“Rote Karte” für Raser im verkehrsberuhigten Wohnbereich



Rietberg. Da staunten die Autofahrer in der Gräfin-Ernestine-Straße nicht schlecht. Nicht nur, dass ein großes Display ihnen gefahrene Geschwindigkeiten aufzeigte, auch eine ganze Schar von Grundschülern war vor Ort, um unvernünftigen Rasern im Wohngebiet ihre Meinung zu sagen. Das allerdings taten die Mädchen und Jungen der vierten Jahrgangsstufe der Dasshorstschule nicht verbal, sondern mit Hilfe von bunten Karten. Einige wenige grüne Exemplare erhielten jene Fahrzeugführer, die sich tatsächlich an das hielten, was in der Gräfin-Ernestine-Straße vorgeschrieben ist: Schrittgeschwindigkeit. Der Bereich sei keinewegs, wie viele irrtümlich meinten, eine Tempo-30-Zone, erklärte vor Ort Martina Venne von der Ordnungsabteilung der Stadtverwaltung. Genau das aber nahmen die meisten Autofahrer an und so zückten die jungen Verkehrswächter, die unter Führung von Schulleiter Jochen Evers an der Aufklärungsaktion teilnahmen, auch gelbe Karten für jene, die schneller als 12 Stundenkilometer fuhren. Auch rote Karten hagelte es reichlich, denn manch einer war sogar schneller unterwegs als mit 30km/h.
Polizei-Bezirksbeamter Birger Rosenau begleitete die Aktion und informierte die Autofahrer zusätzlich über die Geschwindigkeitsbegrenzung in dem Wohngebiet am Rande der Innenstadt. "Wir hoffen, dass solche Maßnahmen das Bewusstsein bei allen Auto- und Zweiradfahrern schärfen, mehr auf örtliche Gegebenheiten und Beschilderungen zu beachten. Die Gräfin-Ernestine-Straße ist auch ein Schulweg, zudem liegt direkt an ihr ein Kindergarten. Da ist es wichtig, dass die stärkeren Verkehrsteilnehmer auch wirklich Rücksicht üben", so Martina Venne.