Innenstadtentwicklung

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Rietberg auf dem Weg zum City-Outlet-Center

Das Modell gibt es bisher in ganz Deutschland erst einmal, nun soll es auch nach Rietberg kommen: ein City-Outlet-Center. Vorbild für das Konzept ist die Kleinstadt Bad Münstereifel, in der im August 2014 das erste Center dieser Art eröffnet worden ist. Der Grundgedanke: Die Geschäfte fügen sich – anders als bei klassischen Outlet-Centern außerhalb der Stadt – harmonisch in die bestehende Innenstadt ein.
Auf dieser Seite gibt es gesammelt alle Informationen rund um das Projekt.

Viele Infos zu den aktuellen Plänen auch auf der Internetseite www.co-rietberg.de.

Alle Termine für weitere Informationsveranstaltungen (jeweils ab 19 Uhr im Ratssaal des Alten Progymnasiums):

  • Mittwoch, 28. Juni Einzelhandelskonzept mit Fachmarktzentrum und Neubau Aldi an der Westerwieher Straße
  • Mittwoch, 30. August Bebauungsplan Nordtor mit der Straße Im Wullbrock und Erweiterungsplänen des Lind-Hotels
  • Dienstag, 5. September Neubauten und Umgestaltung Ribérac-Platz am Südtor
  • Donnerstag, 7. September Neubau Jugendhaus auf der Freibadwiese als Ersatz für die Südtorschule
  • Donnerstag, 14. September Verkehrsplanung COC

FRAGENKATALOG: Unter diesem Link gibt es häufig gestellte Fragen – und die Antworten der Stadtverwaltung dazu. Die Übersicht wird laufend aktualisiert.
Weitere Fragen und Anregungen senden Sie gern per E-Mail an innenstadt(at)stadt-rietberg.de.

 

Alle Präsentationen/Gutachten zum Thema

Bürgerversammlung 13. Juni 2017

Pressemitteilung vom 14.06.2017:

Rietberg. Großes Thema, großes Interesse: 300 Besucher haben sich am Dienstagabend im Rahmen einer Bürgerversammlung in der Rietberger Cultura über die City-Outlet-Center-Pläne informiert, für die es insgesamt viel Applaus und Zustimmung gab. Zentrale Botschaft des Abends von den Investoren Leon und Tom Meyer, Bürgermeister Andreas Sunder und Gutachter Dr. Joachim Will (Büro Ecostra): Das überarbeitete Konzept mit Neubauten an Nord- und Südtor sowie der Rathausstraße als zentraler Verbindung ist durchdacht, vielversprechend und wirtschaftlich tragfähig.

Investor Leon Meyer stellte noch einmal das neue Modell vor, Bürgermeister Andreas Sunder skizzierte die begleitenden Maßnahmen, für die die Stadt Rietberg verantwortlich ist, so etwa die Änderung von Bebauungsplänen oder die Schaffung entsprechender Infrastruktur. Ebenfalls auf dem Podium war Dr. Joachim Will vom Büro Ecostra aus Wiesbaden. Der ausgewiesene Fachmann für das Thema Einzelhandel hatte bereits vor zwei Jahren eine Machbarkeitsstudie erstellt und war zu dem Schluss gekommen, dass ein City-Outlet-Center in Rietberg gut funktionieren kann.

Konzept City-Outlet funktioniert nicht überall

Auch die überarbeitete Planung – das so genannte Knochenmodell mit Neubauten an zwei Enden und der Rathausstraße dazwischen – hat der Experte unter die Lupe genommen. Er bezeichnete diese Idee als gute und konsequente Weiterentwicklung des ursprünglichen Modells. Unabhängig davon stellte er klar: „Das Konstrukt City-Outlet-Center ist nicht beliebig austauschbar. Es funktioniert höchstens in fünf Städten in ganz Deutschland.“ Denn es müssten gleich mehrere günstige Faktoren vereint sein, damit ein Standort geeignet sei. „Sie können nicht irgendwo ein Outlet in der Stadt eröffnen und schon strömen die Kunden – das klappt nicht. Entscheidend ist, dass sie über ein großes Einzugsgebiet verfügen, gut erreichbar und  touristisch sehr attraktiv sind.“ Denn, so der Gutachter: „Nur um einzukaufen, kommt niemand zu Ihnen. Das kann man schneller und bequemer im Internet erledigen. Einkaufen ist in diesem Fall nicht mehr Selbstzweck, sondern Erlebnis. Mit dem Gartenschaupark und einer äußerst ansehnlichen Stadt bieten Sie dieses Erlebnis.“

Alles Wissenwerte zu den Planungen für ein COC präsentierten (unter anderem) Bürgermeister Andreas Sunder (links) und Investor Leon Meyer. Fotos: Stadt Rietberg
Alles Wissenwerte zu den Planungen für ein COC präsentierten (unter anderem) Bürgermeister Andreas Sunder (links) und Investor Leon Meyer. Fotos: Stadt Rietberg

Bad Münstereifel – zufriedene Mieter, zufriedene Marken

Seit der Eröffnung des ersten und bislang einzigen City-Outlet-Centers in Bad Münstereifel habe es hunderte Anfragen aus anderen Städten gegeben, die diese Idee kopieren möchten, informierte Dr. Will. Einige wenige hätten sich mit ersten Planungen auf den Weg gemacht, viele davon seien allerdings schon in der ersten Phase gescheitert, weil sie die Rahmenbedingungen nicht erfüllen. Dr. Will: „Ein City-Outlet ist eben eine Nische in der Nische.“ Zwei Jahre nach der Eröffnung sei Bad Münstereifel heute sehr erfolgreich. Mieter und Marken seien zufrieden, denn der Umsatz wachse. „Nicht so extrem wie etwa bei den größeren Outlet-Centern wie  Roermond oder Soltau, aber auf vergleichsweise hohem Niveau.“

Was passiert, wenn es nicht klappt?

Was passiert, wenn das COC in Rietberg nicht funktioniert, wollten einige Bürger in der anschließenden Fragerunde wissen. Investor Leon Meyer betonte: „Wir wissen, dass es laufen wird. Deshalb haben wir im Vorfeld die ausführliche Machbarkeitsstudie erstellen und uns umfassend beraten lassen. Aber selbst für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass es nicht klappen sollte, sind die Neubauten so flexibel gestaltet, dass sie auch andere Nutzungen erlauben.“ Ob die Stadt Rietberg eine Bürgschaft für die Betreibergesellschaft übernommen habe, konnte Bürgermeister Andreas Sunder verneinen. Welche Kosten generell auf die Stadt Rietberg zukommen, vermochte der Verwaltungschef zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht detailliert zu beziffern, betonte aber: „Das ist im Vergleich zu dem Millionenbetrag, den die Meyers investieren, eher gering.“ Gebäude und Parkhäuser würden von Familie Meyer gebaut, Maßnahmen wie den Umbau des Rathausvorplatzes finanziere die Stadt. „Allerdings mit einer 70-prozentigen Förderung“, sagte Sunder. Durch den Verkauf von Grundstücken erziele die Stadt zudem auch Erträge, die sich im unteren siebenstelligen Bereich bewegen. „Sobald einzelne Bau- und Infrastrukturmaßnahmen konkreter werden, können wir auch Kosten genau darstellen.“ Sie werden im Haushaltsplanentwurf 2018, der Ende des Jahres vorgestellt wird, nachzulesen sein.

Parkhaus am Schulzentrum weiterhin Thema

Dass die Stadt weiterhin am Bau eines Parkhauses am Schulzentrum festhalte, erläuterte Andreas Sunder nach einer weiteren Frage aus dem Publikum. Zusätzlich zu den Parkhäusern und Tiefgaragen, die die COC-Betreiber in Eigenregie errichten, seien weitere Parkplätze am Schulzentrum ohnehin dringend erforderlich, sagte er. „Uns erreichen seit Jahren immer wieder Beschwerden über zu wenig Parkraum an diesem Standort. Cultura, Freibad, Schule oder Gartenschaupark – der Bedarf ist enorm, die zur Verfügung stehende Fläche dagegen begrenzt.“ Die Stadtverwaltung werde dieses Thema weiter verfolgen.

