Tour de Rietberg trifft den Nerv vieler Bürger



Auf dem Hof der Lohnunternehmerfamilie Dreisewerd in Varensell kam Bürgermeister Andreas Sunder mit vielen Bürgern ins Gespräch. Foto: Stadt Rietberg

Rietberg. Raus an die frische Luft, wo es Vieles zu entdecken gibt: An den insgesamt vier Terminen einer mobilen Bürgerbeteiligung, die Bürgermeister Andreas Sunder in den vergangenen Monaten angeboten hat, haben mehr als 530 Interessenten teilgenommen – mal zu Fuß, mal auf dem Fahrrad. Besondere Einblicke in Gewerbebetriebe und ehrenamtliche Projekte standen im gesamten Stadtgebiet auf dem Programm.

Das Fazit von Andreas Sunder fällt eindeutig aus: „Dies ist der richtige Weg der Bürgerbeteiligung: raus aus den Sälen und hin zum Ort des Geschehens. Die vielen Rückmeldungen, die ich erhalte, bestätigen mir, dass dieses Angebot genau den Nerv der Leute tritt.“ Direkt vor Ort lasse sich Stadtentwicklung eben immer noch am besten erklären.

Exklusive Einblicke in die Planungen für einen neuen Dorf- beziehungsweise Multifunktionsplatz hinter der St.-Laurentius-Kirche in Westerwiehe gab Andreas Sunder jetzt bei seiner vierten Etappe der „Tour de Rietberg“. Wieder waren 120 interessierte Bürger gekommen, um mit dem Bürgermeister von einem Ortsteil zum nächsten zu radeln; diesmal von Westerwiehe nach Varensell.

Zum Auftakt zeigte Sunder die mit der Dorfgemeinschaft Westerwiehe abgestimmte Entwurfsplanung. Diese Maßnahme soll als Dorferneuerungsprojekt 2020 angemeldet und so eine entsprechende Förderung bei der Bezirksregierung Detmold beantragt werden. Mit diesem Projekt möchte sich Westerwiehe im Jahr 2020 auch für das Dorferneuerungskonzept „Unser Dorf hat Zukunft“ bewerben. Die Idee, den Pfarrplatz sowie die Erweiterungsfläche im Bereich des ehemaligen Pfarrhauses umzugestalten, traf auf allgemeine Zustimmung. Ebenso die Vorhaben, die Radwege entlang der Berkenheide und der Westerwieher Straße in Richtung Steinhorst auszubauen.

Einblicke in das erfolgreiche Geschäftskonzept des Einzelhändlers Rudi Wilsmann gewährten dessen Söhne Dennis und Dustin: Die »anziehbar« bietet nicht einfach nur Hemden und Hosen zum Kauf, sondern ein attraktives Einkaufserlebnis. Das Ladenlokal, teils eine ehemalige Gaststätte, ist geschmackvoll eingerichtet und neben einer fachkundigen Beratung gibt es immer auch mindestens ein Getränk dazu. So auch jetzt, bei der Besichtigung der interessierten Gäste.

Sodann stiegen die rund 120 Rietberger auf ihre Fahrräder und radelten gemütlich nach Varensell. Bei dem landwirtschaftlichen Lohnunternehmen Dreisewerd staunten die Teilnehmer nicht schlecht, als Matthias Dreisewerd erklärte, dass sein Familienbetrieb inzwischen 15 Festangestellte, vier Auszubildende und 15 bis 20 Saisonkräfte beschäftigt. Neben einem umfangreichen Maschinen- und Fuhrpark sowie der Unterstützung bei der Gras- und Futterernte hat sich Dreisewerd noch ein weiteres Standbein aufgebaut: Weil er Erd-, Transport- und Tiefbauarbeiten anbietet, kann er seine Mitarbeiter das ganze Jahr über beschäftigen.

Zum Abschluss lud Bürgermeister Sunder auf die benachbarte Anlage des Reitvereins Rietberg-Druffel ein, wo Vereinsvorsitzender Rudolf Petermann den Verein und dessen Aufgaben vorstellte. Weil dort viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Springen, Dressur und Voltigieren trainieren, hat die Stadt den Verein in der Vergangenheit immer wieder finanziell unterstützt. Für die Dachsanierung, den Hallenboden und eine neue Beregnungsanlage gab die Stadt in den vergangenen  drei Jahren 36.000 Euro dazu. Für einen neuen Allwetter-Reitplatz hat der Stadtrat einen Zuschuss von 24.000 Euro in diesem Jahr bewilligt.

Andreas Sunder bedankte sich bei allen Mitwirkenden, die für die „Tour de Rietberg“ ihre Türen geöffnet hatten, und auch bei Konrad Buschsieweke, der zum Abschluss hinter dem Grill stand und für alle Würstchen grillte. Vor allem aber bei den Bürgerinnen und Bürgern, die seine Einladungen so zahlreich angenommen hatten.