Interesse am eigenen Ort groß wie lange nicht



Matthias Wolf sprach in der Aula der Martinschule vor mehr als 100 Zuhörern über aktuelle Pläne zur Umgestaltung des Pfarrgartens. Foto: Stadt Rietberg

Rietberg. Leidenschaftlich hat Bürgermeister Andreas Sunder jetzt mit dutzenden Bürgern diskutiert. Zu den offenen Bürgermeistersprechstunden in Druffel und Neuenkirchen waren rund 50 beziehungsweise 110 Interessierte gekommen, um Neuigkeiten aus ihren Stadtteilen zu erfahren und Anregungen für künftige Entwicklungen zu geben.

In Neuenkirchen war das Interesse sogar so groß, dass sämtliche Teilnehmer kurzerhand die Örtlichkeit wechseln mussten. In der Aula der Martinschule fanden kurzerhand alle einen Sitzplatz. „Ich bin wirklich begeistert, dass sich so viele Menschen für ihren Ort interessieren“, sagte Sunder zu Beginn und bedankte sich für die Bereitschaft zum spontanen Ortswechsel. Das Interesse zeigt, dass er mit dem aktuellen Format der offenen Bürgermeistersprechstunde den richtigen Weg gehe.

Eine breite Zustimmung fanden die Pläne zur Umgestaltung von Kirchplatz und Pfarrgarten – vorgestellt von Landschaftsplaner Matthias Wolf. Insbesondere, weil im Vorfeld einige Bürgerwünsche berücksichtigt werden konnten. So soll etwa das Küsterhaus an der Ringstraße erhalten bleiben. Durchaus kontrovers diskutiert wurde das alte Fachwerkhaus neben der Kirche. Obwohl sich einzelne Bürger für den Erhalt des Hauses aussprachen, so zeigte sich doch in einem spontanen Meinungsbild per Handzeichen, dass fast drei Viertel der Anwesenden den Abriss des Hauses verschmerzen können. Stattdessen sollen an dieser Stelle dringend benötigte Parkplätze für den Kindergarten nebenan entstehen. „Das Haus ist nachweislich nicht denkmalschutzwürdig und zudem stark renovierungsbedürftig“, erläuterte Andreas Sunder zudem.

Für weiteren Gesprächsstoff sorgte ein weiteres Bauvorhaben an der Ecke Lange Straße/Ringstraße. Dort hatten Anlieger die Befürchtung geäußert, es könne ein sozialer Brennpunkt entstehen. Diese Sorge konnte Bürgermeister Sunder nicht teilen. Genehmigt ist dort ein Wohnhaus mit zwei Wohngruppen für jeweils maximal zwölf Personen, die einer Betreuung bedürfen. „Diese Wohnform entspricht den Bedürfnissen älterer oder pflegebedürftiger Menschen, denen wir so auch mitten im Ort Rechnung tragen“, so Sunder. Dass dieses Bauvorhaben an der Stelle verträglich ist, bestätigte auch das Verwaltungsgericht Minden, das sich ebenfalls mit diesem Vorhaben beschäftigte.

In Druffel freute sich Sunder, den Baubeginn im neuen Wohngebiet »Erweiterung Kreutzbreede II« verkünden zu können. 13 städtische Baugrundstücke sind dort veräußert worden. „Die Nachfrage war erfreulicherweise sehr groß. Das verwundert nicht“, so Andreas Sunder, „denn die letzte Ausweisung eines Baugebietes in Druffel liegt nun schon 20 Jahre zurück. Daher ist es richtig, dass wir auch die kleineren Ortsteile nicht vergessen und weiterentwickeln. Dafür haben wir in den vergangenen Jahren viel getan.“

In beiden Stadtteilen – Druffel und Neuenkirchen – investiert die Stadt aktuell viel in den Sport. Nachdem im vergangenen Jahr der Fußballplatz in Druffel eine neue Rasenfläche, Beregnungs- und Flutlichtanlage bekommen hat, unterstützt die Stadt aktuell die Erweiterung des Parkplatzes an der Sportanlage. In Neuenkirchen unterstützt die Stadt den TuS Westfalia beim Bau des ersten Kunstrasenplatzes im Stadtgebiet mit 250.000 Euro. Weitere 210.000 Euro will die Stadt zur Erneuerung des Sportheimes beisteuern.

Und noch eine gute Nachricht hatte Andreas Sunder parat, was die Geschwindigkeitsregelungen in Neuenkirchen betrifft: Vor dem David-Kindergarten, dem Schulzentrum und dem Altenheim soll demnächst eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer angeordnet werden.