Die nächsten Versammlungen

Etliche Detailfragen der Bürger konnten am Dienstag ebenfalls beantwortet werden. Unter anderem standen nach der Versammlung Vertreter aller politischen Parteien, der Stadtverwaltung sowie die Investoren für Einzelgespräche bereit. Darüber hinaus bietet die Stadt Rietberg in den kommenden Wochen weitere öffentliche Infoabende zu folgenden Themenschwerpunkten an, und zwar jeweils ab 19 Uhr im Ratssaal des Alten Progymnasiums:

  • 28. Juni Einzelhandelskonzept mit Fachmarktzentrum und Neubau Aldi an der Westerwieher Straße
  • 30. August Bebauungsplan Nordtor mit der Straße Im Wullbrock und Erweiterungsplänen des Lind-Hotels
  • 5. September Neubauten und Umgestaltung Ribérac-Platz am Südtor
  • 7. September Neubau Jugendhaus auf der Freibadwiese als Ersatz für die Südtorschule
  • 14. September Verkehrsplanung COC

Start frei für das Planverfahren zum City-Outlet

Pressemitteilung vom 31.05.2017:

 

Einstimmiges Votum für das City-Outlet-Center Rietberg und die Erweiterung des Lind-Hotels: Der Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss hat am Dienstag in seiner Sitzung sowohl das Planverfahren für das COC als auch für die Erweiterung des Lind-Hotels eingeleitet. Sämtliche Aufstellungsbeschlüsse sind einmütig gefasst worden. Das Gesamtkonzept mit Neubauten am Nord- und Südtor und der Rathausstraße als zentraler Verbindung dieser beiden Standorte wurde von allen Fraktionen durchgängig positiv bewertet.

Insbesondere aus städtebaulicher Sicht sei das Modell zu begrüßen, waren sich die Politiker einig. Die Rathausstraße mit ihren vielen historischen Bauten bleibt unangetastet. Lediglich der Platz vor dem historischen Rathaus soll aufgewertet und in eine Mischverkehrsfläche umgewandelt werden. Als ideale Lösung bezeichneten die Mitglieder des Ausschusses den Vorschlag der Verwaltung, auf einem Teil der Freibadwiese ein neues Jugendhaus zu bauen. Die bestehenden Räume in der Südtorschule müssen aufgegeben werden, weil dieses Objekt für eine COC-Nutzung verkauft wird.

Für die überarbeiteten COC-Pläne der Rietberger Investoren Tom und Leon Meyer gibt es eine Woche nach der Vorstellung viele positive Rückmeldungen, betont Bürgermeister Andreas Sunder. Geschäftsleute, Gastronomen, Bürger und Politiker seien sehr angetan von der so genannten „Knochenvariante“. Der Knochen steht symbolisch für zwei Magnete an Nord- und Südtor mit der Rathausstraße als Verbindung zwischen beiden Polen. „Besonders die gelungene Architektur und die von den Investoren geschaffenen vielfältigen Parkmöglichkeiten kommen sehr gut an“, schildert der Bürgermeister seine Eindrücke aus vielen Gesprächen.

In einem nächsten Schritt muss der Stadtrat der Empfehlung des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses zustimmen. Er tagt am Mittwoch, 7. Juni. Wenn auch er den Weg frei macht, können die detaillierten Pläne demnächst in die so genannte Offenlage gehen. Das heißt, Bürger und Behörden können die Pläne einsehen und dazu Stellung beziehen. Eine erste Bürgerversammlung ist für Dienstag, 13. Juni, 19 Uhr, in der Cultura geplant. Weitere (zu vielen Einzelaspekten des Projekts) sollen folgen.

Hier finden Sie die Präsentationen zum COC von Investor Leon Meyer und Bürgermeister Andreas Sunder:

Neue Perspektive für das City-Outlet Rietberg

Pressemitteilung vom 23.05.2017:

 

Die Realisierung eines City-Outlet-Centers (COC) in Rietberg rückt in greifbare Nähe. Die Rietberger Planer und Investoren Tom und Leon Meyer haben heute gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Sunder verkündet, dass das Projekt jetzt in die nächste Phase gehen kann. Im August 2015 hatten die Initiatoren und die Stadt Rietberg die Idee erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Bisher fehlte für das Projekt die nötige Verkaufsfläche von ca. 9.000 Quadratmetern in der Rietberger Innenstadt, diese war allein durch Leerstände in der Innenstadt und einen Neubau am Südtor nicht darstellbar.

Das Foto zeigt (von links) Bürgermeister Andreas Sunder und die Investoren Tom und Leon Meyer.
Das Foto zeigt (von links) Bürgermeister Andreas Sunder und die Investoren Tom und Leon Meyer.

Mit einem neuen Modell möchten Tom und Leon Meyer mit Unterstützung der Stadt Rietberg nun den zentralen Versorgungsbereich endlich wieder mit Leben füllen. Die Rietberger Innenstadt verzeichnet seit Jahren eine konstant hohe Zahl leerstehender Ladenlokale. Viele Geschäfte, die zwischenzeitlich neu eröffnet hatten, mussten oft nach kurzer Zeit wieder schließen. Für Bürgermeister Andreas Sunder der Beweis, dass ein ganz neues Konzept her muss, um aus Rietberg auch dauerhaft wieder eine Einkaufsstadt zu machen und den erfolgreichen Einzelhändlern und Gastronomen eine Perspektive aufzuzeigen.

Das geplante Modell nutzt die Rathausstraße als zentrale Verbindung zwischen zwei Neubauten, die künftig City-Outlet-Geschäfte beherbergen könnten: einer würde wie  geplant am Südtor, ein weiterer am Nordtor entstehen. Voraussetzung für die Umsetzung sämtlicher Überlegungen ist die Zustimmung der politischen Gremien. Ausschüsse und Stadtrat müssen in den nächsten Wochen entsprechende Planverfahren mit frühzeitiger Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung in die Wege leiten. Denn an vielen Stellen müssen bestehende Bebauungspläne geändert beziehungsweise Planungsrecht überhaupt erst geschaffen werden.

An folgenden Standorten könnte sich das Gesicht der Stadt künftig verändern:

Nordtor – ehemalige Aldi-Fläche

Der Aldi-Markt verlässt seinen jetzigen Standort an der Wiedenbrücker Straße und strebt einen Neubau an der Westerwieher Straße an. Die frei werdende Fläche steht für einen COC-Neubau zur Verfügung. Der eingeschossige Bau würde u-förmig auf dem Grundstück angeordnet werden und über eine neu geschaffene Multifunktionsfläche im Bereich der Straße „Im Wullbrock“ erschlossen werden.  Unter dem Gebäude ist zudem eine Tiefgarage mit ca. 140 Stellplätzen vorgesehen, die über die Wiedenbrücker Straße zu erreichen ist.

Nordtor – Lind-Hotel-Erweiterung

Das Lind-Hotel möchte einen weiteren Anbau errichten. Die Stadt Rietberg beabsichtigt, zu diesem Zweck einen kleinen Teil der Rathausstraße im Bereich der Einfahrt abzugeben. Der Anbau würde an das bestehende Restaurant Mauritz andocken. Das wiederum würde eine leichte Verlegung der Rathausstraße in Richtung „Am Balkan“ erfordern. Die Hotel-Erweiterung im östlichen Bereich der Rathausstraße ist Teil des gesamten Planverfahrens, weil die  Fläche gemeinsam mit dem ehemaligen Aldi-Standort als ein zusammenhängendes Areal betrachtet werden soll.

Nordtor – Emsinsel
Mehrere Grundstücke gegenüber der Lind-Hotel-Terrasse (unter anderem auch ein bebautes) werden in die COC-Planungen einbezogen. Ersatzflächen für die jetzigen Eigentümer werden bereitgestellt. In eingeschossiger Bauweise könnte ein Gebäude entstehen, das eine Sichtverbindung vom ehemaligen Aldi-Standort weiter Richtung Rathausstraße gewährleistet, so dass die Kunden erkennen, es befinden sich weitere Geschäfte an der Rathausstraße und im Verlauf bis zum Südtor.

Rathausstraße
Sie wäre das verbindende Element zwischen den zwei COC-Neubauten am Nord- und Südtor. Angestrebt ist ein (teilweise schon bestehender) Mix aus Einzelhändlern sowie Restaurants und Gaststätten sowie einzelner COC-Geschäfte.
Mittelfristig ist eine Umgestaltung des Platzes vor dem historischen Rathaus vorgesehen. Angedacht ist, die Straße an dieser Stelle in eine Mischverkehrsfläche umzuwandeln, auf der Fußgängern Vorrang eingeräumt wird. Entsprechende Planungen sind in der Vergangenheit bereits öffentlich vorgestellt worden.

