Stadtbrandmeister Peter Pepping: Verdienstmedaille der Stadt für 43 Dienstjahre überreicht



Rietberg. Stadtbrandmeister a.D. Peter Pepping ist neuer Träger der Verdienstmedaille der Emskommune.Bürgermeister Andreas Sunder überreichte dem langjährigen Leiter der Freiwilligen Feuerwehr im Stadtgebiet die höchste Auszeichnung, die es in Rietberg für einen Bürger geben kann. Pepping ist erst der zweite Würdenträger nach Stefan Dörhoff, früherer Kämmerer und Ehrenvorsitzender des Deutschen Roten Kreuz der Emsstadt. Die Auszeichnung wurde Pepping im Rahmen einer Feierstunde in der Gymnasialaula verliehen, verbunden mit seinem Wechsel aus dem aktiven Dienst in die Alters- und Ehrenabteilung auf eigenen Wunsch.
"Diese Medaille ist für Bürger unserer Stadt bestimmt, die sich in besonderem Maße und über einen langen Zeitraum für alle Menschen im Stadtgebiet eingesetzt haben. Bei Dir, Peter, war das ohne Zweifel der Fall", betonte Sunder in seinen Grußworten. Und weiter: "Die Medaille kann nach 43 Jahren aktivem Dienst in der Wehr nur ein bescheidenes Dankeschön darstellen für die Zeit und die Kraft, die du in dein anspruchsvolles Ehrenamt investiert hast." Zuvor hatte Sunder vor rund 200 Feuerwehrkameraden aus allen drei Rietberger Löschzügen, vor zahlreichen Ehrengästen aus Reihen des Feuerwehrverbandes, des Rates der Stadt, der Kreisverwaltung, eines Großteils der Ortsvorsteher und vor allem auch der Familie Peter Peppings erklärt: "Es geht eine Ära zu Ende. Denn wenn jemand von seinen 58 Lebensjahren 43 für die Feuerwehr aktiv war, dann kann man wirklich von einer Ära sprechen. Die Stadtverwaltung hat in all den 18 Jahren deiner Leitungstätigkeit deinen Sachverstand in Sachen Feuerwehr schätzen gelernt."
Sunder ging ein auf die vielen Bauprojekte unter der Ägide Peppings als Stadtbrandmeister, so vor allem den Neubau des Gerätehauses in Neuenkirchen und fand auch ernste Worte für den Alltag der Blauröcke: "Wir als Nicht-Feuerwehrleute sollten uns immer ins Gedächtnis rufen, was die Arbeit der Wehr bedeutet: mitten in der Nacht nach einem anstrengenden Arbeitstag aufstehen, wenn der Pieper auslöst. Es heißt am Arbeitsplatz alles fallen zu lassen, wenn es Alarm gibt. Es heißt, Feuer zu bekämpfen, Menschen aus den Flammen zu retten und es heißt auch, bei Verkehrsunfällen Verletzte oder auch Tote zu bergen." Sunder danke explizit auch Peppings Ehefrau Dietlind für ihr Verständnis über all die Jahre.
Peter Pepping startete 1970 als Jugendlicher im Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen. Fünf Jahre später wurde er dort Vorsitzender, mit 17 wurde er auch Feuerwehrmann, mit 22 Truppführer, mit 27 Löschzugführer, mit 32 stellvertretender Stadtbrandmeister und mit 40 Stadtbrandmeister.
Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper mit einer Ansprache. Holtkemper stellte fest: "Du, Peter, hinterlässt ein gut bestelltes Feld mit einer ausgezeichneten Bilanz deiner Amtszeit."
Peter Pepping selbst, der vor sechs Jahren bereits den Weg geebnet hatte für eine Nachfolgeregelung, dankte explizit seiner Frau Dietlind, der Familie und allen Weggefährten und bilanzierte: "Wir haben mit den drei Löschzügen eine schlagkräftige Mannschaft die zusammenarbeitet. Ich bin sehr froh dass ich nicht während meiner Amtszeit erleben musste, einem Angehörigen eines unserer Kameraden eine schlechte Nachricht zu überbringen. Ich bin dem Schicksal dankbar, dass alles in den 18 Jahren in allen Einsätzen gut gegangen ist." Die Feuerwehrkameraden überraschten Pepping auf ihre Weise, sie überreichten ihm ein symbolische Fahrrad nebst Gutschein für den Kauf eines individuell abgestimmten Drahtesels. Der neue Stadtbrandmeister Matthias Setter und seine Stellvertreter Christian Uhr und Christian Niermann betonten: "Peter hat sich vor sechs Jahren intensiv Gedanken gemacht über seine Nachfolge. Ich glaube, eine solch lange Vorplanung für einen Führungswechsel ist weithin nicht selbstverständlich, aber es war gut. Wir konnten uns in Ruhe einarbeiten und mehr und mehr Verantwortung übernehmen. Danke." Mit lang anhaltenden stehenden Ovationen verabschiedeten die rund 300 Anwesenden in der Aula Pepping.
