Rietberger Busse rollen durch ganz Europa



Allzeit gute Fahrt: Das Busunternehmen Mertens-Reisen hat in seinen Standort am Merschhemkeweg investiert und unter anderem eine neue Bushalle errichtet. Das Foto zeigt (von links) die Wirtschaftsförderin der Stadt Rietberg, Renate Pörtner, Manuel Mertens, Geschäftsführer Jörg Mertens, Bürgermeister Andreas Sunder, Geschäftsführer Heiner Mertens und Architekt Karl-Heinz Stroop. Foto: Stadt Rietberg

Rietberg. Am liebsten sind sie auf Straßen in ganz Europa unterwegs. Aber die Heimatbasis in Rietberg ist ebenso wichtig wie die Reiseziele. Die Inhaber vom Busunternehmen Mertens-Reisen legen höchsten Wert darauf, dass sich ihre Mitarbeiter und Gäste wohlfühlen. Deshalb ist der Standort am  Merschhemkeweg erst kürzlich erweitert worden. Bürgermeister Andreas Sunder hat sich jetzt vor Ort die neuen Räume angesehen.  

Bürogebäude, Sozialtrakt und eine Bushalle mit eigener Werkstatt auf insgesamt 1650 Quadratmetern Nutzfläche sind auf dem Betriebsgelände neu entstanden. 975.000 Euro haben Geschäftsführer Heiner Mertens und seine Söhne Manuel und Jörg Mertens in die Hand genommen, um ihr Unternehmen den aktuellen Erfordernissen anzupassen. Nachhaltige Ideen hat die Busunternehmerfamilie auch bei ihrem Bauvorhaben im Blick gehabt. Eine Solaranlage auf dem Dach der Bushalle sorgt für die Energiegewinnung. Regenwassertanks, die insgesamt 156.000 Liter fassen, machen sich in der betriebseigenen Waschstraße bezahlt. Die gesamte Flotte wird mit Regenwasser gewaschen. Der Fahrzeugbestand ist mit 44 Bussen und 15 Bullis in den vergangenen Jahren kontinuierlich angewachsen. Die Firma Mertens ist auf vielen Strecken unterwegs: Sie deckt den Linienbusverkehr, die Schülerbeförderung und auch den Reisesektor ab. Nicht nur in den Kreisen Gütersloh, Paderborn und Lippstadt, sondern in ganz Europa sind Fahrzeuge von Mertens auf den Straßen.

Der Betrieb ist 1962 gegründet worden und wird heute in zweiter und dritter Generation geführt. Die Söhne Jörg und Manuel Mertens sitzen nicht nur selbst am Steuer, sie leiten auch gemeinsam mit ihrem Vater Heiner die Geschicke des Unternehmens. Über zu wenig Arbeit können sich die Unternehmer, die 50 Festangestellte und 60 Teilzeitkräfte beschäftigen, nicht beklagen. Der Reiseverkehr wächst stetig, Mertens bietet sogar ein eigenes Jahresprogramm an. Mehrere tausend Fahrgäste schenken Mertens jedes Jahr ihr Vertrauen. Bei den Kunden im Trend: Skandinavische Länder, Italien und Österreich. Mit einem der sechs modernen Reisebusse in den Urlaub zu fahren, bringt auch etwas für die Ökobilanz, erklärt Jörg Mertens: „Unsere Reisebusse sind alle mit Euro-6-Standard ausgerüstet. Selbst wenn in jedem Bus nur 20 Fahrgäste sitzen, liegen wir beim CO2-Ausstoß pro Fahrgast wesentlich besser als jedes voll besetzte Auto.“

Auch im Bereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) tun sich neue Möglichkeiten auf. In den vergangenen zehn Jahren hat Mertens weitere Ausschreibungen gewinnen können, so dass allein zum Schuljahresbeginn 2019/2020 acht Gelenkbusse ihren Betrieb aufgenommen haben. Ab August übernehmen die Rietberger gemeinsam mit drei Partnerunternehmen aus dem Kreis Paderborn den gesamten ÖPNV in Delbrück – sieben neue Busse sind bereits bestellt. Bürgermeister Andreas Sunder zeigte sich bei seinem Besuch beeindruckt von der Vielfalt, die der Betrieb abdeckt: „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen bei ihnen einen Arbeitsplatz gefunden haben. Das bestätigt abermals, dass es unsere mittelständischen Unternehmen sind, die hier vor Ort die Wirtschaftskraft ausmachen.“

Sich erfolgreich am Markt behaupten – das geht nur mit guten und zuverlässigen Mitarbeitern. Geschäftsführer Heiner Mertens betont: „Etliche unserer Fahrer sind schon seit vielen Jahren bei uns. So wünscht man sich das natürlich.“ Wenn es um die Einstellung neuer Kräfte geht, unterstützt das Busunternehmen den Start, falls nötig. So gibt es unter anderem Zuschüsse, wenn jemand den (vergleichsweise teuren) Busführerschein erst erwerben möchte. Außerdem werden seit 2019 alle Neufahrzeuge bei Mertens mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet. Jörg Mertens kann dieser hilfreichen Technik, deren Einsatz noch nicht gesetzlich verpflichtend ist, viel abgewinnen: „Es erleichtert den Fahrern ihren Alltag ungemein. Wir möchten nicht warten, bis ein Unfall passiert, wir werden lieber präventiv tätig.“