Südtor
Am Südtor würde ein Neubau mit ca. 25 Shops entstehen. Ladenlokale wären sowohl im Erdgeschoss als auch im ersten Obergeschoss des Gebäudes angesiedelt. Vorgesehen ist der Bau eines Parkhauses (die Einfahrt erfolgt über die Heinrich-Kuper-Straße) mit direktem Zugang zum ersten Obergeschoss. Das Parkhaus ist für alle Interessenten (nicht nur für COC-Kunden) geöffnet. Bestehende öffentliche Kurzzeitparkplätze  am Südtor blieben in ihrer Anzahl nahezu unverändert. Das Gebäude des Superschnäppchens und ein Wohnhaus müssten abgerissen werden.
Die Stadt Rietberg plant die Alte Südtorschule wie vorgesehen zu verkaufen, damit sie ebenfalls für COC-Zwecke genutzt werden kann. Das dort ansässige Jugendhaus würde dann umsiedeln, und zwar in einen eingeschossigen Neubau auf einem Teil der Freibadwiese am Torfweg, den die Stadt errichten würde. Es handelt sich um einen idealen, innenstadtnahen Standort, der in enger Abstimmung mit den Beteiligten gewählt worden ist.

Schulzentrum Torfweg

Die Stadt Rietberg möchte auf dem bestehenden Parkplatz ein Parkhaus mit 400 bis 500 Stellplätzen errichten. Auch unabhängig vom COC ist dort seit Jahren der Bedarf für weitere Parkmöglichkeiten gegeben. Insbesondere der Gartenschaupark, das Freibad, die Cultura und das Schulzentrum lösen diesen Bedarf aus. Das Planverfahren soll allerdings erst nach der Vorstellung der Pläne zur Zukunft des Rietberger Schulzentrums starten.

Die nächsten Schritte:

Am Dienstag, 30. Mai, wird sich der Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss in öffentlicher Sitzung mit den einzelnen Bebauungsplänen befassen, die anschließend am Mittwoch, 7. Juni, im Stadtrat erneut erörtert werden. Wenn es eine Mehrheit dafür gibt, diese Planungen weiter zu verfolgen und in den Beteiligungsprozess einzusteigen, werden entsprechende Aufstellungsbeschlüsse gefasst.

Für Dienstag, 13. Juni, ist eine Bürgerversammlung im Rundtheater Cultura geplant. Dort werden Bürgermeister Andreas Sunder und die Investoren die Planungen zum City-Outlet-Center vorstellen. Beginn ist um 19 Uhr.

Darüber hinaus sollen weitere Bürgerversammlungen zu Teilthemen angeboten werden (z.B. Verkehrskonzept) sowie eine Busfahrt nach Bad Münstereifel (Gelegenheit zum Gespräch mit der dortigen Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian und Fraktionsvorsitzenden der Parteien). Termine stehen noch nicht fest.

Weitere Informationen und Ansichten unter www.co-rietberg.de

Ein aktualisiertes Gutachten des Büros Ecostra zu den neuen Plänen finden Sie hier: Büro_Ecostra_Kurzstellungnahme City Outlet Center Rietberg Konzeptmodifikation 2017

COC: Kaum Auswirkungen auf andere Städte

Pressemitteilung vom 25.05.2016:

 

Rietberg. Wie würde sich ein City-Outlet-Center (COC) in Rietberg auf die Zentren umliegender Städte auswirken? Das hat das Büro Ecostra im Auftrag der Stadt Rietberg analysiert. Kritisch wird es laut Experte Dr. Joachim Will, wenn vom Gesamtumsatz der zentrenrelevanten Sortimente in einer Stadt 10 Prozent oder mehr an das COC abfließen. Von solchen Zahlen ist Rietberg allerdings weit entfernt.

„Wir liegen bei allen betrachteten Städten sehr deutlich unter zwei Prozent“, erklärte Dr. Will am Dienstag im Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss, wo er die Analyse erstmals vorgestellt hat. Das bedeute, ein City-Outlet-Center in Rietberg sei klar verträglich mit dem Einzelhandel in umliegenden Städten und würde ihm nicht in unzumutbarer Weise schaden.

So sehen die Zahlen im Einzelnen aus: Aus der Stadt Bielefeld würden 1,2 Prozent des gesamten untersuchungsrelevanten Branchenumsatzes nach Rietberg fließen, aus Lippstadt 1,3 Prozent, aus Gütersloh 0,6 Prozent und aus Rheda-Wiedenbrück 0,4 Prozent (weitere Städte: siehe Link zur Gesamtanalyse am Ende dieses Textes). „Diese Werte sind so gering, dass sie den völlig normalen konjunkturellen Schwankungen entsprechen, denen jeder Einzelhändler unterliegt. Wer deshalb aufgeben muss, der ist generell wirtschaftlich nicht gesund aufgestellt“, erklärte Dr. Will.

Rietberg ist die einzige und erste Stadt in Deutschland (bezogen auf jene Städte, die ein City-Outlet-Center planen oder schon realisiert haben), die eine solche Analyse in Auftrag gegeben hat. „Andere Städte nehmen nicht so viel Rücksicht auf ihre Nachbarn“, betonte Will. Die Zahlen, die Grundlage für seine Betrachtung waren, hätten die Städte selbst zur Verfügung gestellt.

Verkehrsgutachten vorgestellt

Pressemitteilung vom 18.12.2015:

 

Mit großem Interesse und überwiegend positiv haben Rietbergs Bürger mögliche verkehrliche Veränderungen in ihrer Innenstadt aufgenommen. Stadtplaner Dr. Peter Sienko und Diplom-Ingenieur Daniel Ebbers vom Planungsbüro ISAPlan, Leverkusen, stellten Ideen vor, wie sich die verkehrliche Situation in der Kernstadt verbessern lässt. Denn: Befriedigend ist das Zusammenspiel von Autoverkehr, Fußgängern und Radfahrern auf der Rathausstraße schon jetzt nicht. Erst in einem zweiten Schritt zeigten Ebbers und Sienko die Auswirkungen eines möglichen City-Outlet-Centers auf. Viele zusätzliche Geschäfte würden dann auch mehr Besucher und mehr Autos in die Stadt bringen.

Andreas Sunder beantwortete bei der Versammlung zu einem Verkehrskonzept für die Rathausstraße auch viele Bürgerfragen. Foto: Stadt Rietberg
Andreas Sunder beantwortete bei der Versammlung zu einem Verkehrskonzept für die Rathausstraße auch viele Bürgerfragen. Foto: Stadt Rietberg

Wichtigstes Ziel sei es – und damit traf Daniel Ebbers auf Zustimmung des Bürgermeisters und der Zuhörer – den Durchgangsverkehr aus der Rathausstraße zu verbannen, den Anliegerverkehr aber weiterhin zuzulassen. Kunden sollen weiter mit dem Auto zu den Ärzten oder Geschäften fahren können, ebenso wie Anlieger zu ihren Wohnungen und Garagen. Als notwendige Hausaufgabe gaben die Planer der Stadt Rietberg mit, die Gehwege aufzuräumen: Blumensäulen, Spielgeräte, Mülleimer und mehr engen die Fußwege ein und machen das Flanieren, gerade für ältere Menschen, unattraktiv. „Das muss nicht heißen, dass zwingend jeder Stuhl und jeder Tisch verschwinden muss“, erklärte Andreas Sunder. Über die Außengastronomie auf den Gehwegen will man mit den Gastronomen noch sprechen.

Konsens für die fünfte Variante

Anhand von vier unterschiedlichen Möglichkeiten zeigte Ebbers auf, wie der Verkehr durch die Rathausstraße geleitet werden könnte. Am ehesten erreichen lasse sich das gewünschte Ziel mit der Beibehaltung der Einbahnstraßenregelung und einer Temporeduzierung in der Mitte, vor dem Historischen Rathaus. Dort müsste eine sogenannte Mischverkehrsfläche angelegt werden: einheitlich gestaltet, und Autos, Fußgänger und Radfahrer begegnen sich gleichberechtigt auf Augenhöhe bei möglichst geringer Geschwindigkeit. Diese Variante findet auch in der Politik Zustimmung.

Den Vorschlag aus der Versammlung, die Einbahnstraßenregelung am Nordtor erst auf Höhe der Mühlenstraße beginnen zu lassen, soll noch geprüft werden.

Autos sollen Rücksicht nehmen

Das diese simple Umbaumaßnahme für eine Verdrängung des ungewünschten Verkehrs sorge, erläuterte Sienko auf einige ungläubige Nachfragen genauer: Morgens, wenn kaum Fußgänger in der Stadt sind, können Autos bequem durch die Stadt fahren. „Dann stören sie auch niemanden.“ Bei mehr Besucherfrequenz werden die Autos gezwungen, Rücksicht zu nehmen, langsamer zu fahren und Zeitverluste in Kauf zu nehmen. Für den Durchgangsverkehr wird diese Situation unbequem. „Autofahrer suchen sich dann einen angenehmeren Weg“, schlussfolgerte ein Zuhörer ganz richtig. „Das funktioniert auch in Lippstadt in der Fußgängerzone an mehreren Stellen“, ergänzte ein anderer. Das System funktioniere auch dann, so Sienko, wenn ein City-Outlet-Center zusätzliche Besucher bringt.

