Neue Leuchten im Stadtkern? Test mit LED-Lampen am 2. Dezember, 18 Uhr


Rietberg. Die Straßenlampen im historischen Ortskern sind wahre Energiefresser. "Wir haben ganz dringenden Handlungsbedarf. Unsere sogenannten BEGA-Leuchten enthalten noch die alten Quecksilberdampflampen. Und die müssen nach der Verordnung der EU ausgetauscht werden", weist Bürgermeister André Kuper schon einmal auf notwendige Veränderungen hin. Bereits zu Jahresbeginn hatten Vertreter der RWE im Rahmen des stadtweiten Projektes "Sanierung der Straßenbeleuchtung" in einer Übersicht all jene Punkte angesprochen, die der dringenden Erneuerung bedürfen. "Insgesamt auf alle Stadtteile gesehen sind unsere Lampen im guten Zustand, wir haben aber auch Schwachpunkte. Anlass für eine Erneuerung sind insbesondere energetische Gründe", so Kuper. "Ein Austausch alter Anlagen führt zur Energie- und CO2-Einsparung, dauerhaft rechnen sich solche Investitionen." Auf Initiative des Bürgermeisters wurde zwischenzeitlich das Konzept "energetische Straßenleuchtung" ins Leben gerufen. Die Planungsgruppe MWM mit Sitz in Aachen erstellt ein Konzept für den historischen Stadtkern. Hierzu zahlt das Land einen 70prozentigen Förderzuschuss. Neue Lampen zwischen alten Giebeln, das würde auch eine Verbesserung der Ausleuchtung bedeuten, denn die vorhandenen alten Exemplare entsprechen nicht den DIN-Vorgaben und Zielen der Barrierefreiheit. "Viele Bürger, Kunden und Gäste der Rathausstraße haben sich bislang über das dunkle Licht aufgeregt, zu Recht wie ich finde. Wir würden mit einer Modernisierung auf der Basis neuester Technologie nicht nur helleres Licht und gesetzliche Vorgaben erfüllen, sondern viel für den Klimaschutz tun und bei den laufenden Kosten auch noch richtig sparen können", sieht Kuper die Vorteile einer Erneuerung.

Allerdings, einen Haken hat der Wunsch nach baldmöglicher Installation neuer Lampen: "Unsere Haushaltslage ist bekanntlich extrem angespannt. Wir können uns die Ausgabe in bis zu siebenstelliger Höhe für die Sanierung der Straßenbeleuchtung derzeit nicht leisten." Da kommt ein bundesweiter Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung genau zum richtigen Zeitpunkt. Unter dem Leitwort "Kommunen im neuen Licht", das zum Förderprogramm "Optische Technologien" zählt, lobt die Bundesbehörde Gelder aus für jene Städte und Gemeinden, die ein sinnvolles Konzept vorlegen, in dem der Einsatz modernster Leuchtdioden enthalten ist. "Das Ganze gehört zur LED-Leitmarktinitiative im Rahmen der High-Tech-Strategie der Bundesregierung. Neueste Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Leuchtdiodentechnik sollen schnellstmöglich in die Allgemeinbeleuchtung einfließen", so Kuper, der den Impuls zur Teilnahme am Wettbewerb gegeben hatte und dem Umwelt- und Klimausschuss für die Sitzung in der kommenden Woche empfehlen möchte. Fachleute der RWE befürworten übrigens die Beteiligung Rietbergs. Dabei ist es nicht einfach damit getan, Leuchtmittel auszutauschen. Das Ministerium fordert umfassende Planungsunterlagen mit Blick auf Energieeffizienz, Kosteneffizienz bei Einrichtung und Betrieb, organisatorische Innovationen und eine prinzipielle Übertragbarkeit auf andere Objekte. Die Ausnutzung spezieller Charakteristika der LED-Lichttechnologie gehört ebenso zu den Beurteilungskriterien wie die Einbeziehung des Beleuchtungskonzepts in allgemeine planerische Randbedingungen. Akzeptiert die Bevölkerung die Neuerung? fragt das Ministerium und wünscht von jenen Kommunen, die zu den bis zu zehn Siegerstädten – und  -gemeinden gehören auch die Übertragung und Bereitstellung von Erfahrungen für andere Kommunen bis zu fünf Jahre nach Fertigstellung. Dafür ist die Behörde bereit, den Gewinnern des Wettbewerbes eine 100prozentige Finanzierung ihrer neuen Beleuchtungsanlagen bis zu einer Höhe von jeweils zwei Millionen Euro zu zahlen. "Das ist natürlich neben dem Blick auf Umweltschutz, Kostenersparnis und bessere Ausleuchtung ein interessanter Aspekt, endlich konkret die energetische Straßenbeleuchtung anzugehen", so Kuper.

Bekannt gegeben werden die Sieger im April im Rahmen der Fachmesse  "Light & Building" in Frankfurt. Der erste Schritt soll im Ausschuss am kommenden Mittwoch, 2. Dezember, erfolgen. Zunächst wird das Projekt vorgestellt. "Gegen 18 Uhr wollen wir dann die Sitzung unterbrechen und in 6 Projektbereichen an der Rathausstraße und der Müntestraße praktische Tests mit LED-Lampen vorführen", so Kuper. "Eingeladen sind natürlich nicht nur die Kommunalpolitiker, sondern auch die Einzelhändler, Gastronomen und Immobilieneigentümer als Mitglieder der ISG sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger." Treffpunkt ist um 18 Uhr am historischen Rathaus.