Digitale Schule

Für die politischen Fraktionen im Stadtrat und die Stadt Rietberg als Schulträgerin hat eine angemessene digitale Ausstattung der städtischen Schulen einen hohen Stellenwert. Nur so können die Anforderungen an eine kompetente Medienerziehung der Schülerinnen und Schüler erfüllt werden.

Digitale Ausstattung der städtischen Schulen

Die Leitungen aller städtischen Schulen haben sich gemeinsam mit Politik und Verwaltung auf ein für alle Schulstandorte einheitliches Konzept mit mehreren Säulen zur digitalen Ausstattung der städtischen Schulen geeinigt. Dies hat der Schul- und Sozialausschuss des Stadtrates im Juni 2019 einstimmig beschlossen.

An dieser Stelle werden einige häufige Fragen rund um das Thema beantwortet:

Wie sieht das Gesamtkonzept zur Digitalisierung der Schulen aus?

Das Konzept umfasst mehrere Punkte:

  • Breitbandversorgung an allen Schulstandorten optimieren,
  • WLAN-Verfügbarkeit an allen Schulstandorten optimieren,
  • Technische Ausstattung an allen Schulstandorten an moderne Erfordernisse anpassen,
  • Beschaffung von digitalen Endgeräten (iPads) für alle Lehrkräfte sowie als Klassensätze für alle Schulen, zum unterstützenden Einsatz im Unterricht,
  • Sicherstellen der nötigen Netzwerkstruktur mit Verkabelung, Netzwerk, Lizenzen, Cloud-Lösung und Support

Das Konzept ist für alle städtischen Schulen einheitlich; auch, um den Schülerinnen und Schülern einen reibungslosen Übergang von den Grundschulen zu den weiterführenden Schulen zu gewährleisten. Das Konzept ist mit allen Schulleitern einvernehmlich so abgestimmt.

Wer hat dieses Konzept erstellt?

Die Leitungen aller städtischen Schulen haben sich gemeinsam mit den Fachleuten der Stadtverwaltung auf das für alle Schulstandorte einheitliche Konzept zur digitalen Ausstattung der städtischen Schulen geeinigt. Die Gespräche wurden unter Beteiligung von Vertretern des Zentrums für digitale Bildung und des Medienzentrums des Kreises Gütersloh geführt und werden in regelmäßigen Abständen fortgesetzt.

Wie schnell kann die Digitalisierung der Schulen umgesetzt werden?

Es handelt sich hier um ein sehr umfangreiches Projekt – sowohl, was das finanzielle Volumen als auch den Arbeitsaufwand angeht. Geplant ist diese Gesamtaufgabe eigentlich für die kommenden drei Jahre. Nun aber hat die Stadtverwaltung dem Projekt oberste Priorität eingeräumt und will es möglichst in einem Jahr, also bis Ende 2021, realisieren.
Eine Hürde ist aktuell die Vielzahl an Aufgaben, so dass eine gewisse Priorisierung nötig ist. So wird derzeit die Neuausstattung der PC-Räume in den Schulen zunächst hintenangestellt.

Wie teuer wird das Ganze?

Es geht um ein Auftragsvolumen von rund 2 Millionen Euro, die zu einem großen Teil (mehr als die Hälfte) aus Fördermitteln des Landes und des Bundes gedeckt werden. Dabei die Antragstellung sehr aufwendig und mit vielen beizubringenden Unterlagen verbunden.

Glasfaseranbindung

Über welche Technik ist das Schulzentrum ans Internet angeschlossen?

Gesamtschule und Gymnasium verfügen seit Anfang September 2020 über mehrere Glasfaser-Anschlüsse.

Haben die Grundschulen in Rietberg einen Glasfaseranschluss?

Die Grundschulstandorte Mastholte und Varensell sind schon ans Glasfasernetz angeschlossen.
Für den Grundschulstandort Neuenkirchen ist ein Glasfaseranschluss beantragt.
Die Grundschule Emsschule soll in den nächsten Wochen angeschlossen werden.
Im Zuge des erstmaligen Baus eines Glasfasernetzes im Stadtteil Neuenkirchen soll auch der Grundschulstandort Neuenkirchen von diesem Ausbau 2020/21 profitieren.
Für die Grundschulstandorte Bokel und Westerwiehe ist derzeit keine Glasfaseranbindung verfügbar. Beide Schulen werden mit einem Internetanschluss via Vectoring-Technik versorgt, der Bandbreiten bis zu 50 MBit ermöglicht. Nach Aussage der Telekommunikationsunternehmen ist technisch dort zur Zeit mehr nicht möglich.

WLAN-Verfügbarkeit

Warum gibt es nicht in jeder Schule ein gut funktionierendes WLAN-Netz?

An allen Schulen bzw. Schulstandorten ist ein lokales Funknetz (WLAN) verfügbar. Am Schulzentrum Rietberg, an der Emsschule und den Schulstandorten Bokel, Westerwiehe und Varensell (hier nicht in den Räumen der Betreuungsangebote) funktioniert das WLAN-Netz relativ flächendeckend. An den Grundschulstandorten Mastholte und Neuenkirchen ist die Abdeckung derzeit nur punktuell gewährleistet, weil nicht überall ausreichend Access Points (Netzzugangspunkte) installiert sind.

