Wenig Aufwand – viel Ertrag für die Umwelt


Klimamanagerin gibt Tipps für den Alltag


Rietberg. Dieser Sommer ist in jeder Hinsicht rekordverdächtig. Zu wenig Regen, dafür seit Wochen extreme Hitze mit sehr hohen Temperaturen. Wissenschaftler sind sich sicher: Das sind bereits Auswirkungen des Klimawandels. Die Erderwärmung schreitet voran. Bei der Stadt Rietberg steht das Thema Klimaschutz seit vielen Jahren ganz oben auf der Agenda. Unter anderem ist die Emsstadt erst kürzlich zur Masterplan-Kommune ernannt worden. Svenja Schröder, Klimamanagerin bei der Stadtverwaltung, gibt Tipps, die jeder ohne viel Aufwand im Alltag umsetzen kann, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

 

Auf viele Rahmenbedingungen haben Einzelne keinen Einfluss – so zum Beispiel die Frage, wie Klimaschutz in anderen Länder gehandhabt wird, oder ob entsprechende Gesetze erlassen werden. Aber die Rietberger Klimamanagerin betont: „Jeder kann einen Beitrag leisten. Jede noch so kleine Bemühung ist wertvoll und zählt.“ Denn klimafreundlich ist, wenn alle gemeinsam weniger Energie und Ressourcen verbrauchen.

 

Die Top-5-Tipps von Svenja Schröder (einfach umsetzbar im Alltag):

  1. Recyclingpapier benutzen: Ob Toilettenpapier, Schulmaterial oder Druckerpapier im Büro. Für Papier sollten keine Bäume mehr gefällt werden. Denn Bäume speichern CO2 dauerhaft und wandeln es in Sauerstoff um, den wir zum Atmen brauchen.
  2. Für Kurzstrecken das Auto stehen lassen: Alltagswege zum Bäcker, zur Schule oder zur Arbeit, die um fünf Kilometer lang sind, lassen sich gut mit dem Rad bewältigen. Damit schont man die Umwelt und tut noch etwas Gutes für seinen Geldbeutel und die eigene Gesundheit.
  3. Auf Ökostrom setzen: Das Verbrennen von Kohle für Energiegewinnung ist einer der Spitzenreiter bei der Entstehung von Treibhausgasen. Ökostrom ist erschwinglich – die Mehrkosten entsprechen etwa einmal Essengehen pro Monat.
  4. Konsequent das Licht ausschalten: Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde zählt. Nur eine Lampe scheint wenig auszumachen, doch wenn alle Rietberger immer das Licht in nicht genutzten Räumen – auch bei der Arbeit ‒ ausschalten, können alle gemeinsam viel Energie sparen.
  5. Mehrweg statt Einweg: Jede Einweg-Plastikflasche verbraucht wertvolles Erdöl, das zum Beispiel in der Medizin viel dringender gebraucht wird. Nur 80 Prozent der in PET-Flaschen enthaltenen Rohstoffe können stofflich wiederverwendet werden. 20 Prozent werden verbrannt und gelangen wieder als Treibhausgase in die Luft.

Hintergrund:

Weltweit politisch beschlossen worden ist das Ziel, die Zwei-Grad-Marke zur maximalen globalen Erderwärmung nicht zu überschreiten. Innerhalb der letzten 30 Jahre hat sich die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur in NRW bereits um ca. 1 Grad Celsius erhöht im Vergleich zu den 30 Jahren davor. Derzeit liegt die generelle Erwärmung bereits bei 1,2 Grad Celsius. Um das Ziel noch einhalten zu können, muss der Ausstoß von Treibhausgasen stark reduziert werden. Die Stadt Rietberg stellt sich seit 1998 dieser globalen Herausforderung auf lokaler Ebene. Mit dem Klimapark, vielen Vorzeige-Projekten im Klimaschutz und als eine von 41 „Masterplan 100% Klimaschutz“ Kommunen in Deutschland, hat die Stadt bereits viele Weichen für eine lebenswerte Zukunft gestellt. Auch in den nächsten Jahren werden viele Projekte in den vier Handlungsfeldern des Masterplans umgesetzt: Mobilität, Wirtschaft, Ernährung/Konsum/Bildung sowie Bauen und Wohnen. Wer sich einbringen möchte, kann sich bei Klimaschutzmanagerin Svenja Schröder melden: Telefon 05244 / 986 279, E-Mail: svenja.schroeder@stadt-rietberg.de

 

Kurz nachgefragt bei Klimaschutzmanagerin Svenja Schröder:

Frage: Glauben Sie, dass sich der Klimawandel noch aufhalten lässt und wir wenigstens die 2-Grad-Erderwärmungs-Grenze einhalten können?

Svenja Schröder: Ich hoffe das sehr und denke, es ist möglich. Sonst könnte ich meinen Job gar nicht machen. Aber wir dürfen nicht lockerlassen in unseren Bemühungen. Nur wenn alle mitmachen, haben wir eine realistische Chance.

Frage: Führt das Thema Klimaschutz immer noch ein Dasein in der Nische, oder haben Sie das Gefühl, dass es bei den Menschen angekommen ist?

Svenja Schröder: Natürlich ist es oft ein mühsames Geschäft, Menschen zu weniger Konsum zu bewegen oder sie für den Klimawandel zu sensibilisieren. Aber in den vergangenen Jahren hat sich erfreulicherweise einiges getan. Jetzt müssen wir allerdings dranbleiben und am besten schnell noch eine Schüppe drauflegen.

Bildzeile:

Viel Wind um´s Klima macht Svenja Schröder. Sie ist Klimaschutzmanagerin der Stadt Rietberg. Ihre Top 5 in Sachen Klimaschonung zeigt sie auf dieser Ansicht. Foto: Stadt Rietberg