Die dann zusätzliche Verkehrsbelastung auf den zuführenden Straßen hat das Planungsbüro anhand gängiger Modelle berechnet. Da das jetzige Straßennetz „nur mittelstark belastet“ ist, wie Daniel Ebbers anhand von jüngst durchgeführten Messungen erläuterte, sei eine Mehrbelastung durch ein City-Outlet vertretbar. „Dass Anwohner dies an der einen oder anderen Stelle anders sehen, mag sein. Aber gerade deshalb präsentieren wir hier eine objektive Berechnung auf Grundlage von Vergleichswerten“, so Sienko. Speziell die Geh- und Radwege am dann stärker belasteten Torfweg –dort ist aktuell der Bau eines Parkdecks vorgesehen – wollen Sienko und Ebbers genauer unter die Lupe nehmen. Auf ein eventuelles Gefahrenpotential hatten Anwohner hingewiesen.

Kurzzeitparken soll erhalten bleiben

Die Einbindung des Omnibusverkehrs dürfe nicht vergessen werden, forderte Konrad Schürhoff von Bündnis 90/Die Grünen. Er fordert die Entwicklung eines speziellen ÖPNV-Konzeptes für das geplante City-Outlet-Center.

Wie Andreas Sunder erklärte, ist die Stadt aktuell dabei, nach zusätzlichem Parkraum zu suchen. Denn an zum Beispiel besonders sonnigen Samstagen könne Rietberg mit dem Parkdeck am ZOB durchaus an seine Kapazitätsgrenzen geraten, wie Daniel Ebbers auf eine Frage hin erläuterte. Aber diesem Problem wolle die Stadt mit einem sogenannten Überlaufparkplatz begegnen. Die Planungen dazu in sind in vollem Gange.

Auf die Nachfrage von örtlichen Einzelhändlern bestätigte Andreas Sunder, dass er auch für die Zukunft an Kurzzeitparkplätzen am Südtor festhalten will. In welcher Form und welchem Umfang, darüber wolle die Stadt gern mit den Anliegern im Dialog bleiben.

Die Präsentation der ISAPLAN

Bürgermeister widerlegt einige Gerüchte

Dezember 2015:

 

Das Interesse bekannter Marken am Rietberger City-Outlet ist riesig. „Sie bewerten den Standort als äußerst attraktiv“, sagt Projektinitiator Tom Meyer. Das sei das Ergebnis einer Voranfrage bei vielen bekannten Labels. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Sunder und weiteren Vertretern der Stadtverwaltung hatten Tom und Leon Meyer den aktuellen Stand der Planungen für das Innenstadtprojekt erläutert. Derzeit liege der Fokus weiterhin darauf, die benötigten 9000 Quadratmeter Verkaufsfläche in der Innenstadt zusammen zu bekommen, informierten Meyers.

Leon Meyer betonte: „Viele Eigentümer stehen dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, dennoch fehlt uns weiterhin Fläche.“ Er betonte, dass es nach wie vor erklärtes Ziel sei, eine gute Mischung aus bestehendem Einzelhandel und Markengeschäften vorzuhalten. Unterhalb der so genannten kritischen Masse von 9000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist das Projekt bekanntlich nicht realisierbar. Als positiv bewertete Meyer, dass einige Rietberger Geschäftsleute ihre Mietverträge angesichts der Chance auf eine Belebung der Innenstadt durch das City-Outlet-Center bereits verlängert hätten: „Sie sehen das Projekt als Chance, was es auch ist. Das freut uns natürlich.“ Gerüchte, einigen alt eingesessenen Mietern sei bereits gekündigt worden, um Platz zu schaffen für Outlet-Geschäfte, dementierte Meyer: „Das ist schlicht und ergreifend nicht wahr.“ Der ursprünglich einmal angedachte Eröffnungstermin – Sommer 2017 – sei inzwischen nicht mehr einzuhalten, sagte Leon Meyer. Je nachdem, wie die weiteren Verhandlungen mit Immobilienbesitzern liefen, sei Herbst 2017 im Rahmen des Denkbaren.

Stellplätze in der Innenstadt bleiben erhalten

Bürgermeister Andreas Sunder widerlegte einige Gerüchte, die in den vergangenen Wochen aufgekommen waren – unter anderem zum Thema Parken in der Innenstadt. „Wir haben nie behauptet, dass wir am Südtor und generell in der Innenstadt keinen einzigen Parkplatz mehr zur Verfügung stellen, wenn das Parkhaus am ZOB kommt. Das halte ich für eine denkbar schlechte Lösung.“ Der Planer, der die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eines Parkdecks am Torfweg vorgestellt hat, hatte Bedenken angemeldet, sollte die Stadt weiterhin zusätzliche Parkplätze vorhalten. Seine Empfehlung: Parken nur noch im Parkhaus. Dann könne die Stadt den größtmöglichen Ertrag aus der Bewirtschaftung der Parkpallette generieren. Bürgermeister Sunder versicherte: „Das ist erstmal ein Vorschlag, mehr nicht. Natürlich soll es weiterhin möglich sein, in der Innenstadt zu parken, um einen Behördengang zu erledigen, Brötchen zu holen oder zum Friseur zu gehen.“ Man könne davon ausgehen, dass die überwiegende Mehrheit der Outlet-Besucher ohnehin das Parkhaus nutzen würde, anstatt direkt bis zur Rathausstraße vorzufahren.

Stadt sucht Ersatzräume für Jugendhaus

Im Raum steht auch ein möglicher Verkauf der Südtorschule, damit die Immobilie, die derzeit der Stadt Rietberg gehört, Geschäfte beherbergen kann. Entschieden ist das zwar noch nicht. Klar ist aber: Sollte sich die Stadt von dem Gebäude trennen, wird das Jugendhaus, das dort untergebracht ist, angemessene Ersatzräume bekommen, und zwar in zentraler Lage. Bürgermeister Sunder: „Selbstverständlich verkaufen wir die Südtorschule nur dann, wenn wir für das Jugendhaus eine gute neue Unterkunft gefunden haben.“

Der nächste Schritt wird die Entscheidung des Stadtrats über die Errichtung des Parkhauses am Zentralen Omnibusbahnhof sein. Der Haupt- und Finanzausschuss hatte seine Zustimmung (mit dem „Nein“ der CDU-Vertreter) bereits signalisiert.

Planer stellt Parkhaus-Analyse vor

Dezember 2015:

 

Soll die Stadt Rietberg ein Parkhaus am Zentralen Omnibusbahnhof bauen und betreiben? Um diese Frage beantworten zu können, ist die Analyse eines Fachmanns nötig. Genau die hat die Stadt Rietberg beim Büro Rainer Schneider aus Hannover in Auftrag gegeben. Der Experte kommt zu dem Schluss: „Ja, die Stadt kann als Betreiber eines solchen Parkdecks Geld verdienen.“

In der Sitzung des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses am 1. Dezember hat Rainer Schneider die Ergebnisse seiner Analyse dargestellt. Zusammenfassend kommt er zu dem Fazit, dass sich der Bau eines Parkhauses für die Stadt Rietberg wirtschaftlich gut darstellen lässt. Sie kann demnach bis zu 440.000 Euro Einnahmen pro Jahr erzielen. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

600 Meter attraktiver Fußweg

Die etwa 600 Meter Fußweg vom ZOB am Torfweg bis in die Innenstadt bewertet der Planer im Fall Rietberg als unproblematisch: „In einer Großstadt wäre das schon zu weit, bei Ihnen nicht.“ Begründung: Erstens seien die 600 Meter optisch sehr ansprechend gestaltet, zweitens habe Einkaufen in einem City-Outlet-Center Veranstaltungscharakter, so dass Kunden generell mehr Zeit mitbrächten. Ziel müsse es sein, sagte Schneider, alle Besucher des City-Outlet-Centers zum Parkhaus zu lenken und nicht zuzulassen, dass sie die Kurzzeitparkplätze in der Innenstadt belegen. „Ich empfehle Ihnen dringend, das über Parkausweise oder andere Maßnahmen zu steuern. Sonst haben Sie ein Verkehrschaos, wenn Outlet-Kunden versuchen, bis direkt vor die Geschäfte zu fahren.“

Sehr gute Auslastung prognostiziert

In seiner Analyse macht Schneider weitere potenzielle Parker aus: Besucher des Freibads, des Gartenschauparks und der Cultura. Im Auftrag der Verwaltung hat der Planer für seine Analyse folgende Gebühren zugrunde gelegt: Freibadbesucher bezahlen gar nichts, Cultura- und Parkbesucher pauschal 1,50 Euro (ohne zeitliche Begrenzung). „Das ist in meinen Augen sehr, sehr niedrig angesetzt“, sagte Schneider in der Ausschusssitzung. Als optimal bewertete der Planer die gute Vorhersehbarkeit der Parkzeiten. Kunden des City-Outlet-Centers kämen am Vormittag und blieben höchstens bis etwa 19.30 Uhr (denn um 19 Uhr schließen die Geschäfte). Erst danach beginne die Hauptparkzeit für Cultura-Besucher. Freibad und Park kämen als „Spitzen“ obendrauf. „Insgesamt erreichen Sie damit eine sehr gute Auslastung für mindestens 300 Stellplätze.“ Auch die Wartungskosten für ein Parkhaus wären Schneider zufolge für die Stadt sehr überschaubar, die „Lebensdauer“ betrage etwa 40 Jahre.

