Stromsparpartys: Tipps vor Ort vom Fachmann



Energieberater Martin Brandis zu Gast bei Familie Leupold und deren Freunden – Stromsparpartys lösen individuelle Fragen zu Haushaltsgeräten und Co. Foto: Stadt Rietberg

Rietberg. "Tupper-Partys kennt man seit Jahrzehnten, Stromsparpartys erst seit kurzem. Diese neue Veranstaltungsform zur Energieberatung und damit zum Klimaschutz kommt bei den Bürgern jedoch sehr gut an." Anika Hering, Klimamanagerin der Stadt Rietberg und Martin Brandis, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW, gaben kürzlich den Startschuss für diese besonderen Informationsabende in Privathaushalten. Und freuen sich über die Resonanz: "Das Interesse ist da, ich war in der Aktionswoche fast ausgebucht, weitere Anfragen für 2014 liegen schon vor", erklärt Brandis.
So wird voraussichtlich im Frühjahr eine neue Reihe gestartet. Interessant für Ratsuchende sei das Konzept zur Stromsparparty, denn die Hausbesitzer können Verwandte, Freunde und Nachbarn zu sich einladen. "Das ist ein sehr guter Multiplikator. Zudem können anders als bei Fachvorträgen oder Informationen aus Flyern auch individuelle Fragen gelöst werden und das in gemütlicher Atmosphäre", so der Fachmann.
Strom sparen sei nicht nur wichtig für die Umwelt, sondern entlastet spürbar den eigenen Geldbeutel, erklärt Anika Hering. "In manchen Haushalten schlummern Stromfresser, an die man gar nicht mehr denkt, so wie Antennenverstärker auf den Dachböden" weiß Brandis. Neben Wasserbetten, Goldfischteichen und Aquarien konnte so manche weitere teure Energiequelle "entlarvt" werden. "Da kommen teilweise im Jahr über 1000 Kilowattstunden zusammen. Auch Heizungsanlagen mit älteren Umwälzpumpen sollten beachtet werden."
Nicht immer müssten stromnutzende Geräte aber gegen moderne Varianten ausgetauscht werden. Der Energieberater: "Wäschetrockner sind richtige Stromschlucker und häufig die größte Einzelverbraucher im Haus. Da ist am sparsamsten die Wäscheleine", schmunzelt er. Daneben lohnt es sich Haushaltsgeräte genau unter die Lupe zu nehmen und insbesondere auch das Stand-by-Verhalten zu prüfen. "Zahlreiche Geräte verbrauchen Strom auch wenn sie nicht benutzt werden. Unterhaltungselektronik, Mikrowelle, Herd und Co kann man in Gänze abschalten. Ein PC frisst sogar dann Strom, wenn er ausgeschaltet ist, hier hilft es, bei Nichtbenutzung einfach den Stecker zu ziehen." In lockerer Runde am Wohnzimmertisch informierte der Energieberater auch über moderne LED-Lampen, "in vielen Haushalten fanden sich Halogenbirnen, da gibt es große Einsparpotentiale."
Positiv zu bewerten ist die Bereitschaft aller Teilnehmer sich in Zukunft intensiver mit dem eigenen Stromverbrauch auseinander zu setzen, denn "nur ein Drittel konnte überhaupt auf Anhieb die Höhe des eigenen Verbrauchs nennen", so Brandis. Wie er aus der ersten Besuchsreihe bilanziert, "hat sich ein Großteil der Teilnehmer erstmals intensiv mit Fragen des Stromsparens beschäftigt. Und alle haben festgestellt: Es ist gar nicht so schwer wie man meinen könnte."
Weitere Informationen gibt es bei Anika Hering, Telefon (05244) 986326 und bei Martin Brandis, Telefon (05244) 905919.