Planung zur Erweiterung des Lind-Hotels an der Ems


Die Stadt Rietberg stellt derzeit den Bebauungsplan Nr. 226, 3. Änderung „Am Postamt“ für das Hotel Lind auf. 
Der Stadt Rietberg liegt eine Bauvoranfrage der Geschäftsführung des Lind Hotels mit einer Erweiterung um einen zusätzlichen Baukörper vor. Insbesondere innerhalb der Woche besteht eine erhebliche Nachfrage nach Hotelzimmern (Einzelzimmern) für Geschäftsreisende und für betriebliche Seminar- und Fortbildungsmaßnahmen auf gehobenem Niveau. In dem als „Haus 4“ beantragten Erweite­rungsbau sollen 38 Einzelzimmer und ergänzende Seminarräume entstehen, im Untergeschoss ist eine Tiefgarage mit 20 Stellplätzen geplant.
Im Herbst 2009 ist die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für diese Bebauungsplan-Änderung durchgeführt worden. Der Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss hat in seiner Sitzung am 24.11.2009 über den Bebauungsplan-Entwurf und über das Gestaltungskonzept beraten. Insbesondere die städtebaulichen Rahmenbedingungen und die Gestaltung des neuen Baukörpers sind intensiv erörtert worden. Das vom Vorhabenträger beauftragte Architekturbüro hat die vorgeschlagene Gestaltung mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss mit Flachdach erläutert. Alternativ wurde ein Neubau mit einem Satteldach vorgestellt.
Das zur Landesgartenschau 2008 errichtete Hotel Lind stellt als Ensemble mit den drei Hauptgiebeln an der Rathausstraße einen städtebaulich gelungenen Auftakt am Eingang zum historischen Stadtkern mit der typischen Giebelarchitektur dar. Der geplante Anbau im Westen liegt dagegen abgesetzt von dem Bereich Emsbrücke und im Übergang zu Wohngebieten und einem Discounter mit unterschiedlichen Bauformen und Gebäudegrößen aus den letzten 30-40 Jahren. Hinzu kommt, dass dieser Anbau nachträglich erfolgt und dass das bestehende Gebäudeensemble mit einheitlichem Gesamtbild bereits eine erhebliche Baumasse umfasst.
Vor diesem Hintergrund wird die Hotelerweiterung als abgesetzte und etwas untergeordnete Bauform vorgeschlagen. Der Baukörper greift mit seinen drei Vollgeschossen und dem zurück springenden Staffelgeschoss die Proportionen des bestehenden Hotels auf. Sowohl in der Höhe als auch in der Breite der Gebäudeteile werden die Grundmaße übernommen. Dagegen wird der obere Gebäudeabschluss differenziert ausgebildet, die Giebelspitze wird durch das etwas tiefer liegende Staffelgeschoss ersetzt. Parallel zur Straße Im Wullbrock wird durch den Einschnitt mit einem gläsernen Treppenhaus die ortsprägende Maßstäblichkeit der Architektur aufgenommen.
Diese Gebäudeform stellt eine qualitätvolle Lösung dar und lässt eine großzügige, attraktive Nutzung und Gestaltung zu. Erforderlich wird aber auch eine sorgfältige Architektursprache und eine gute Ab­stimmung der Fassaden und Materialien auf den Bestand. Die Ansichten des Architekten zeigen, dass unter diesen Voraussetzungen ein gelungener Erweiterungsbau errichtet werden kann.
Die alternativ erstellte Planung mit einem Satteldach tritt dagegen zu sehr in Konkurrenz zu dem einheitlichen Ensemble des ersten Bauabschnittes. Die Ansichten zeigen auch, dass mit der Umsetzung des unterschiedlichen Raumprogrammes erhebliche bauliche und gestalterische Nachteile z.B. mit großformatigen Dachaufbauten verbunden wären. Im Ergebnis hat sich daher der Fachausschuss einmütig für die vorgestellte Variante mit einem Staffelgeschoss ausgesprochen. Mit diesem Plankonzept soll nunmehr das weitere Planverfahren durchgeführt werden.