Dezentrales Parken unbedingt vermeiden

Die CDU hatte als Alternativvorschlag zu einem Parkhaus eine andere Idee ins Spiel gebracht: Demnach soll die Verwaltung mehrere Grundstücke kaufen, die sternförmig am Rand der Innenstadt angeordnet sind. Auf diesen Flächen könne Parkraum für Outlet-Kunden geschaffen werden. Rainer Schneider konnte sich mit diesem Vorschlag nicht recht anfreunden: „Damit schaffen Sie eine dezentrale Struktur und können den Verkehr schlecht steuern. Davon würde ich dringend abraten.“ Hinzu käme, dass solche Plätze seiner Meinung nach nicht so wirtschaftlich betrieben werden könnten wie ein Parkhaus.

Präsentation zur Wirtschaftlichkeit eines Parkhauses

COC-Pläne lagen aus

Herbst 2015:

 

Die Vorbereitungen für ein mögliches City-Outlet-Center mitten in Rietberg gehen in die nächste Runde. Um die erforderlichen Rahmenbedingungen – zusätzliche Parkmöglichkeiten und weitere Verkaufsflächen im zentralen Versorgungsbereich – schaffen zu können, müssen der Flächennutzungsplan der Stadt Rietberg sowie zwei Bebauungspläne geändert werden.

Wie berichtet, soll mit den Planänderungen die Möglichkeit geschaffen werden, am Busbahnhof ein Parkdeck zu errichten, im Bereich der ehemaligen Martinschule am Torfweg zusätzliche Parkfläche zu schaffen, sowie am Ribérac-Platz einen Neubau für den Einzelhandel zu erbauen. Ob diese Dinge tatsächlich gebaut werden – darüber entscheidet der Stadtrat erst zu einem späteren Zeitpunkt. Hier geht es zunächst um die grundsätzliche Möglichkeit.

Die Pläne sind in der Zeit vom 26. Oktober bis einschließlich 27. November 2015 während der regulären Dienststunden oder nach Terminabsprache im Verwaltungsgebäude Bolzenmarkt 5 einsehbar. Bürger können die Planungen mit den zuständigen Vertretern der Stadt Rietberg erörtern und ihre Anregungen mitteilen. Ansprechbar sind die Mitarbeiter der Abteilung Räumliche Planung & Entwicklung der Stadtverwaltung Rietberg, Bolzenmarkt 5 in Rietberg, Telefon (05244) 986-278. Zusätzlich können die Pläne zur COC-Planung auch hier unter „Flächennutzungsplan“ und „Bebauungspläne Rietberg“ eingesehen werden.

Alle Einwendungen werden dem Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss sowie dem Stadtrat vorgelegt, deren Mitglieder diese Anregungen abwägen müssen.

Busfahrt nach Bad Münstereifel

Pressemitteilung vom 11.09.2015:

 

Mehr als 100 Rietberger machten sich jüngst auf Einladung der Stadtverwaltung selbst ein Bild von der Einkaufsstadt Bad Münstereifel. Als Deutschlands erstes City-Outlet-Center dient die 18.000-Einwohnerstadt südwestlich von Bonn als Vorbild für die Stadt Rietberg, die ebenfalls Pläne verfolgt ein City-Outlet in der historischen Altstadt einzurichten.

Dabei erkundeten die Rietberger – darunter viele Lokalpolitiker und Einzelhändler – nicht nur die zahlreichen Geschäfte und Outlet-Stores, sondern erfuhren aus erster Hand über die Vor- und Nachteile des City-Outlet-Centers. Wobei ihm Nachteile auch nach längerem Überlegen gar nicht einfielen, so Günter Portz, ein alteingesessener Gastronom in der Stadt. Im Rathaus sprach der Koch und Konditormeister von den anfänglichen Befürchtungen der Bürger, die sich dann aber in Luft aufgelöst hätten. Eine Sorge sei gewesen, der »Geist der Stadt« ginge verloren. „Nein, das ist nicht so. Die Stadt war noch nie in einem so guten Zustand. Viele Häuser wurden liebevoll saniert. Das Amt für Denkmalschutz achtete dabei auf die Einhaltung der Regeln.“ Abends, nach Geschäftsschluss, hätten die Bürger »ihre Stadt« dann wieder für sich allein.Mit weiteren Vorurteilen räumte Georg Cruse auf. Der Mitinitiator und Investor des City-Outlet-Centers lebt selbst in Bad Münstereifel und erinnerte an die Sorgen der Bürger, dass die neuen Gäste nach kostenfreien Parkplätzen in den Nebenstraßen suchen würden. „Das ist aber nicht der Fall, wie wir heute wissen.“ Dem pflichtete Erika Schulz vom Fachbereich Bauen in der Stadtverwaltung bei: „Unser Parkleitsystem funktioniert gut.“

Auf Nachfrage gab Schulz an, dass sich das City Outlet steuerlich noch nicht bemerkbar mache. Klar, weil es auch gerade erst ein Jahr geöffnet ist. Klar aber sei: Alle Geschäfte verdienen mehr, es wurden etwa 250 neue Arbeitsplätze geschaffen und irgendwann werde sich dies auch in noch unbekanntem Umfang in der Stadtkasse bemerkbar machen.

Auch die Einzelhändler neben den Outlet-Stores profitieren. Das bestätigte den Rietberger Gästen Andi Koenigs. Er betreibt seit zwölf Jahren ein Herrenmodengeschäften in der Stadt, verzeichnete zuletzt eine „Umsatzsteigerung von 20 bis 40 Prozent“. Er ist so zufrieden, dass er nun noch ein zweites Geschäft eröffnen will.

Überhaupt sei es das Miteinander aller Beteiligten, das das Modell City-Outlet-Center zum Erfolg mache. „Eifersüchteleien helfen niemandem weiter“, sagte Günter Portz. Gastronomen, Geschäftsleute und Outlet-Händler sind sich bewusst, dass sie gegenseitig voneinander profitieren. 111 Geschäfte gebe es in der Innenstadt – 25 davon sind Outlet Stores, die etwa 40 Marken anbieten. Die Stadt verlasse sich also keinesfalls auf nur das eine Standbein City-Outlet-Center.

„Wer garantiert denn, dass das City Outlet auch in zehn Jahren noch erfolgreich ist“, fragte ein Rietberger. „Wir wissen, der Outlet-Markt ist noch lange nicht erschöpft. Die Nachfrage nach Outlets ist weiterhin groß“, antwortete Investor Georg Cruse. „Wir in Bad Münstereifel bieten den Kunden mehr als nur Einkaufen“, verwies Cruse auf die historische Altstadt. „Wer bei uns nicht das richtige Geschäft findet, verlebt aber dennoch keinen verlorenen Tag“, ergänzte Koenigs. Weil eben die historische Innenstadt und die Gastronomie ebenfalls einen Mehrwert bieten.

„Die Stadt Rietberg ist noch schöner und bietet mehr als nur ein Outlet wie in Montabaur oder demnächst vielleicht in Werl“, so Cruse. Und er wusste zu berichten, das wohl mehr als 100 Bürgermeister sich in Bad Münstereifel nach dem Erfolgsmode City Outlet erkundigt hätten. „Von deren Städten sind maximal fünf geeignet, um selbst ein solches City Outlet einzurichten. Und Rietberg gehört definitiv dazu.“

Weitere Fotos aus Bad Münstereifel gibt es hier.

