Kunsthaus zeigt Werke des Künstlers Horst Janssen



"Ihr Affen" ist diese Lithografie des Künstlers Horst Janssen von 1990 betitelt.

Rietberg. Gerade noch wurde die Sonderausstellung zum 90. Geburtstag von Dr. Wilfried Koch gezeigt und schon rückt die nächste Ausstellung mit dem Ausnahmekünstler Horst Janssen, der ebenfalls in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feiern würde, in den Mittelpunkt des Museums. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Dienstag, 4. Juni, um 19 Uhr im Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch statt.

Der Zeichner, Grafiker, Autor, Plakatkünstler, Illustrator und Fotograf Horst Janssen wurde am 14. November 1929 in Hamburg geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Oldenburg. Bereits während der Schulzeit wurde seine außerordentliche Begabung als Zeichner erkannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, während dessen er seinen Großvater und seine Mutter verlor, zog er als Waise zu seiner Tante. Sie wurde seine Adoptivmutter und unterstütze seine künstlerische Ausbildung nachhaltig.

Von 1946 bis 1952 studierte Janssen an der Landeskunstschule in Hamburg und wurde Meisterschüler bei Alfred Mahlau, der ihm schon kleinere Aufträge vermittelte. Bereits im Alter von 23 Jahren erhielt Horst Janssen 1952 das Lichtwark-Stipendium und ein weiteres Stipendium von der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Ab 1957 erlernte er von Paul Wunderlich die Technik des Radierens, die er bald virtuos beherrschte und zu seiner bevorzugten grafischen Technik machte. Ab 1963 verwendete Horst Janssen mehr und mehr auch das direkte Medium der Zeichnung. Mit ihr gelang es ihm, seine Bildideen am subtilsten und eindringlichsten auszudrücken.

Bereits 1964 erhielt Janssen den Kunstpreis der Stadt Darmstadt, 1966 den Edwin-Scharff-Preis der Hansestadt Hamburg, 1968 wurde er mit dem 1. Preis für Internationale Grafik bei der 34. Biennale in Venedig ausgezeichnet. 1975 folgte der Schiller-Preis der Stadt Mannheim. Seine erste große Einzelausstellung mit Zeichnungen und Grafiken gastierte 1965 in mehreren Städten. Seinen internationalen Durchbruch erzielte er Anfang der 1980er-Jahre mit Ausstellungen in Wien, Tokio, Oslo, Paris, Nowosibirsk und Moskau. 1987 erschien unter dem Titel „Hinkepott“ der erste Band seiner Autobiografie, zwei Jahre später folgte mit „Johannes“ der zweite Band. 1992 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Oldenburg. Janssen starb am 31. August 1995 und wurde auf eigenen Wunsch auf dem Oldenburger Gertruden-Kirchhof beigesetzt.

In seinen Bildern finden sich nicht nur Menschen aus seinem Umfeld, sondern auch sich selbst hat er sehr häufig porträtiert. Jede seiner künstlerischen Darstellungen bindet die Emotionalität des Augenblicks und bildet so einen komplexen und vielseitigen Charakter. Unbedeutende Dinge aus dem Alltagsleben bekommen in seinen Bildern einen ganz neuen Wert und erfahren eine ganz andere Perspektive. Janssen verstand es zudem, etliche Ergebnisse experimenteller Kunst in sein gegenständlich-figürliches Werk zu integrieren. Er wurde zu Recht als ein „Bindeglied zwischen der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst“ eingestuft.

In der Rietberger Ausstellung werden Radierungen, Lithografien, Zeichnungen sowie Aquarelle aus den Jahren 1958 bis 1995 zu sehen sein. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Dienstag, dem 4. Juni um 19 Uhr statt. Alle Interessenten sind eingeladen. Ab Mittwoch, 5. Juni, ist sie dann dienstags bis freitags von 14.30 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.