Museum & Skulpturenpark

04.07.2018 bis 07.11.2018 
Dr. Wilfried Koch "Blumen, Frauen und Unfertiges"

Den Raum bestimmend hängt über dem Kamin des Museums Wilfried Koch das Gemälde “Rosen von Hilde”, das Dr. Wilfried Koch 1979 mit Öl, Spachtel und Pinsel geschaffen hat. Den wundervollen Blumenstrauß, 50 Rosen an der Zahl, erhielt er von seiner Ehefrau Hilde zum runden Geburtstag. “Und nicht nur diesen, sondern auch andere Blumensträuße habe ich im Bild festgehalten – zur Erinnerung”, so Dr. Koch. “Mein erstes Blumenbild war ein Aquarell”, erinnert sich Koch. “Welkende Blumen. Es entstand 1947, als ich eben noch 17 Jahre alt

war. Ich hatte es aus Liebeskummer gemalt.” Auch dieses “Urbild” ist jetzt in der Ausstellung “Blumen, Frauen und Unfertiges” in der Deele des Museums zu sehen. Doch insgesamt hat der Künstler nur wenige Stillleben geschaffen. Aber Menschenbilder mit Geschichten und Geschichte: Paris mit seinen drei nackten Grazien, “Big Mama” schlafend mit Kind. Eine Serie von fünf Frauenköpfen als Studien für malerische Techniken. Unfertige Porträts vom Sohn und von vier Frauen, deren eine nicht zur 2. Sitzung kam weil sie dem Auftraggeber gerade weggelaufen war.

Auf der Galerie wird die Ausstellung “Nach dem II. Weltkrieg: Die Familie” gezeigt. Sie besteht größtenteils aus Zeichnungen und versammelt Porträts und Kurzberichte Familienangehöriger von Dr. Koch aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren. Der Krieg hatte die Familie in alle Winde versprengt. Der Vater und der Bruder waren im Feld, er selbst und die Schwester mit der Kinderlandverschickung ins Ausland verbracht. Doch die ganze Familie überlebte den Krieg. An die harte Nachkriegszeit voller Hunger erinnert sich Koch. Auch davon legen die Bilder der Ausstellung Zeugnis ab. Insgesamt 53 Werke haben dieses Mal einen Platz in dem Fachwerkhaus des 18. Jahrhunderts an der Emsstraße gefunden.

Über das Kunsthaus Rietberg - Museum Wilfried Koch

Kunsthaus RietbergDas Museum Wilfried Koch entstand in einem Rietberger Ackerbürgerhaus aus dem Jahr 1767 (Inschrift), das über eine durchgehende Deele verfügt. Damit eignet es sich sowohl für Ausstellungen als auch für kleinere Veranstaltungen. Seit 2007 beherbergt das Haus das malerische und zeichnerische Werk des Künstlers Dr. Wilfried Koch, ergänzt um Unterlagen und Dokumente zu seiner Person und zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten, die die Eheleute Koch durch eine Zustiftung der Sparkassenstiftung Rietberg zur Verfügung stellten.
1929 in Duisburg geboren und seit vielen Jahren im Rietberger Stadtteil Varensell ansässig, wurde der Künstler einem breiten internationalen Publikum zunächst durch seine »Kleine Stilkunde der Baukunst« (1967) und später vor allem durch die große »Baustilkunde – Europäische Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart« (1982) bekannt. Beides sind Standardwerke, die bisher insgesamt mehr als 70 deutsche Auflagen und 21 Übersetzungen, darunter ins Russische, Chinesische und Japanische, erlebt haben. Dr. Koch ist Mitglied der »Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste« in der Klasse »Weltreligionen«.
Die Stadt Rietberg präsentiert in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Sparkasse Rietberg rund um das Kunsthaus und im Rietberger Klostergarten 19 Bronzeskulpturen des Künstlers. Rund 100 Gemälde und rund 700 Zeichnungen werden in regelmäßig wechselnden Ausstellungen im Museum präsentiert.

Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch

Emsstraße 10, 33397 Rietberg
Tel (05244) 986-373
Fax (05244) 986-17373
Bereich: Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch

Öffnungszeiten

Von Oktober bis März; außer Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester

Montag
geschlossen
Dienstag
14.30 - 18.00 Uhr
Mittwoch
14.30 - 18.00 Uhr
Donnerstag
14.30 - 18.00 Uhr
Freitag
14.30 - 18.00 Uhr
Samstag
14.30 - 18.00 Uhr
Sonntag
14.30 - 18.00 Uhr

April bis September; Ostern und Pfingsten nur am zweiten Feiertag

Montag
geschlossen
Dienstag
14.30 - 18.00 Uhr
Mittwoch
14.30 - 18.00 Uhr
Donnerstag
14.30 - 18.00 Uhr
Freitag
14.30 - 18.00 Uhr
Samstag
11.00 - 18.00 Uhr
Sonntag
11.00 - 18.00 Uhr

Weitere Ausstellungen

20.11.2018 bis 13.01.2019
“Sakrale Kunst in Rietberg”
400 Jahre Franziskanerkloster Rietberg. Kunstausstellung zum Jubiläum

Das Jubiläum »400 Jahre Gründung des Franziskanerklosters Rietberg 1618-2018» nimmt das Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch zum Anlass für eine eindrucksvolle Sonderausstellung. Unter dem Titel »Sakrale Kunst in Rietberg. Zeichen und Bildwerke christlicher Frömmigkeit aus mehreren Jahrhunderten« sind rund 30 Objekte versammelt, die allen Interessierten einen anschaulichen Überblick über die Vielfalt und den Reichtum künstlerischen Schaffens im Dienste christlicher Frömmigkeit in der ehemaligen Grafschaft Rietberg ermöglichen.

Die Ausstellung ist vom 20. November bis zum 13. Januar zu sehen und richtet ihr besonderes Augenmerk auf die Leistungen einer für die ostwestfälische Region und ihre Gläubigen geschaffenen Kunst, die den jeweiligen Zeitgeist und seine religiöse Anschauung widerspiegelt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die für die Kirchen des Rietberger Landes geschaffene Kunst immer vielfältiger und reicher.

Madonna mit Kind im Schreingehäuse, 16. und 17. Jahrhundert (Foto: Ansgar Hoffmann, Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn)

Barocke Messgewänder, malerische Bildwerke, liturgische Gefäße und feingearbeitete Skulpturen wurden für die Ausstellung zusammengetragen. Darunter befinden sich einzigartige Kostbarkeiten, filigrane Werke der Goldschmiedekunst, wie etwa das sogenannte Rietberger Baumreliquiar, eine Reliquienmonstranz, die wohl 1743 in Wien geschaffen worden ist. Dieses sonst im Diözesanmuseum Paderborn ausgestellte Kleinod wurde von Gräfin Maria Ernestine Franziska von Kaunitz-Rietberg (1687-1758) für die Pfarrei St. Johannes Baptist Rietberg gestiftet.

Ebenso wird für diese Ausstellung kurzzeitig das sogenannte  »Muttergotteshäuschen« (Bielefelder Meister, um 1660) nach Rietberg zurückkehren, das Gräfin Anna Catharina von Salm-Reifferscheidt († 1691) für eine Marienstatuette aus dem 16. Jahrhundert anfertigen ließ. Weiterhin werden Beispiele der »eigentlichen Schätze« der Kirche präsentiert. Gemeint sind Reliquien in ihren kostbaren Gefäßen. Diese verehrten Überreste von Heiligen stellten einst den »wahren Reichtum« einer Kirche dar.

Die Ausstellung wurde zusammen mit dem Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn, der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Rietberg, der katholischen Kirchengemeinde St. Anna in Verl und dem Heimatverein Rietberg vorbereitet.

Über den Klostergarten Rietberg - Skulpturenpark Wilfried Koch

Der Klostergarten an der Ems, der bis 1975 von den Franziskanern genutzt, bevor er mit der Aufhebung des Klosters geschlossen wurde, erwachte 2007 aus einem über dreißig Jahre dauernden Dornröschenschlaf. Mit Hilfe des Programms “Neue ‘Alte’ Gärten” in Ostwestfalen Lippe konnte dieser in die Gegenwart überlieferte innerstädtische Naturraum wiederhergestellt und zu einem öffentlichen Park umgestaltet werden. In Verbindung mit den Skulpturen von Dr. Wilfried Koch ist auf diese Weise ein idealer Verweil- und Erholungsort für die Bewohner des historischen Stadtkerns von Rietberg und seiner Besucher entstanden.

Ansprechpartner

Thorsten Austermann

Emsstraße 10, 33397 Rietberg
Tel (05244) 986-376
Fax (05244) 986-17376
Bereich: Leiter Kunsthaus Rietberg, Stadtarchiv

Brigitte Budde

Emsstraße 10, 33397 Rietberg
Tel (05244) 986-375
Bereich: Kunsthaus Rietberg - Museum Wilfried Koch