60 interessierte Bürger im Dialog mit Dr. Sienko

September 2015:

 

Ein mobiles „Verkehrskommando“ hat sich am 5. September in der Rietberger Innenstadt auf den Weg gemacht. Die Stadtverwaltung hatte alle interessierten Bürger dazu eingeladen, Fragen, Sorgen und Bedenken rund um das Thema Straßenverkehr in Zusammenhang mit einem geplanten City-Outlet-Center loszuwerden. Ein offenes Ohr hatte Dr. Peter Sienko, ein von der Stadtverwaltung beauftragter Verkehrsexperte. „Egal, was Ihnen auf dem Herzen liegt – immer her damit“, forderte Dr. Sienko die 60 Bürger auf, die sich am Rietberger Lind-Hotel – dem Startpunkt der Route – eingefunden hatten.

Gibt es weiterhin genügend Parkplätze in der Stadt, sind Geschäfte, Apotheken, Bäckereien und natürlich die eigene Wohnung weiterhin problemlos erreichbar? Wie bringt man Outlet-Kunden dazu, nicht direkt in der Innenstadt zu parken? Wird der Verkehr auf der Straße „Am Pulverdamm“ weiter zunehmen? Könnte es Konflikte zwischen Schülerverkehr und Outletbesuchern geben? – Die Themen, die die Bürger dem Planer in den Block diktierten, waren vielfältig. Einige Sorgen konnte der aus Leverkusen stammende Experte für Verkehrsplanung vom Büro Isaplan den Teilnehmern des Rundgangs direkt nehmen, so etwa die Befürchtung, die Stadt werde vom durch Outlet-Kunden verursachten Autoverkehr regelrecht überrollt: „Da kann ich Sie beruhigen. Mit einem ausgeklügelten Parkleitsystem lässt sich dieser Besucherstrom steuern und auf Parkplätze am Rande der Innenstadt lenken. Da sehe ich überhaupt kein Problem.“

Die weiteren Wünsche, Ideen und Anregungen wurden im Anschluss an den etwa zweieinhalbstündigen Rundgang im Rahmen einer Diskussionsrunde im Ratssaal des Alten Progymnasiums aufgenommen. Dr. Peter Sienko ist von der Stadt Rietberg damit beauftragt worden, ein Verkehrskonzept für die Idee City-Outlet zu erstellen. Die Bedenken der Bürger wird er – soweit möglich – mit aufnehmen. Sobald sein Entwurf vorliegt, wird die Stadt ihn ebenfalls den Bürgern präsentieren.

Bürgerversammlung bietet Infos aus erster Hand

August 2015:

 

Informationen aus erster Hand – die hatte die Stadt Rietberg ihren Bürgern versprochen und die hat sie den 560 Gästen in der Basilika des Bibeldorfs auch geliefert. Bei der ersten Versammlung zum Thema City-Outlet-Center am 20. August haben fünf Referenten einen umfassenden Überblick zu dem umfangreichen Innenstadtprojekt präsentiert. Bürgermeister Andreas Sunder machte den Auftakt und informierte darüber, was grundsätzlich hinter der Idee steckt, die eine Chance für Rietberg biete, das Geschäftesterben an der Rathausstraße zu beenden. Das Stadtoberhaupt fasste das Ziel folgendermaßen zusammen: „Wir möchten erreichen, dass man an Rietbergs Haupteinkaufsstraße – der Rathausstraße – wieder einkaufen kann. Nicht mehr und nicht weniger.“

Gutachter Will: „City-Outlet ist eine Nische in der Nische“

Kann ein Projekt wie das City-Outlet in Rietberg überhaupt funktionieren? Auf diese Frage ging Dr. Joachim Will vom Fachbüro Ecostra bei der Versammlung ausführlich ein. Sein Büro hatte im Auftrag der Stadt Rietberg eine Machbarkeitsstudie erstellt. Der Experte aus Wiesbaden weiß um die Trends und Zukunftsperspektiven im Einzelhandel Bescheid. Rietberg räumt er eine sehr gute Chance ein, dieses Modell nach dem Vorbild Bad Münstereifels verwirklichen zu können: „Ein City-Outlet ist eine Nische in der Nische. Dieses System funktioniert also nur in ganz, ganz wenigen Städten. Sie erfüllen in Rietberg allerdings fast alle Voraussetzungen.“ Das ist für den Fachmann jedoch kein Grund, in blinde Euphorie zu verfallen: „Glauben Sie bitte nicht, dass das hier ein Selbstläufer wäre.“

Weg von der reinen Ware – hin zum wahren Erlebnis

Was für Dr. Will feststeht, ist die Tatsache, dass ein City-Outlet in Rietberg unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren kann. Die Rahmenbedingungen in der Stadt – eine pitoreske Altstadt, eine hohe Aufenthaltsqualität, ein schöner Gartenschaupark und eine funktionierende Gastronomie – erfüllen die Merkmale, die den potenziellen Kunden künftig noch in die Stadt locken können. Der Ware wegen käme in absehbarer Zeit kaum noch jemand, so der Experte: „Ware ist heute austauschbar. Sie bekommen alles immer und überall. Und im Vergleich zum Internet hat der stationäre Handel in Bezug auf den Preis in jedem Fall das Nachsehen. So günstig wie im World Wide Web kann kein Händler die Jeans oder den Pullover anbieten. Das sind die Tatsachen.“ Beim Einkaufen gehe es künftig um das Erlebnis – es werde zu einer Gemeinschaftsaktivität mit Mehrwert. Lege man diese Erkenntnis zugrunde, werde schnell klar, warum sich Rietberg anbiete: „Sie haben eine echte Altstadt und keine Kulisse und sie bieten mit dem Park und einem vielfältigen kulturellen Angebot vieles, was die Kunden prima mit einer Shoppingtour kombinieren könnten.“ Gegen den Internethandel sei dieses Konzept des Erlebniseinkaufens immun, erläuterte Dr. Will.

Hoher Bedarf bei Markenherstellern

Dass der Kunde in Rietberg – sollte das Vorhaben City-Outlet realisiert werden – auch entsprechende Marken vorfinden würde, das prognostizierte der Vermietungsexperte Michael Haslinger. Er kommt aus Adelsheim in Baden-Württemberg und ist für die Vermietung von Outlets in ganz Europa zuständig (in Deutschland gibt es derzeit zwölf Outlets). „Der Bedarf bei den Herstellern ist groß – viel größer als die vorhandene Verkaufsfläche“, sagte Haslinger. Er kümmert sich auch um die Besetzung der Flächen in Bad Münstereifel. Das Interesse anderer Städte sei gewaltig: „Seit der Eröffnung sind 180 Bürgermeister vor Ort gewesen, um sich das Modell anzusehen. Aber höchstens acht bis zehn Städte in Deutschland erfüllen überhaupt die Voraussetzungen für ein City-Outlet.“ Er sei davon überzeugt, so Haslinger, dass „eine Kopie von Bad Münstereifel“ in Rietberg gelingen könne.

Vielschichtiges Thema von allen Seiten beleuchtet

Nach dem etwa zweistündigen Informationsblock und einer kurzen Pause hatten die Bürger Gelegenheit, Fragen loszuwerden. „Das war heute sehr viel – ich hoffe, Sie sind nicht allzu erschlagen von dieser Masse an Informationen“, sagte Bürgermeister Andreas Sunder. Er betonte allerdings auch, dass ein so vielschichtiges Thema von vielen Seiten beleuchtet werden müsse – und das dauert eben. Gleichzeitig wies der Erste Bürger Rietbergs darauf hin, dass es künftig weitere Versammlungen geben werde.

„Was passiert mit dem Familienzentrum?“

Die Sorge einer Bürgerin um die Zukunft des Rietberger Familienzentrums, konnte Sunder ausräumen. Auf die Frage, was mit dem Familienzentrum/Jugendhaus passiere, wenn dessen jetziges Domizil – die Südtorschule – für Verkauf und Gastronomie benötigt werde, versicherte der Bürgermeister: „Das Angebot wird dasselbe bleiben – in derselben Qualität und im selben Umfang. Nur eben an anderer Stelle, ebenfalls innenstadtnah.“

„Hält das für die nächsten 15 Jahre?“

Ein anderer Bürger zielte auf die Nachhaltigkeit des City-Outlet-Centers ab. „Was macht Sie so sicher, Herr Sunder, dass das Projekt die nächsten 15 Jahre übersteht?“ „Gar nichts“, sagte Sunder, und ergänzte „wenn wir das wüssten, säßen wir heute Abend nicht hier, sondern hätten alle andere Jobs. Garantien kann Ihnen niemand geben. Das einzige, was ich Ihnen versichern kann, ist, dass unsere Innenstadt weiter verödet, wenn wir nichts unternehmen.“

„Ist kostenloses Parken bald Vergangenheit?“

Weitere Bedenken wurden in Bezug auf die Parkplätze geäußert. Die Sorge: Wenn am ZOB ein Parkhaus gebaut wird, könnten Park- oder Freibadbesucher dort nicht mehr kostenlos ihr Auto abstellen. Dass das nicht zwangsläufig der Fall sein muss, erläuterte Sunder ebenfalls: „Darauf können wir Einfluss nehmen. Es wäre zu überlegen, ob etwa Schwimmer oder Gartenschauparkbesucher das Parkdeck über ein Freiticket kostenlos in Anspruch nehmen können.“

Rundgang mit Verkehrsexperte Dr. Sienko

Das umfassende Thema Straßenverkehr war am Donnerstag nicht Gegenstand der Bürgerversammlung. Weil es so vielschichtig und wichtig ist, bietet die Stadt Rietberg hierzu einen Rundgang durch die Stadt mit Verkehrsexperte Dr. Peter Sienko an. Er nimmt alle Anregungen, Fragen und Wünsche der Bürger auf. Treffpunkt ist am Samstag, 5. September, um 11 Uhr am Lind-Hotel. Von dort aus geht es die Rathausstraße entlang, über die Aldehoffstraße, den Pulverdamm, den Drosselweg und „An der Bleiche“ entlang zum Ratssaal, wo eine Diskussionsrunde folgt.

