Kontaktstelle bietet Hilfe in allen Sprachen


Weitere Übersetzer für Elterngespräche gesucht

Rietberg. Gerade in Kindergärten und Schulen kommen Kinder vieler Nationalitäten zusammen. Kinder lernen schnell, einander zu verstehen, doch was ist mit den Eltern? Die sind vielleicht nicht immer bereits voll integriert und der deutschen Sprache mächtig. Hier hilft der Sprachlotsendienst des Kreises Gütersloh – auch in Rietberg. Freiwillige helfen im Gespräch mit Erziehern oder Lehrern zu übersetzen.

Kreisweit stehen für solche Aufgaben aktuell 97 Sprachlotsinnen und Sprachlotsen bereit, die 38 Sprachen abdecken. Allein in Rietberg sind es zehn Frauen und Männer, die mindestens ein Sprachlevel von B2 des europäischen Sprach-Referenzrahmens haben, bestimmte interkulturelle und soziale Kompetenzen nachweisen können und Erfahrungen im Dolmetschen haben. Vermittelt werden sie vom Familienzentrum Rietberg. Im Jahr 2018 wurden die Sprachlotsen in Rietberg insgesamt 59-mal angefragt. „Dies ist ein ehrenamtliches Angebot, aber mit einem professionellen Charakter“, sagt Nelson Rodrigues vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Gütersloh. „Unsere Sprachlotsen sind verlässlich, in 35 Stunden entsprechend geschult und haben daher einen gewissen qualitativen Standard“, so Rodrigues weiter. Denn auch Fragen zum Datenschutz und zur Schweigepflicht müssen berücksichtigt werden.

Kindertageseinrichtungen, Schulen, Behörden und Beratungsstellen dürfen die Sprachlotsen in Anspruch nehmen, wenn sie für ein Gespräch Unterstützung benötigen. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz bekommen die Sprachlotsen lediglich eine pauschale Aufwandsentschädigung von 20 Euro.

Am häufigsten nachgefragt wird Unterstützung bei Gesprächen auf Arabisch, Polnisch und Rumänisch. „Meist sind das Beratungen in der Schule und im Kindergarten, oder auch schon mal im Jobcenter“, sagt Meral Mayadali. Die Rietbergerin arbeitet selbst als Erzieherin und ist daher mit diesen Themen vertraut. Sie spricht Türkisch und Arabisch.

Viele Einsätze haben sie und die anderen Rietberger Sprachlotsen aber auch in anderen Kommunen – immer da, wo ihre Sprachkenntnisse gerade gefragt sind. Ein wirklicher Schatz für den Sprachlotsenpool ist Galina Racheva-Toader. Sie spricht neben Deutsch auch Bulgarisch, Mazedonisch, Rumänisch, Russisch und Türkisch. Denn immer mehr Menschen kämen aus Bulgarien in den Kreis Gütersloh. Auch Ahmed Saber Mahmud wird meistens bei Elterngesprächen in der Kita oder in der Schule benötigt. „Und das ist auch gut so“, sagt der Rietberger. Das sei in jedem Fall besser, als wenn die Eltern ihre eigenen Kinder als Dolmetscher »ausnutzen« und diese so mit Problemen belastet werden, die sie gar nicht bewältigen können.

Wer über Fremdsprachenkenntnisse verfügt und sich als Übersetzer engagieren möchte – insbesondere für Griechisch wird gesucht – kann sich ebenso beim Kommunalen Integrationszentrum Kreis Gütersloh melden, wie jene Institutionen, die eine Unterstützung benötigen: telefonisch unter (05241) 851543 oder per E-Mail an nelson.rodrigues@gt-net.de. Auskunft gibt auch Martin Hillemeyer im Kreisfamilienzentrum, Telefon (05244) 986 308. Weitere Informationen im Internet unter www.ki-gt.de.

Ahmed Saber Mahmud, Nelson Rodrigues, Galina Racheva-Toader, Martin Hillemeyer und Meral Mayadali (von links) zeigen das kreisweite Erkennungszeichen des Kommunalen Integrationszentrums Kreis Gütersloh. Foto: Stadt Rietberg