wenn der gesamte Wocheneinkauf Platz finden muss.

Kräftig in die Pedale treten auch Dieter Nowak (ehemaliger Beigeordneter der Stadt Rietberg und Geschäftsführer der Stadtwerke Rietberg-Langenberg) und Alexander Hüesker von der Firma Helinet. Auf festgestellten Rennrädern legen beide einen ordentlichen Sprint hin, um dann auf einer Tafel ihren Energielevel ablesen zu können. Beide sind nachweislich gut in Form, das Gerät attestiert: Es handelt sich um Power-Biker.

Dieter Nowak (Geschäftsführer Stadtwerke Rietberg-Langenberg) und Alexander Hüesker (Helinet).
Walaa Edris präsentiert Speisen aus Syrien.
Frühlingsfit beim Seilspringen.
Anke Kupka von der Lokalen Agenda 21 aus Rheda-Wiedenbrück. Fotos: Stadt Rietberg