Museum & Skulpturenpark

Dr. Wilfried Koch war ein bedeutender Künstler der Gegenwart – und im Rietberger Stadtteil Varensell zu Haus. Das Kunsthaus Rietberg trägt seinen Namen und beherbergt einen Großteil seines künstlerischen Schaffens. In dem ehemaligen Klostergarten stehen seine Bronzeskulpturen für jedermann zugänglich – der Klostergarten ist ein öffentlicher Park.

Die aktuelle Ausstellung:

27. Februar bis 3. Mai 2026

Dr. Wilfried Koch: »Liebespaare« und »Wege zur Porträtmalerei III«

In der Deele sind “Liebespaare” von Dr. Wilfried Koch zu sehen. Sie stehen auch in thematischer Verbindung zu seinen Bronze-Skulpturen im Garten des Museums. Der Künstler selbst: “Im Unterschied zu Porträts gab es nie entsprechende Auftragsarbeiten zu Liebenden. Alle Bilder und so auch die Skulpturengruppen im Museumsgarten entstanden nur aus zutiefst eigenem Empfinden, das sich wohl auch deshalb seine höchst eigenen Formen schuf.”

Werbung und Erfüllung sind die Themen der Liebesgeschichten dieser Ausstellung. Sie berührt auch klassische Liebespaare aus dem Alten Testament (David und Abigaïl) und der griechischen Antike: “Anders als von Ovid erzählt, gesellt sich hier Aphrodite, die Göttin der Liebe, zu Philemon und Baukis, den Vorbildern geglückter Gemeinsamkeit im Leben und Sterben.”

Die Galerie im Obergeschoss des Museums zeigt unter dem Motto „Wege zur Porträtmalerei III“ Graphiken und Malereien, die aus der Anfangszeit des Künstlers Dr. Wilfried Koch als Porträtmaler stammen. Koch hatte seine Ausbildung als Porträtmaler 1946 als 17-Jähriger bei Rudolf Porth begonnen.

In Schonach bei Triberg im Schwarzwald lebten Wilfried Koch und seine Familie als Fremde, aus dem zerbombten Duisburg kommend, unter erbarmenswerten Verhältnissen. Während der langen Bahnfahrten und bei den Bauern porträtierte er bereits als 17-Jähriger Hunderte von Menschen. Die meisten Zeichnungen aus dieser Zeit sind verschollen. Er verschenkte sie oder bezahlte mit ihnen die Bauern für eine Scheibe Brot, für Kartoffeln oder Äpfel. “In Häusern, die mir ein Nachtlager boten, zeichnete ich am Abend nach langem Fußmarsch manchmal noch die ganze Familie.”

Liebespaar, Öl gespachtelt auf Hartfaserplatte, 1978

Die kommende Ausstellung:

20. Mai bis 13. September 2026

My city doesn't sleep but it will weep, Leinwand, 2021; © Art28/Art Licensing International GmbH

James Rizzi - »A colorful World«

Eine außergewöhnliche Ausstellung im Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch würdigt das Werk des US-amerikanischen Pop-Art-Künstlers James Rizzi. Seine unverwechselbaren zwei- und dreidimensionalen Grafiken sowie seine farbenprächtigen Stadtlandschaften laden Besucherinnen und Besucher ein, in eine Welt voller Optimismus, Humor und Lebendigkeit einzutauchen.

James Rizzi (1950–2011) zählt zu den bekanntesten Vertretern der Pop Art. Seine Arbeiten zeichnen sich durch klare Linien, leuchtende Farben und eine verspielte Bildsprache aus. Mit seinen ikonischen Motiven, wie etwa den »fröhlichen Häusern«, lebendigen Straßenszenen oder sympathischen Figuren, gelingt es ihm urbane Räume in emotionale Erlebniswelten zu verwandeln. Seine Kunst ist geprägt von einer positiven Weltsicht und vermittelt eine universelle Botschaft: Freude, Zusammenhalt und Menschlichkeit.

Die Ausstellung in Rietberg präsentiert eine vielfältige Auswahl seiner Werke, darunter 3D-Grafiken, Originalzeichnungen und seltene Editionen. Besucherinnen und Besucher erhalten dabei einen umfassenden Einblick in das Schaffen eines Künstlers, der es wie kaum ein anderer verstand, Kunst und Lebensfreude miteinander zu verbinden.

Rizzis Arbeiten sprechen Menschen jeden Alters an und schaffen einen unmittelbaren Zugang zur Kunst, unabhängig von Vorwissen oder Erfahrung. Gerade in einer Zeit, die oft von Hektik und Unsicherheit geprägt ist, wirken seine Werke wie ein Gegenpol: Leicht, zugänglich und inspirierend.

Die Ausstellung lädt dazu ein, innezuhalten, zu entdecken und sich von der farbenfrohen Energie eines außergewöhnlichen Künstlers anstecken zu lassen.

Eintrittspreise

Erwachsene4,00 Euro
Schüler*, Studierende*, Auszubildende*, Ehrenamtskarteninhaber*, Freiwilligendienstleistende (FSJ, FÖJ, BFD)* ab 18 Jahre2,00 Euro
Menschen mit Behinderung*, Begleitpersonen von schwerbehinderten Menschen mit dem Eintrag „B“ im Ausweis, Mitglieder im Deutschen Museumsbund*, Mitglieder des Deutschen Verbands für Kunstgeschichte*, Kinder bis einschließlich 17 Jahre, Teilnehmer an Stadtführungenkostenfrei

*mit entsprechendem Ausweis.

Fun with friends, 3D-Graphik, 2014; © Art28/Art Licensing International GmbH

Über das Museum Wilfried Koch

Ein Ackerbürgerhaus aus dem Jahr 1767 beherbergt das Museum Wilfried Koch – und damit das malerische und zeichnerische Werk des heimischen Künstlers Dr. Wilfried Koch, der im August 2022 verstarb. Ergänzt sind Unterlagen und Dokumente zu seiner Person und zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten. Dies alles – unter anderem 100 Gemälde und rund 700 Zeichnungen – haben die Eheleute Koch der Sparkassenstiftung Rietberg durch eine Zustiftung zur Verfügung gestellt. Dr. Koch war Mitglied der "Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste" in der Klasse "Weltreligionen".
Teile seines Schaffens sind dauerhaft auf der Deele sowie in wechselnden Ausstellungen im gesamten Kunsthaus Rietberg zu sehen. Immer wieder präsentiert die Stadt Rietberg in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Sparkasse Rietberg auch Ausstellungen anderer Künstler in dem Museum Wilfried Koch.

Kontakt
Das Team des Kunsthauses Rietberg

Über den Klostergarten Rietberg - Skulpturenpark Wilfried Koch

Der Klostergarten an der Ems, der bis zur Aufhebung des Klosters 1975 von den Franziskanern genutzt wurde, erwachte 2007 aus einem über 30 Jahre dauernden "Dornröschenschlaf". Mit Hilfe des Programms »Neue 'Alte' Gärten« in Ostwestfalen-Lippe konnte dieser in die Gegenwart überlieferte innerstädtische Naturraum wiederhergestellt und zu einem öffentlichen Park umgestaltet werden. In Verbindung mit den Skulpturen von Dr. Wilfried Koch ist auf diese Weise ein idealer Verweil- und Erholungsort für die Bewohner des Historischen Stadtkerns von Rietberg und seiner Besucher entstanden.