„Das Leid der Menschen war allgegenwärtig“

Als eine von drei Feuerwehrfrauen nahm Isabel Brunnert die Fluthelfermedaille von Matthias Setter und Andreas Sunder (rechts) entgegen. Foto: Stadt Rietberg

Rietberger Helfer für Einsatz nach Flutkatastrophe geehrt

Rietberg. Für ihren beispielhaften Einsatz bei der Bekämpfung der Folgen nach dem schlimmen Hochwasser im Rheinland im vergangenen Jahr hat Bürgermeister Andreas Sunder jetzt 19 Feuerwehrleute aus Rietberg mit der sogenannten Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille des Landes NRW ausgezeichnet. Vier Tage lang waren die Feuerwehrfrauen und -männer im Juli 2021 wechselweise in der Gemeinde Kall im Kreis Euskirchen in der Nähe von Köln im Einsatz. Sie waren im Rahmen der sogenannten Bezirksreserve zu Hilfe gerufen worden.

Mit zwei Fahrzeugen und deren Besatzungen sind die Kameradinnen und Kameraden im Verband überörtliche Hilfe bei der Bezirksregierung Detmold registriert. „Die Alarmierung erfolgte abends per Telefon“, berichtete Stadtbrandmeister Matthias Setter. „Zwei Stunden später war die erste Mannschaft abfahrbereit.“ Die Helferinnen und Helfer aus Rietberg waren die ersten externen Kräfte in der Gemeinde Kall – und als Unterstützung für die heimischen Einsatzkräfte mehr als willkommen.

„Zunächst galt es, vermisste Personen zu suchen oder zu evakuieren“, erzählten die Feuerwehrkameraden. Weiterhin mussten verschlossene Türen geöffnet und natürlich auch Wasser gepumpt werden. In manchen Häusern stand das Wasser nach den Sturzfluten und Überschwemmungen so hoch, dass die Bewohner ihre Wohnungen tagelang nicht verlassen konnten. Die Einsatzkräfte aus Rietberg befanden sich auch selbst häufig in Gefahrensituationen. Die katastrophalen Ausmaße der Überflutungen und das Leid der betroffenen Menschen waren dabei allgegenwärtig, berichteten die Feuerwehrleute in der Ehrungsstunde. Anhand von Fotos aus dem damaligen Einsatz kamen viele Erinnerungen wieder hoch.

Laut Wehrführer Matthias Setter komme die Alarmierung des Verbands für überörtliche Hilfe durchschnittlich einmal jährlich vor, „meist im Zusammenhang mit Sturm- und Unwetterereignissen“.

In Vertretung des NRW-Innenministers Herbert Reul durften Bürgermeister Andreas Sunder und Wehrführer Matthias Setter die Fluthelfer-Medaillen sowie entsprechende Urkunden an die Rietberger Einsatzkräfte überreichen – „In dankbarere Anerkennung für die Helferinnen und Helfer im Einsatz der Flutkatastrophe 2021“, wie es auf der Urkunde heißt. Andreas Sunder zollte den ehrenamtlichen Helfern ebenfalls großen Respekt für ihre bedingungslose Hilfsbereitschaft. Insgesamt waren zwei Gruppen des Löschzuges Rietberg eingesetzt, unterstützt durch jeweils einen Kameraden der Löschzüge aus Mastholte und Neuenkirchen, die als Fahrer für den Transport der Ablöse bereitstanden.

Geehrt wurden: Tobias Altebäumer, Daniel Bartscher, Heiko Blach, Manuel Böhle, Isabel Brunnert, Stefan Gehrmann, Klaus Hanswillemenke, Luisa Hanswillemenke, Dominic Höfel, Sebastian Huth, Alena Oelschläger, Julian Ottemeier, Manuel Pähler, Sebastian Reinkemeier, Andreas Rodejohann, Ralf Sunder, Florian von Tiesenhausen, Markus Wenkemann und Dennis Zieroth.

  • Als eine von drei Feuerwehrfrauen nahm Isabel Brunnert die Fluthelfermedaille von Matthias Setter und Andreas Sunder (rechts) entgegen. Foto: Stadt Rietberg
  • Bürgermeister Andreas Sunder und Wehrführer Matthias Setter (von links) verliehen, unterstützt von Jens Hökenschnieder (Stabstellenleiter für Feuer- und Brandschutz im Rathaus, rechts), die Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille des Landes NRW an die Rietberger Feuerwehrfrauen und -männer. Foto: Stadt Rietberg