Nachstehend die Ansprache von Bürgermeister Andreas Sunder:
Liebe Feuerwehrkameraden, liebe Gäste – und vor allem natürlich: Lieber Peter Pepping,
heute geht bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rietberg eine Ära zu Ende. Denn wenn jemand von seinen 58 Lebensjahren allein 43 für die Feuerwehr aktiv war, und davon die meiste Zeit in Führungsrollen, dann kann man schon von einer Ära sprechen.
Wir verabschieden heute Peter Pepping als Chef der gesamten Feuerwehr der Stadt. Lieber Peter, Du warst damit Chef von drei Löschzügen und der Jugendfeuerwehr – also alles in allem von 200 aktiven "Blauröcken". Und auch der Spielmannszug mit seinen 92 Musikanten gehört zu dieser Truppe.
Dieser Spielmannszug war in Deiner Jugend übrigens der Ursprung für Deine Feuerwehr-Begeisterung. In diesen Spielmannszug bist Du 1970 eingetreten, als Spross einer musikbegeisterten Familie mit gerade mal 15 Jahren. Ich habe mir erzählen lassen, dass Du damals erst Querflöte, dann die Lyra gespielt hast – und dass Du irgendwann erkannt hast, Noten sind nicht "Dein Ding".
"Dein Ding" sind eher Führungsqualitäten. Und wir sind Dir heute sehr dankbar, dass Du früh genug Deinen Schwerpunkt verlagert hast. Im Spielmannszug bist Du schon mit 20 Jahren Vorsitzender geworden. Und auch in der Feuerwehr hast Du bald die "erste Geige" gespielt.
Deine Bereitschaft, Menschen für einen guten Zweck zu vereinen und zu führen, hat bei Dir immer den Ton angegeben. Ich darf hier die Sprossen Deiner persönlichen Tonleiter aufzählen: Mit 17 Jahren Feuerwehrmann, mit 22 Truppführer, mit 27 Löschzugführer, mit 32 stellvertretender Stadtwehrführer. Und im Alter von 40 Jahren hat Dich der Stadtrat erstmals zum Chef der gesamten Wehr gewählt.
Das bist Du bis heute geblieben – stolze 18 Jahre lang. In dieser Zeit hast Du bei der Feuerwehr zwar die erste Geige gespielt – aber immer zusammen mit dem ganzen Orchester. Für die "Blauröcke" in unserer Stadt warst Du nicht nur Einsatzleiter, sondern vor allem Kamerad. Deine Feuerwehrkameraden wissen sicher ganz genau, was sie an Dir haben – und was sie heute mit Dir verlieren.
Denn Du hast es verstanden, die Feuerwehr gut zu organisieren und die Kameraden zu motivieren – und zwar immer vorneweg, mit einem Lächeln im Gesicht und für jeden Spaß zu haben. Und sie schätzen Dich als Mann der Tat. Du packst einfach mit an, wenn es was anzupacken gibt – so wie beim Neubau des Feuerwehrhauses in Neuenkirchen.
Oder damals, in Deinen Anfangsjahren, als der Spielmannszug einen neuen Übungsraum brauchte. Da wurde auf dem Familienhof Pepping in Varensell kurzerhand ein Schweinestall umgebaut, und die "Knüppeljungs" hatten wieder eine Bleibe.
Die Stadtverwaltung hat in all den Jahren Deinen Sachverstand in Sachen Feuerwehr auch bei anderen Bauprojekten schätzen gelernt: Den hast Du beigesteuert, als das Rietberger Gerätehaus am Torfweg gebaut wurde oder als die Mastholter Wehr eine neue Halle bekam. Auch wenn es darum ging, neue Feuerwehrautos und Ausrüstung anzuschaffen, war Dein Rat wichtig und wertvoll.
In über 40 Jahren hast Du das Motto der Feuerwehr mit ganzem Herzen gelebt: Retten – löschen – bergen – schützen.