Gibt es Ideen, die WLAN-Verfügbarkeit zu verbessern?

Der Servicepartner regio iT ist bereits beauftragt, an allen Grundschulstandorten auf Grundlage der Gebäudepläne eine sogenannte Ausleuchtung vorzunehmen. Auf dieser Basis werden Standorte für zusätzliche Access Points (Netzzugangspunkte) ermittelt, um eine gleichmäßige Netzabdeckung zu erreichen.

Wie ist der weitere Zeitplan?

Es müssen zusätzliche Netzwerkkabel durch vermutlich fast alle Klassenräume verlegt werden. Um den Schulunterricht nicht zu stören, soll dies vorzugsweise in den Schulferien erledigt werden. Das wird frühestens in den Osterferien 2021 geschehen können, weil auch noch andere Arbeiten in den Klassenzimmern nötig sind (Elektroarbeiten für zusätzliche Verkabelungen für z. B. Nahdistanz-Beamer, Whiteboard-Tafeln, Apple-TV). Das ist wiederum nicht vor Februar möglich.
In den Klassenräumen am Grundschulstandort Varensell ist dieser Ausbau der Access-Points bereits erfolgt.
Für das Schulzentrum liegt ein solcher Ausleuchtungsplan bereits vor.

Raumausstattung

Mit welcher modernen Technik werden die Schulen künftig ausgestattet?

Für alle städtischen Schulen ist eine einheitliche digitale Raumausstattung vorgesehen. Alle Klassen- und Fachräume sollen mit Nahdistanz-Beamer, Whiteboard-Tafel, Audiosystem und Apple-TV ausgestattet werden. Die Lehrerinnen und Lehrer erhalten so die Möglichkeit, den Bildschirm ihres eigenen iPads an die digitale Tafel zu projizieren, aber auch jedes einzelne Gerät der Schülerinnen und Schüler.

Werden die klassischen grünen Tafeln nun aus den Klassenzimmern verschwinden?

Jein. Die herkömmlichen Tafeln werden gegen die neuen Whiteboards ausgetauscht. Diese bieten eine weiße Projektionsfläche, auf der man mit einem speziellen Stift schreiben kann. Die Seitenflügel können zudem als klassische Kreidetafel genutzt werden.

Wer wird diese Ausstattung bezahlen?

Für die genannte Anschaffung für stadtweit 175 Klassen- und Fachräume entstehen Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Die Stadt erwartet dazu Fördermittel von Land und Bund in Höhe von etwa 880.000 Euro.

Wie ist der weitere Zeitplan?

Der umfangreiche Antrag auf Förderung mit allerhand notwendigen Anlagen wird gerade vorbereitet und wird im November gestellt. Erst nach Genehmigung können die formalen Bestellverfahren eingeleitet, die Geräte bestellt und mit den Arbeiten begonnen dürfen. Die zusätzliche Verkabelung und die Installation der Geräte könnte frühestens in den Osterferien 2021 in den Klassenräumen vorgenommen werden. Die Arbeiten sollen bewusst in die Ferienzeit gelegt werden, um den Unterricht nicht zu stören.

Endgeräte

Bekommt nun jede Schülerin/jeder Schüler ein Tablet geschenkt?

Nein. Es wird für jede Schule ein Klassensatz iPads (30 Stück) angeschafft – für die weiterführenden Schulen zwei Klassensätze. Die Geräte sind als Unterrichtsunterstützung für die Schülerinnen und Schüler gedacht. Sie verbleiben in der Schule und sind nicht dafür gedacht, dass Schülerinnen und Schülern diese mit nach Hause nehmen. Über Ausnahmen – etwa für vorübergehenden Distanzunterricht – entscheiden die Schulleiter.

Wie viele iPads werden angeschafft?

Bestellt sind 300 iPads für die Schulen (je ein Klassensatz à 30 Geräte für die Grundschulstandorte sowie zwei Klassensätze für die weiterführenden Schulen) und weitere zirka 300 Geräte für die Lehrerinnen und Lehrer. Hinzu kommen Ladeterminals und Transportkoffer für die Geräte.

Sind zwei Klassensätze an den weiterführenden Schulen nicht viel zu wenig, bei so vielen Schülern?

Bei der Geräteanzahl handelt es sich um einen, mit den Schulen abgestimmten, »Startschuss« für die Nutzung von mobilen Endgeräten in den Schulen. Mittelfristig könnte der Anfangsbestand um weitere Geräte oder Klassensätze ergänzt werden. Für das nächste Jahr sind entsprechende Mittel für die Aufstockung der Geräte bereits eingeplant.

Warum müssen es gerade iPads sein? Sind Apple-Geräte nicht sehr teuer?

Die Verwaltung und Administration ist bei iPads sehr gut durchdacht und läuft reibungslos – das ist bei anderen Hersteller nicht immer der Fall. Zudem sind die iPads aufgrund der Preispolitik von Apple, speziell für den Bildungsbereich, sogar günstiger als vergleichbare Geräte anderer Hersteller

Dürfen die Schülerinnen und Schüler die iPads mit nach Hause nehmen?