Hinweis: Alle Fragen und die dazugehörigen Antworten können Sie in wenigen Tagen an dieser Stelle ausführlich lesen. Anregungen und weitere Fragen können Sie gern per E-Mail an innenstadt(at)stadt-rietberg.de richten.

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Sonderratssitzung am 12. August 2015

Attraktive Innenstadt: Diese Ansicht vom Büro Tischmann und Schrooten zeigt, wie sich mehrere attraktive Angebote in Rietberg gut mit einem City-Outlet kombinieren lassen könnten.
Attraktive Innenstadt: Diese Ansicht vom Büro Tischmann und Schrooten zeigt, wie sich mehrere attraktive Angebote in Rietberg gut mit einem City-Outlet kombinieren lassen könnten.

Der Stadtrat war sich einig: Ein City-Outlet-Center für Rietberg soll kommen. Parteiübergreifend haben die Lokalpolitiker am Mittwoch während einer Sondersitzung einstimmig dafür votiert, dieses Projekt für Rietberg voranzutreiben. Auch sehr viele Bürger haben die Gelegenheit genutzt, sich im öffentlichen Teil der Sitzung von Bürgermeister Andreas Sunder, Architekt Leon Meyer und Stadtplaner Roger Loh (Tischmann und Schrooten) umfassend informieren zu lassen.

„Das ist derzeit ein Sterben auf Raten“

Die Belebung der Rietberger Innenstadt – das ist das oberste Ziel dieses Projekts. Rietberg braucht dringend ein Rezept gegen die vielen Leerstände an der Rathausstraße, die kontinuierlich mehr werden. Dass dieser Negativtrend nicht einfach so aufgehalten werden kann, machten die Fraktionsvorsitzenden der Parteien zu Beginn der Sitzung deutlich. Marco Talarico (CDU) betonte, die dramatische Situation des Geschäftesterbens werde sich fortsetzen. Er bezeichnete es als ein „Sterben auf Raten“. Dass die Vor- und Nachteile eines City-Outlet-Centers derzeit überall in der Stadt diskutiert würden, sei sehr erfreulich, denn „diese Planungen werden ein langer Prozess sein und wir stehen erst am Anfang“. Talarico forderte die Verwaltung auf, diese Entwicklung (auch) mit einem Kosten-Controlling zu begleiten. Generell bezeichnete er die Pläne als wichtige und nachhaltige Chance für Rietberg.

„Gelegenheit nicht verstreichen lassen“

Dem hatte Jürgen Don (FWG) nicht viel hinzuzufügen: „Ich unterschreibe das, was Marco gesagt hat und möchte nicht alles wiederholen.“ Er fügte hinzu, das Outlet sei eine „einmalige Chance, die Rathausstraße neu zu beleben und ein ganz neues Kapitel für Rietberg aufzuschlagen“. Diese Gelegenheit dürfe man nicht verstreichen lassen. Don sprach sich für die umfassende und zügige Information der Bürger aus, denn „dann können wir alle gemeinsam etwas Großes schaffen“. Gerd Muhle (SPD) bekräftigte in seiner Stellungnahme, dass das Konzept des City-Outlets nicht nur sehr gut für Rietberg, sondern auch alternativlos sei. „Wenn das Geschäftesterben weitergeht, können wir irgendwann selbst unsere vielen erfolgreichen Gastronomen nicht mehr in der Stadt halten.“ Rietberg könne als Einkaufsstadt mit den Nachbarstädten schon aktuell nicht konkurrieren, deshalb „müssen wir mit dem wuchern, was wir haben, nämlich unserer einzigartigen Altstadt“.

„Öffentlichkeit ist zeitig genug informiert worden“

Hans-Dieter Vormittag (Grüne) sagte, es habe in seiner Partei durchaus auch kritische Stimmen zu dem Projekt gegeben, etwa in Bezug auf die Herkunft der Kleidung, die verkauft wird. Grundsätzlich haben Bündnis 90/Die Grünen ihre Zustimmung klar signalisiert: „Es gibt keine Alternativen, wenn die Innenstadt langfristig erfolgreich belebt werden soll“, sagte Vormittag. Vorwürfe einiger Bürger, das Projekt sei der Öffentlichkeit zu spät vorgestellt worden, konnte der Chef der Grünen nicht nachvollziehen: „Die Stadtverwaltung hat doch in einer Pressekonferenz umfassend darüber informiert, und zwar vor dieser Sitzung. Zudem stehen wir doch erst ganz am Anfang der Planungen.“ Prof. Dr. Manfred Niewiarra (FDP) bekräftigte ebenfalls seine Zustimmung zum City-Outlet-Center. Er formulierte darüber hinaus noch eine Bitte an die Verwaltung: „Ich hoffe sehr, dass die Personalkapazitäten im Rathaus für dieses Projekt ausreichen. Denn es gibt viele weitere Felder, auf denen derzeit gearbeitet wird. Zum Beispiel die Unterbringung der Flüchtlinge und die Haushaltslage.“

Aufstellungsbeschlüsse gefasst

Wenn das City-Outlet-Center wirklich kommt, müssen weitere Parkplätze in Rietberg geschaffen werden. Es gibt Überlegungen, am Zentralen Omnibusbahnhof ein Parkdeck zu errichten. Mit entsprechenden Aufstellungsbeschlüssen zur Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans hat der Stadtrat gestern der Verwaltung den Auftrag erteilt, auch diese Idee weiter zu verfolgen. Details, etwa die Frage danach, wer das Parkhaus errichten und betreiben soll (die Stadt selbst oder ein Privatinvestor), sind damit noch nicht abschließend geklärt. Auch auf Flächen der ehemaligen Martinschule könnte weiterer Parkraum geschaffen werden.

Ein dritter Aufstellungsbeschluss ist für die Änderung des Bebauungsplans „Ribérac-Platz“ am Südtor einstimmig gefasst worden. Auf dem Platz am Südtor soll ein Neubau entstehen, um weitere Verkaufsfläche zu schaffen. Die Gebäude des jetzigen Schnäppchen-Markts müssten dafür abgerissen werden. Auch die Südtorschule würde in das Konzept einbezogen werden. Stadtplaner Roger Loh vom Büro Tischmann und Schrooten hatte am Mittwoch in der Sitzung einen Vorgeschmack darauf gegeben, wie sehr die Aufenthaltsqualität in diesem Areal gesteigert werden könnte. „Es würde sich anbieten, einen jetzt überbauten Teil der Umflut freizulegen. Gastronomie auf dem Platz in Verbindung mit einem Spielplatz, der etwa das Thema Wasser aufgreift, würde die Attraktivität deutlich steigern“.

Aber auch eine schöne Gestaltung des Neubaus, der Geschäfte beherbergen soll, sei immens wichtig für das Vorhaben. „Wenn die Gebäude nicht ansprechend sind, kommen Gäste kein zweites Mal in die Stadt.“ Die Synergieeffekte, die die Stadt mit einem City-Outlet-Center erzielen könnte, seien enorm, befand Loh. Er skizzierte die Stadt als ein geografisches Dreieck, das unter dem Motto „Stadt – Handel – Natur“ viele Angebote miteinander vereint. Um diese Potenziale möglichst gut ausschöpfen zu können, müsse bei den Planungen besonderer Wert auf fußläufige Verbindungen und auf eine qualitativ hochwertige Platzgestaltung gelegt werden. „Sie haben hier in Rietberg einen wunderschönen Gartenschaupark und eine tolle und sehr sehenswerte Altstadt. Eine Verknüpfung mit einer belebten Einkaufsstraße ist aus städteplanerischer Sicht eine hervorragende Chance“, sagte Loh.

