Liebenswerte Ausstellung mit Werken von Dr. Koch



„Liebende“ von Dr. Wilfried Koch.

Rietberg. Die Liebe zieht ins Kunsthaus Rietberg-Museum Wilfried Koch ein. Ab Montag, 22. Januar, werden Bilder vom Namensgeber des Museums, Dr. Wilfried Koch, zu sehen sein. Die Ausstellung trägt den Titel „Liebespaare“. Interessenten sind zur offiziellen Eröffnung am 22. Januar ab 19 Uhr im Kunsthaus willkommen.

Die neue Schau löst die bisherige Ausstellung auf der Deele des Hauses mit Werken des Berliner Künstlers Hans-Joachim Billib ab. Dr. Kochs „Liebespaare“ stehen in thematischer Verbindung zu den Bronze-Skulpturen im Garten des Museums, wie der plastischen Trilogie Lilith-Eva-Adam, gestaltet aus den beiden biblischen Schöpfungsberichten als ein dramatisches Sinnbild der Anziehung der Geschlechter.  Der Künstler selbst sagt über seine Werke: „Im Unterschied zu Porträts gab es nie entsprechende Auftragsarbeiten zu Liebenden. Alle Bilder und auch die Skulpturengruppen im Museumsgarten entstanden nur aus zutiefst eigenem Empfinden, das sich wohl deshalb seine höchst eigenen Formen schuf.“ Werbung und Erfüllung sind die Themen der Liebesgeschichten dieser Ausstellung. Sie berührt auch klassische Liebespaare aus dem Alten Testament (David und Abigaïl) und der griechischen Antike. „Anders als Ovid erzählt, gesellt sich Aphrodite, die Göttin der Liebe, zu Philemon und Baukis, den Vorbildern geglückter Gemeinsamkeit im Leben und Sterben“, erklärt Dr. Koch.

 

Die Galerie im Obergeschoss des Museums zeigt Skizzen und Zeichnungen von Menschen auf Hamsterfahrten. So nannte man in den Jahren vom Kriegsende 1945 bis zur Währungsreform im Juni 1948 und noch einige Zeit darüber hinaus die Wege der Hungernden zu den Bauern, bei denen um Nahrungsmittel gebettelt wurde. In Schonach bei Triberg im Schwarzwald lebten Wilfried Koch und seine Familie als Fremde, aus dem zerbombten Duisburg kommend, unter erbarmenswerten Verhältnissen. Während der langen Bahnfahrten und bei den Bauern porträtierte er bereits als 17-Jähriger Hunderte von Menschen. Die meisten Zeichnungen sind verschollen. Er verschenkte sie oder bezahlte mit ihnen die Bauern für Brot, Kartoffeln oder Äpfel. „In Häusern, die mir ein Nachtlager boten, zeichnete ich am Abend nach langem Fußmarsch manchmal noch die ganze Familie“, erinnert sich der Künstler.

Info:

In der Woche vom 15. bis 21. Januar bleibt das Museum wegen den Umbauarbeiten zur neuen Ausstellung geschlossen. Die Ausstellung wird am Montag, 22. Januar, um 19 Uhr im Museum an der Emsstraße 10 eröffnet. Bis zum 15. April ist die Ausstellung dann dienstags bis sonntags in der Zeit von 14.30 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos.

„Liebende“ von Dr. Wilfried Koch.