Stadtrat beschließt Einmietung in neues Hallenbad


Rietberg. Der Rat der Stadt Rietberg hat am Dienstagabend in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig beschlossen, die Vertragsverhandlungen im Hinblick auf die Anmietung einer Schul- und Sportschwimmhalle am Standort der Kreisförderschulen am Torfweg weiterzuführen und die notwendigen Mietverträge schnellstmöglich abzuschließen. Damit erfüllt das politische Gremium nun den bereits im Dezember 2008 gefassten Grundsatzbeschluss, das Schul- und Vereinsschwimmen künftig in Mietform umzusetzen. Die Sportvereine werden dann die Möglichkeit haben, ihr Training in der neuen Anlage durchzuführen. Diese Anmietung ist zwingend erforderlich geworden, nachdem das bisherige Lehrschwimmbad im Stadtteil Neuenkirchen abgängig ist. Für den Schulschwimmsport der städt. und der Kreisschulen ist ein solches Schwimmbad laut Lehrplan des Landes (wie auch zum Beispiel Sporthallen oder -plätze) zwingend vorzuhalten.

Die Mietkosten sollen anteilig gemeinsam mit dem Kreis getragen werden, der das Bad für das Schulschwimmen der Förderschulen zu nutzen gedenkt.

"Aufgrund der Abklärung steuerrechtlicher komplizierter Fragen hatte sich das Vertragsabschlussverfahren verzögert", erklärte Bürgermeister André Kuper. "Nun sind weitgehend alle Fragen geklärt und die Verträge befinden sich bereits kurz vor ihrer endgültigen Formulierung. Wir beabsichtigen, uns für den Zeitraum von 25 Jahren einzumieten."

Das im Dezember vergangenen Jahres vom Rat geforderte Gutachten des Bundesfachverbandes Öffentlicher Bäder e.V. zur Wirtschaftlichkeit des Projektes liegt mittlerweile vor. Kuper: "Die bäderbaufunktionelle Prüfung der Planung hat als Fazit eine sehr gute Gesamtbewertung. Auch die betriebswirtschaftliche Prüfung kommt zu dem Schluß, dass die seitens des Investors vorgelegten Zahlen plausibel und ökonomisch vertretbar sind."

Intensiv diskutiert und abgewogen wurde am Dienstagabend ein neu bekannt gewordenes Angebot eines anderen Investors, der sich kürzlich bei Bürgermeister Kuper gemeldet hatte. Dieser bot der Stadt an, ein Hallenbad am Standort des Kolpinghauses zu errichten und ebenfalls als Mietobjekt für das Schulschwimmen der Kommune zur Verfügung zu stellen. Nach Auskunft Kupers war geplant, das Bad in den bestehenden Baukörper des Kolpinghauses einzufügen.

Die Ratsvertreter waren einstimmig der Meinung, auf ein solches Angebot nicht eingehen zu wollen. Nicht zuletzt die Standortfrage spielte dabei eine wesentliche Rolle insbesondere mit Blick auf die Förderschüler des Kreises, die bei dieser Lösung hätten extra in Bussen transportiert werden müssen. "Der Standort am Torfweg ist ideal, darin waren sich alle Fraktionen einig"; so Kuper.

Durch die Anmietung können Stadt und Kreis auf den eigenen Bau eines solchen Bades und die damit verbundenen Investitionen aus den öffentlichen Haushalten verzichten.