Rat: Neuer BM Andreas Sunder vereidigt



Rietbergs neuer Bürgermeister Andreas Sunder (mitte) wurde heute Abend im Rahmen der Ratssitzung vereidigt. Beigeordneter Dieter Nowak (links) und stv. Bürgermeister Robert Dirkwinkel gratulierten als erste. Nowak legte auch den Haushaltsplanentwurf für 2013 vor.

Rietberg. Ratssitzung am heutigen Dienstagabend im Progymnasium. Auf Mandatsträger und Zuhörer wartete eine bedeutsame Tagesordnung. Zum Einen brachte Kämmerer Dieter Nowak den Haushaltsentwurf für 2013 ein. Zum Anderen wurde Rietbergs neuer Bürgermeister Andreas Sunder vereidigt.
Der 39jährige hatte bei der Wahl am 28. Oktober gut 70 Prozent aller Stimmen auf sich vereinigt und der CDU eine historische Niederlage zugefügt.Indes, Sunder zeigte gleich zu Beginn der Ratssitzung wie wichtig ihm ist, mit allen Parteienvertretern gemeinsam einen guten Weg für die gesamte Stadt zu beschreiten. Er selbst ging zur CDU-Fraktion, um alle christdemokratischen Ratsvertreter mit Handschlag zu begrüßen. Anschließend nahm stv. Bürgermeister Robert Dirkwinkel die offizielle Vereidigung vor.
Sunder erklärte in einer Antrittsansprache: "
"Jetzt ist es also ganz offiziell: Ich bin neuer Bürgermeister von Rietberg, von einer tollen Stadt.
Den Rietbergern danke ich ganz herzlich für ihr immenses Vertrauen – ich werde alles tun, um es nicht zu enttäuschen. Ich werde Euer Bürger-Bürgermeister sein – und kein Partei-Bürgermeister.
Das Ergebnis von über 70 Prozent ist eine große Überraschung, es ist Verpflichtung und ein Ansporn für mich, in diesem Amt mein Bestes zu geben. Es ist aber auch ein klares Wählersignal an uns als Rat – und zwar für mehr Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg. Auch wenn bei der CDU der Stachel der Wahl-Niederlage sicher noch tief sitzt – sehen wir es als gemeinsame Chance zum Neuanfang, kehren wir alle zur Sacharbeit zurück.

Wenn wir uns hier im Rat manchmal die Köpfe heiß reden, sollten wir uns immer klar machen: Es geht um Rietberg, es geht um die Menschen, die hier leben, und um ihr Wohl. Dieser Leitgedanke wird uns sicher häufig automatisch zu einer gemeinsamen Lösung führen – weg vom Parteien-Prestige, weg vom Fraktionszwang. Das wünsche ich mir, und dazu bin ich bereit. Ich hoffe, Sie sind es quer durch die Fraktionen ebenfalls.

Ein Dankeschön möchte ich an dieser Stelle bei meiner Gegenkandidatin loswerden: Liebe Bärbel, ich fand es in den letzten Wochen sehr erfreulich, dass dieser Wahlkampf zumindest zwischen uns beiden persönlich fair abgelaufen ist. Das wünsche ich mir für die weitere Zusammenarbeit mit Dir auch im Rat und als Ortsvorsteherin. Ich habe erfahren, dass Du uns auf jeden Fall erhalten bleibst. Darüber freue ich mich – alles andere würde ich bedauern.

Heute bin ich als Bürgermeister vereidigt worden. Im Rathaus habe ich in den letzten Tagen schon in meinen neuen Job reingeschnuppert. Das ist sehr spannend, und das macht echt Spaß! Ich muss mich nur noch dran gewöhnen, dass ich ein eigenes Büro mit Vorzimmer habe, und dass ich mit Kolleginnen arbeite, die für mich Termine annehmen und mich fragen, ob ich die auch annehmen kann. Danke an Resi Peterhanwahr und Vanessa Münster, die mir in meinem Rathaus-Büro den Rücken freihalten – ich kann also ganz Bürgermeister sein.

Mein Amt beginnt gleich mit einer großen Aufgabe: Heute wird Ihnen der Entwurf des neuen Haushalts für 2013 vorgestellt. Der war an meinem ersten Arbeitstag schon so gut wie im Druck, ich hatte darauf keinen Einfluss mehr. Deshalb will ich die Vorstellung des Entwurfs dem überlassen, dem die Ehre gebührt – unserem Beigeordneten Dieter Nowak.
Welche Veränderungen wir innerhalb des Haushalts noch wollen, müssen wir in den nächsten Wochen diskutieren und entscheiden. Da habe ich in der Tat noch eigene Vorstellungen: Ich möchte (und das sieht der Entwurf bisher auch so vor), dass wir die Beteiligung der Vereine an den Energiekosten nicht weiter erhöhen. Und ich möchte Sie davon überzeugen, ein anderes Bezahl-System für Ratsmitglieder einzuführen. Denn das wäre gerechter und obendrein billiger. Mit diesem gesparten Geld könnten wir DLRG und Schwimmvereine im neuen Hallenbad umsonst schwimmen lassen. Das sind nur ein paar Beispiele, über die wir demnächst in den Ausschüssen diskutieren können.
Es gibt viel zu tun. Lassen Sie uns an die Arbeit gehen."