Rietberg sagt Nein zum Stromgeschäft



Prost! Zur Stromsparparty laden die Klimamanagerin der Stadt Rietberg, Anika Hering, und Energieberater Martin Brandis ein. Foto: Stadt Rietberg

Rietberg. Die Stadt Rietberg verabschiedet sich aus dem Energiegeschäft, ehe es überhaupt begonnen hat. Den Vertrieb von Rietberg-Strom und -Gas mit einem eigenen Energievertrieb wird es nicht geben. Das beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend in nichtöffentlicher Sitzung. Kurz zuvor hatte die CDU-Mehrheit im Rat mit einem Nein zur Durchführung eines Ratsbürgerentscheids auch die Beteiligung an einer Netzgesellschaft zu Fall gebracht.

Zum Hintergrund: Schon im vergangenen Sommer hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, nach einem geeigneten Partner für den Aufbau eines Energievertriebs zu suchen. Vier lokale Energieversorger aus der Region hatten ernstzunehmende Angebote abgegeben. Energieversorger und Stadt Rietberg sollten in einer gemeinsamen Vertriebsgesellschaft so genannten »Rietberg-Strom und -Gas« verkaufen.

Sämtliche vier Angebote entsprechen dem Anforderungskatalog, den alle Fraktionen im Oktober einstimmig verabschiedet hatten. Alle gehen – wie erwartet – von einem langsamen Start und anfänglichen Verlusten aus. "Die ersten Jahre benötigen wir, um den Geschäftsbetrieb überhaupt erst aufzubauen", erklärt Bürgermeister Andreas Sunder. "Das war uns allen von Anfang an klar." Über die folgenden Jahre würde die gemeinsame Gesellschaft aber Gewinne erwirtschaften, so der Plan. Je nach Bewerber in unterschiedlicher Höhe.

In der Abstimmung darüber, mit den Angebotspartnern weiter zu verhandeln, fand der geplante gemeinsame Energievertrieb jedoch überraschend keine Mehrheit. CDU und FDP stimmten geschlossen dagegen. SPD, FWG, Grüne und Bürgermeister Sunder votierten dafür.

Sunder bedauert diese Entscheidung: "Schließlich ist genau das eingetreten, was wir vorher wollten und worüber wir alle uns einig waren. Genauso stelle ich mir verlässliche Politik vor – nämlich sich an gemeinsame Beschlüsse zu halten und die gemeinsame Linie konsequent weiterzuverfolgen. Dass man den Vertrieb von Strom und Gas grundsätzlich nicht will, hätte man schon früher sagen können. Das hätte uns allen ein Jahr Arbeit erspart."