Die einstimmig gefassten Beschlüsse des Stadtrats im Wortlaut können Sie hier nachlesen.

Pressekonferenz vom 5. August 2015

Vorbild Bad Münstereifel

Der Begriff City-Outlet-Center ist untrennbar mit der Stadt Bad Münstereifel verbunden, die vorgemacht hat, wie es geht: Als in dem ehemaligen Kurort, in dem auch der bekannte Sänger Heino beheimatet ist, die Innenstadt immer weiter verödete und es irgendwann mehr Leerstände als funktionierenden Einzelhandel gab, hat eine Gruppe von Investoren die Idee des City-Outlet-Centers entwickelt. Sie hat viele der teilweise baufälligen Häuser in der Innenstadt gekauft, umgestaltet und  modernisiert und so die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass heute mehr als 40 bekannte Marken aus den Segmenten Mode und Lifestyle ihre Waren aus der Vorsaison oder aus Überhängen anbieten.
Anders als in Bad Münstereifel gibt es in Rietberg noch einige Einzelhandelsgeschäfte, allerdings sind an der Haupteinkaufsmeile, der Rathausstraße, immer mehr Leerstände zu verzeichnen – inzwischen bewegt sich die Anzahl im zweistelligen Bereich. Eine für den Rietberger Einzelhandel bedrohliche Entwicklung, denn je weniger Geschäfte am Ort sind, desto niedriger ist auch die Kundenfrequenz. Eine Tatsache, die sich leider bereits seit längerer Zeit in Rietberg deutlich bemerkbar macht und mit der viele andere Städte ebenfalls zu kämpfen haben.

Hybridmotor aus Outlet und bestehendem Einzelhandel

Dass die bestehenden Einzelhändler in Rietberg von den Outlet-Geschäften profitieren können, davon ist Bürgermeister Andreas Sunder überzeugt: „Wir wollen für Rietberg einen Hybridmotor haben, der den Einzelhandel mit doppelter Power antreibt. Der Mix aus heimischem Einzelhandel und Outlet-Geschäften wird jeden Tag viele Kunden zu uns locken.“ Seit mehr als einem Jahr befasst sich das Rietberger Stadtoberhaupt intensiv mit dem Thema City-Outlet-Center. Weil in der Stadtverwaltung die Kompetenz sämtlicher Abteilungen gefragt ist, um ein solches Projekt angemessen zu begleiten, ist schon vor Monaten verwaltungsintern eine Arbeitsgruppe gegründet worden, die wöchentlich zusammenkommt. Von der Verkehrsplanung über die Schaffung weiterer Parkmöglichkeiten bis hin zu planungsrechtlichen Rahmenbedingungen laufen im Rathaus viele Fäden zusammen, wird an vielen Stellschrauben gedreht.
An erster Stelle stand natürlich der Dialog mit denen, die schon wissen, wie es geht: „Wir haben uns mehrfach intensiv mit allen Akteuren in Bad Münstereifel ausgetauscht, auseinandergesetzt und uns das Modell von A bis Z genau erläutern lassen“, sagt Bürgermeister Sunder. Mehrfach ist er selbst nach Bad Münstereifel gereist, unter anderem auch mit den Fraktionsvorsitzenden des Rietberger Stadtrats. Das gesamte Gremium ist bereits vor Wochen informiert worden. „Alle Parteien begreifen dieses Projekt als einmalige Chance für unsere Stadt, der weiter voranschreitenden Verödung Rietbergs als Einkaufsstandort etwas entgegenzusetzen, wovon alle profitieren werden. Über diese Einmütigkeit freue ich mich außerordentlich“, betont Sunder.

Lokale Akteure mit im Boot

Sie haben das Konzept City-Outlet präsentiert: (von links) Bürgermeister Andreas Sunder sowie die Rietberger Architekten Leon und Tom Meyer. Foto: Stadt Rietberg
Sie haben das Konzept City-Outlet präsentiert: (von links) Bürgermeister Andreas Sunder sowie die Rietberger Architekten Leon und Tom Meyer. Foto: Stadt Rietberg

Ein Glücksfall ist aus Sicht Sunders auch die Tatsache, dass mit den Architekten Leon und Tom Meyer aus Rietberg zwei lokale Akteure mit im Boot sind, die das Projekt von Anfang an maßgeblich mit begleitet und mit initiiert haben. Herzstück des City-Outlet-Centers sollen die Geschäfte an der Rietberger Rathausstraße sein. Die Idee: Die Immobilienbesitzer vermieten einer Betreibergesellschaft (der unter anderem Leon und Tom Meyer angehören) langfristig ihre Ladenlokale. Die Betreibergesellschaft wiederum kümmert sich um die Belegung der Geschäfte mit Markenherstellern. „Das funktioniert aber nur dann, wenn möglichst viele Immobilienbesitzer dabei sind. Wir verstehen das City-Outlet daher als Teilhabe-Modell“, erklärt Leon Meyer. Allerdings steht bereits fest, dass die mindestens benötigte Verkaufsfläche von 9000 Quadratmetern allein an der Rathausstraße nicht erreicht werden kann. Daher soll im Bereich des Südtors ein Neubau entstehen, in den Leon und Tom Meyer investieren möchten.  Geplant ist, auch die Südtorschule einzubeziehen. Ebenso wird die Stadt Rietberg ihre Fläche an der Rathausstraße 36, die jetzt durch das Bürgerbüro belegt ist, zur Verfügung stellen. Das Bürgerbüro könnte künftig im Erdgeschoss des historischen Rathauses eine neue Heimat finden. Denn das Verwaltungsgebäude an der Rathausstraße 31 wird ohnehin im kommenden Jahr saniert werden. Auch für das Jugendhaus und das Familienzentrum gibt es schon erste Überlegungen für eine neue Bleibe. Beide Institutionen sind derzeit in der Südtorschule untergebracht. Bürgermeister Sunder hat die betroffenen Mitarbeiter bereits in die Planungen eingebunden und verspricht: „Die Angebote bleiben in vollem Umfang erhalten, nur an anderer Stelle.“

5,3 Millionen potenzielle Kunden

Das ganze Konzept gelingt nicht ohne Fachkompetenz. Familie Meyer arbeitet daher mit Experten aus der Outlet-Branche zusammen, denn „ohne das entsprechende Wissen und exzellente Kenntnisse des Markts funktioniert ein solches Projekt nicht“, erläutert Tom Meyer. Die grundsätzliche Bereitschaft bekannter Markenhersteller, sich in einem Outlet in Rietberg anzusiedeln, sei bereits im Vorfeld abgefragt worden. Diejenigen, die sich mit Outlet-Modellen auskennen, seien überzeugt, dass die Idee in Rietberg gut umsetzbar und langfristig konkurrenzlos sei. Denn zwar buhlen inzwischen –  besonders in Süddeutschland – gleich mehrere Städte darum, ein zweites Bad Münstereifel zu werden, allerdings erfüllen die wenigsten Kommunen die Voraussetzungen für das Modell. Dazu zählt eine kompakte, kleinteilige Innenstadt mit historisch bedeutenden Gebäuden, eine erstklassige Erreichbarkeit mit guter Verkehrsanbindung und einem möglichst großen Einzugsgebiet. All diese Kriterien sind in Rietberg erfüllt. In einem Radius von 60 Autominuten werden 5,3 Millionen potenzielle Kunden erreicht. Das besondere Alleinstellungsmerkmal der Stadt Rietberg ist die ohnehin bereits sehr attraktive Innenstadt mit dem Gartenschaupark. Auf Dauer könnten sich also Freizeitvergnügen und Einkaufserlebnis sehr gut miteinander kombinieren lassen.
Gutachten besagt: Konzept kann funktionieren
Um die gesamte Idee noch einmal extern prüfen zu lassen und alle Fakten zu checken, hat die Rietberger Stadtverwaltung ein Gutachten bei der Firma Ecostra in Auftrag gegeben, das seit wenigen Tagen vorliegt. Dieses Büro ist auf den Einzelhandel spezialisiert und attestiert in einem umfassenden Werk, dass das Modell in Rietberg funktionieren kann. Die Fachleute gehen sogar noch einen Schritt weiter und kommen zu dem Schluss, dass das City-Outlet die wohl einzige Möglichkeit darstelle, die zunehmende Verödung des Einzelhandels in der Innenstadt noch zu stoppen. Auch die Voraussetzungen für die Errichtung eines großen Parkhauses am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Rietberg sind erfüllt.

Dies ist die Präsentation des Bürgermeisters.