Wir als Nicht-Blauröcke sollten uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, was das im Alltag bedeutet: Das heißt, mitten in der Nacht aus dem Bett zu springen, wenn der Pieper auslöst. Das heißt, am Arbeitsplatz alles fallen lassen, wenn es Alarm gibt. Das heißt, Feuer bekämpfen und notfalls Menschen aus den Flammen retten. Und das heißt, bei Verkehrsunfällen Verletzte oder auch Tote bergen. Und dabei nie zu wissen, ob das womöglich ein guter Freund oder sogar ein Verwandter ist, den man gerade aus den Trümmern seines Wagens schneidet.

Oft genug müssen Feuerwehrleute bei diesen Einsätzen selbst ihr Leben riskieren. Die drei Rietberger Löschzüge sind in Deiner Zeit als Stadtwehrführer zu tausenden von Einsätzen ausgerückt. Eins hat Dir als Einsatzleiter dabei immer besonders am Herzen gelegen: dass Deine Kameraden wieder heil und gesund nach Hause kommen. Und das hat immer geklappt – selbst bei so spektakulären Großbränden wie bei Pollmeier in Neuenkirchen, bei der Landdiele in Rietberg oder bei Röhr in Mastholte.
Feuerwehrmann werden – das ist nach wie vor ein Kindheitstraum. Viele dieser Kinder wissen aber nicht, was sie erwartet, wenn dieser Traum Realität wird. Das erfordert eine sehr, sehr große Bereitschaft, anderen Menschen zu helfen und den Preis dafür bereitwillig zu zahlen – nicht zu vergessen: das alles im Ehrenamt, also "nebenbei".
Dir, lieber Peter, war es ein besonderes Anliegen, junge Leute mit diesem Kindheitstraum für diese Realität zu gewinnen. Deshalb war Dir die Gründung der Jugendfeuerwehr vor zehn Jahren ein besonderes Anliegen. Diese junge Truppe zählt inzwischen 30 Nachwuchs-Blauröcke. Auch Deinen eigenen Sohn Dennis hast Du erfolgreich mit dem Feuerwehr-Virus infiziert: Er ist heute bei der Berufsfeuerwehr in Bielefeld.
Wie heißt es so schön: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Deine starke Frau heißt Dietlind. Sie hat Dir immer den Rücken gestärkt, wenn Du diese Ehrenämter übernommen hast. Und sie hat Dir den Rücken freigehalten, wenn Du deshalb familienmäßig ausfallen musstest. Im Namen der Stadt deshalb auch für Deine Frau ein herzliches Dankeschön.
Ein weiterer Dank gilt Deinem Arbeitgeber, der Firma Bertelsmann in Gütersloh. Das Unternehmen hat Dich immer großzügig unterstützt, wenn Deine Feuerwehr-Pflichten Dich vom Arbeitsplatz weggerufen haben.
Lieber Peter,
Du hast Dich in dieser langen und engagierten Zeit verdient gemacht um die Feuerwehr in unserer Stadt und alles, was rundherum dazugehört. Diese Verdienste will ich im Namen der Stadt Rietberg heute besonders würdigen.
Deshalb darf ich Dich heute mit der Verdienstmedaille der Stadt Rietberg auszeichnen. Diese Medaille ist für Bürger dieser Stadt bestimmt, die sich in besonderem Maße und über einen langen Zeitraum für diese Stadt eingesetzt haben. Und das war bei Dir ohne jeden Zweifel der Fall.
Deshalb musste ich auch keinerlei Überzeugungsarbeit leisten, als ich den Fraktionsvorsitzenden im Rat diese Ehrung vorgeschlagen habe: Innerhalb von fünf Minuten war der Fall geklärt. Alle haben spontan gesagt: Ja, das machen wir sofort mit. Das, lieber Peter, spricht für sich – und das spricht vor allem für Dich! Dieser Rat kennt Dich, Deine Einsatzfreude und Deine Verdienste. Und wir wissen sie zu schätzen.
Diese Medaille kann nach 43 Jahren Einsatz nur ein bescheidenes Dankeschön darstellen für die Zeit und die Kraft, die Du in Dein anspruchsvolles Ehrenamt investiert hast. Du bist übrigens erst der zweite Träger dieser Auszeichnung. Der andere ist der frühere Beigeordnete der Stadt, Stefan Dörhoff.
Im Namen der Stadt und des gesamten Rates wünsche ich Dir einen verdienten Feuerwehr-Ruhestand. Mit dem heutigen Tage wechselst Du in die Ehrenabteilung der Blauröcke. Ich kann mir allerdings denken, dass Du auch dort die Hände nicht in den Schoss legen wirst.
Alles Gute auf Deinem weiteren Weg.