
Kinder des David-Kindergartens halten ihr Umfeld sauber
Rietberg-Neuenkirchen. An diesem Morgen sind es allein 175 Zigarettenkippen, die die Mädchen und Jungen rund um die St.-Margareta-Kirche vom Boden aufsammeln. Das erscheint vor allem deshalb viel, weil die Kinder in der Vorwoche ähnlich viel Müll zusammengetragen haben. Woche für Woche ist eine immer andere kleine Gruppe in gelben Warnwesten im Neuenkirchener Dorfkern unterwegs zum Müllsammeln.
Jeden Mittwoch machen sich eine Handvoll Kinder aus dem David Kindergarten auf, mit Greifzangen und Eimer bewaffnet, um rund um ihren Kindergarten für ein sauberes Umfeld zu sorgen. Und das schon seit eineinhalb Jahren. Die Idee hatten die Kinder selbst: „Wenn wir wollen, dass es schön ist, müssen wir selber mithelfen“, erinnert sich Maria Horstmann. Die Eigeninitiative der Kinder will die Leiterin des David-Kindergartens in der Villa Kemper keinesfalls bremsen. In der wöchentlichen Müllsammelaktion sieht sie viele Vorteile: Die Kinder sind an der frischen Luft, sie erfahren Teamarbeit, erleben die Natur durch die Jahreszeiten, verbessern die Feinmotorik und erfahren Selbstwirksamkeit. „Und den Erfolg kann man sehen“, sagt Horstmann, die selbst ebenso begeistert ist wie die Mädchen und Jungen. „Manchmal ist der 10-Liter-Eimer voll.“ Und: Die Kinder haben keine Scheu, Erwachsene anzusprechen, wenn sie gerade eine Zigarettenkippe in die Büsche schnipsen oder eine Papiertüte neben den Mülleimer werfen.
Der David-Kindergarten ist einer von vielen Projektpartnern der Rietberger Klimaschutzmanagerin im Netzwerk »Klimaschutz bildet«. Darin bietet Wibke Kordtomeikel allen Kindergärten und Schulen im Stadtgebiet Unterstützung an, wenn es darum geht, Themen wie Umweltschutz und Klimawandel in den Kindergarten- oder den Schulalltag zu integrieren. Hier und da gibt es einen finanziellen Zuschuss. Ebenso wichtig sei aber auch das Netzwerken der Einrichtungen untereinander sowie der Austausch von Kontakten und Ideen.
Wer sich ein Beispiel an den Mädchen und Jungen des David-Kindergartens nehmen möchte, kann ihnen nacheifern: am besten am kommenden Freitag oder Samstag, 20. und 21. März. Dann findet in allen Stadtteilen die jährliche Müllsammelaktion statt. Mitmachen kann jeder, egal ob jung oder alt. Eine Anmeldung zu der Aktion ist nicht erforderlich. Deshalb kann natürlich auch an den Tagen zuvor schon eifrig gesammelt werden. Entscheidend ist, dass Sammelgruppen am Freitag und Samstag ihren aufgelesenen Unrat beim Entsorgungshof Frenser im Ortsteil Mastholte zu deren regulären Öffnungszeiten kostenfrei abgeben dürfen (Freitag 7 bis 17 Uhr, Samstag 8 bis 12 Uhr). Die Entsorgungskosten übernimmt freundlicherweise der Entsorgungshof Frenser.
Wer mitmachen möchte, darf sich Arbeitshandschuhe, Warnwesten und Mülltüten bei der Stadtverwaltung abholen. Gemeinsam mit der GEG – Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH stellt die Stadt Rietberg die Materialien bereit. Es empfiehlt sich, zur Abholung in der Abteilung Stadtentwicklung, Rathausstraße 36 in Rietberg einen Termin abzusprechen: Telefon (05244) 986 36001. Dorthin, oder auch per Mail an abfall@stadt-rietberg.de, soll zudem gemeldet werden, wenn beim Müllsammeln größere Dinge und regelrechte »wilde Müllkippen« entdeckt werden, die die Sammler nicht selbstständig entfernen können.

