Mobile Bürgerbeteiligung eine runde Sache



Andreas Venker (links) vom Kolpinghausverein Neuenkirchen und Bürgermeister Andreas Sunder erklärten direkt vor Ort die Baupläne für das neue Kolpinghaus.

Rietberg. Vier Stationen, 4,8 Kilometer, mehr als 200 Radler und viele interessierte Fragen. Das sind nur einige Kennzahlen der zweiten »Tour de Rietberg«, die Bürgermeister Andreas Sunder jetzt von Druffel nach Neuenkirchen führte. Die Stadtteile miteinander zu verbinden ist ein Ziel dieser mobilen Bürgerbeteiligung. Und das wurde vollauf erreicht. Sunder begrüßte neben dem Druffeler Ortsvorsteher Thomas Kofort auch zahlreiche Bürger aus anderen Ortsteilen, die sich für die Entwicklung im weiteren Stadtgebiet interessieren.

Direkt vor Ort, am Sportplatz Druffel, erläuterte Bürgermeister Andreas Sunder die Bedeutung eines neuen Vereinsheimes für die Sportgemeinschaft Druffel. Fotos: Stadt Rietberg

Denn auch darum geht es: aktuelle Entwicklungsbaustellen direkt vor Ort besuchen, Fragen stellen und verstehen, warum dieses oder jene Projekt so wichtig ist. Wie etwa die Erweiterung des Vereinsheimes der Sportgemeinschaft Druffel. Wie Vorstandsvertreter erklärten, ist der Verein stetig gewachsen. Die zwei Umkleidekabinen gleich neben dem Fußballplatz reichen längst nicht mehr aus. Deshalb unterstützen Politik und Verwaltung die SG Druffel gern, so Sunder, weil sie einen wichtigen Beitrag zum Dorfleben leistet.

Großes Interesse rief auch die Gelegenheit hervor, hinter die Türen des Imbiss-Großhandels Knaup zu blicken. Der Betrieb am Merschweg ist vor 56 Jahren gegründet worden, zählt inzwischen 120 Mitarbeiter und ist fest in Familienhand, wie Firmenchef Manfred Knaup erläuterte. Knaup beliefert Imbisse und Kantinen mit Tiefkühlkost und mehr und ist in Rietberg vor allem für frisches Grillfleisch gefragt. Stellvertretend für die mehr als 200 Radelnden bedankte sich Sunder für die Gastfreundschaft und das Eis, dass Manfred Knaup allen Gästen mit auf den Weg gab.

Gut gelaunt und bei bestem Wetter radelten die Rietberger von einer Station zur nächsten.

Denn weiter ging es zur nächsten Station: An der Sandfeldstraße 50 hatte die Stadt Rietberg 2016 eine Containeranlage mit Platz für etwa 90 Asylbewerber errichtet. Da zu diesem Zeitpunkt die Zahl der Rietberg zugewiesenen Flüchtlinge jedoch deutlich zurückging, ist die Anlage nie bewohnt worden. Deshalb ist dort nun in Trägerschaft der AWO vorrübergehend und zum zweiten Mal eine Kindertagesstätte mit Platz für mehr 30 Kinder eingerichtet worden. Und die Räumlichkeiten durften sich alle Interessierten nun einmal persönlich anschauen.

Zum Abschluss radelten die Bürger zur Pfarrkirche St. Margareta Neuenkirchen. Im Pfarrgarten gab es nicht nur Würstchen und Getränke für alle, sondern auch erste Eindrücke von dem neuen Kolpinghaus, das hinter der Kirche als Ersatz für die in die Jahre gekommene Versammlungsstätte errichtet wird. Federführend dafür ist ein ehrenamtlich geführter Verein von etwa 20 engagierten Bürgern, die gern mit anpacken und dazu beitragen, dass Neuenkirchen lebenswert bleibt.

Andreas Sunder äußerte sich begeistert über die im Vergleich zum Auftakt noch einmal höhere Teilnehmerzahl: „Das zeigt mir, dass diese Idee, die Bürger im wahrsten Sinne des Wortes mitzunehmen, bei den Bürgern super ankommt.“ Weitere Termine für die nächste »Tour de Rietberg« stehen auch bereits fest: Am 28. August geht es durch die Kernstadt Rietbergs, am 10. September verbindet die Radtour Varensell und Westerwiehe.