Rietberg übernimmt Rechnungsprüfung für die Stadt Verl


Verl/Rietberg. "Angesichts der in den Kommunen tobenden Finanzkrise wird interkommunale Kooperation immer wichtiger." Darin sind sich Verls Bürgermeister Paul Hermreck und sein Rietberger Kollege André Kuper einig. Zusammenarbeit zwischen den vergleichbar großen Städten gibt es bereits seit längerem, sehr positive Beispiele, wie die Beigeordneten Dieter Nowak und Susanne Koch feststellen. Schon seit den 70er Jahren unterhalten beide Kommunen die Trägerschaft für die Fördereinrichtung der Martinschule und auch Energieberater Martin Brandis ist ein gutes Beispiel, er ist in Verl und Rietberger seit Jahren gleichermaßen tätig. "Aller guten Dinge sind drei", freuten sich gestern beide Bürgermeister und unterzeichneten einen Kooperationsvertrag zur Rechnungsprüfung.

Mit der Stadtwerdung zum 1. Januar 2010 ist Verl verpflichtet, für eine eigene geordnete Rechnungsprüfung zu sorgen. Bisher genügte die Zusammenkunft des entsprechenden Fachausschusses und die Prüfung durch übergeordnete Behörden. Wie es bei den sparsamen Verantwortlichen der Ölbachgemeinde üblich ist, suchten sie nach Möglichkeiten einer effektiven aber kostengünstigen Lösung. "Und auch, weil es besser ist, so etwas möglichst extern anzusiedeln", so Hermreck. Wie er einräumte, seien mit mehreren Kommunen der Region Gespräche geführt worden, dass man die Emsstadt ausgewählt habe, liege vor allem an deren umfassenden Erfahrungen auf dem Rechnungsprüfungssektor. Schon seit 1996 gibt es eine bewährte Kooperation der Rietberger mit Delbrück. Nach diesem Muster funktioniert nun auch die Zusammnarbeit mit Verl.  "Aus strukturellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen ist das eine sehr gute Lösung"; so Hermreck. "Wir sind enge und gute Nachbarn."

Die Rechnungsprüfungsabteilung der Stadt Rietberg wird um zwei halbe Stellen aufgestockt, im Verler Rathaus werden spezielle Büroräume eingerichtet. "Denn es macht bei manchen Dingen durchaus Sinn, dass wir auch vor Ort sind und nicht nur von Rietberg aus arbeiten", erklärte Andreas Göke, Leiter der Fachabteilung in der Emsstadt. "Inbsesondere wenn wir Nachfragen haben." Die Aufgaben beschränkten sich nicht allein auf eine Prüfung von Quittungen, betonte Kuper. "Wir können wechselweise auch viel voneinander lernen und Erfahrungen austauschen." Er wie auch Hermreck schlossen eine weitere interkommunale Kooperation auch auf anderen Gebieten nicht aus.