Nein. Die Geräte verbleiben in der Schule und können in ein oder zwei Klassen oder in Kleingruppen eingesetzt werden – je nach Ermessen der Lehrerinnen und Lehrer. Über Ausnahmen – etwa für vorübergehenden Distanzunterricht – entscheiden die Schulleiter.

Mittelfristig könnte der Anfangsbestand in den kommenden Jahren um weitere Geräte oder Klassensätze ergänzt werden.

In der Schule iPads, aber zu Hause haben wir ein anderes System (Microsoft oder Android). Bekommen die Schüler dann Probleme, Aufgaben o.ä. zu synchronisieren?

Nein, die Lernplattformen sind so ausgelegt, dass sie über Apps oder den Webbrowser auf den unterschiedlichen Systemen nutzbar sind.

Wer stellt die reibungslose Funktion der Geräte sicher?

Im Gesamtkonzept ist der Aufbau eines zentralen Managementsystems für alle Schul-iPads vorgesehen. Der Service-Partner regio iT kümmert sich um die einheitliche Ersteinrichtung der Geräte sowie um Updates und den technischen Support.

Wer wird diese Anschaffung bezahlen?

Zusammen mit den nötigen Ladegeräten und einer zentralisierten Verwaltung der Geräte entstehen Kosten in Höhe von rund 320.000 Euro, für die eine Bezuschussung aus Landesfördergeldern beantragt ist.

Wann erhalten die Schulen diese Geräte?

Die Geräte sollen noch vor Weihnachten 2020 an die Schulen ausgegeben werden.

Sind die Geräte gegen Diebstahl geschützt?

Die iPads werden mit Sicherheitsetiketten versehen, die nicht abgelöst werden können. So ist eine Zuordnungen zur Stadt Rietberg eindeutig ersichtlich.
Beim Verlust eines Gerätes wird dies über die Management-Software gesperrt und kann dann nicht mehr genutzt werden. Eine Deinstallation dieser Software auf dem Gerät ist nicht möglich und bietet somit einen sicheren Schutz gegen Diebstahl.

Müssen die Schülerinnen und Schüler selbst ein Tablet oder ein Notebook kaufen für den Schulunterricht?

Generell nicht. Das mag von Schule zu Schule unterschiedlich sein. Erfragen Sie dies bitte bei der/dem jeweiligen Schulleiter/in.

Haben die bisherigen Computerräume in den Schulen dann ausgedient?

Nein. Die Schulen möchten bewusst an ihren EDV- und Computer-Fachräumen festhalten. An allen Schulen sollen diese modernisiert werden. Etwa 270 neue stationäre PCs sollen an allen Schulen die älteren Geräte ersetzen. Das soll im Laufe des Jahres 2021 geschehen und möglichst zum Jahresende abgeschlossen sein.

Support

Wer kann bei Computerproblemen schnelle Hilfe leisten?

An jedem Schulstandort gibt es einen EDV-Verantwortlichen aus dem Lehrerkollegium, der schnell und unkompliziert „Erste Hilfe“ bei Computerproblemen leisten kann (first level).

Wenn die EDV-Verantwortlichen nicht mehr weiterwissen?

Für umfangreichere Probleme steht die regio iT Gesellschaft für Informationstechnologie mbH mit einer Niederlassung in Gütersloh als sogenannter „Second-level“-Partner zur Verfügung. Ein auf die Schul-EDV spezialisierter externer Anbieter ist nämlich grundsätzlich breit aufgestellt und verfügt über spezielles Fachwissen (z.B. Firewall- und Internetfilter-Lösungen, eLearning- und pädagogischen Plattformen, Cloud-Services), welches die Stadtverwaltung (mit ihrem EDV-Personal) für den Schulbereich nicht ohne Weiteres vorhalten kann. An Gesamtschule und Gymnasium ist die regio iT als Service-Partner bereits tätig.

Software & Apps

Mit welcher Lernsoftware werden die Schülerinnen und Schüler künftig arbeiten?

Welche Apps und Programme auf den Schul-iPads installiert werden, entscheidet jede Schule selbst. Denn ebendort weiß man am besten, mit welchen Programmen die Lehrkräfte sinnvoll unterrichten können.

Wie funktioniert das sogenannte Home-Schooling oder „Lernen auf Distanz“?

Der sogenannte Distanz-Unterricht – falls die Schülerinnen und Schüler einmal nicht in die Schule kommen können oder dürfen – wird mithilfe einer Lernplattform ermöglicht. Diese Plattform (am Gymnasium ist das "wwschool" - an den meisten anderen Schulen "Logineo LMS") ist eine browsergestützte Anwendung, die von jedem beliebigen Computer, Laptop oder Tablet mit Internetanschluss aufgerufen werden kann. Die nötigen Zugangsdaten erhalten die Schülerinnen und Schüler von ihrer Schule. So ist gewährleistet, dass sich die Schülerinnen und Schüler einer Klasse in einem virtuellen Klassenraum treffen, miteinander kommunizieren und mit den Lehrerinnen und Lehrern lernen können.