Neue Theke ist Mittelpunkt und Hingucker

Julia Schmitfranz sitzt auf einem grünen Sofa, über dem mehrere Bilderrahmen an einer weißen Wand hängen. Vor ihr steht ein niedriger Tisch.
Julia Schmitfranz sitzt auf einem der neuen Sofas auf der neu gestalteten Galerie am oberen Ende der Wendeltreppe. Foto: Stadt Rietberg

Jugendhaus Südtorschule erstrahlt in neuem Glanz

Rietberg. Neue Möbel, mehr Sitzgelegenheiten, zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten, separate Gaming-Ecken und vor allem: eine neue Theke als Mittepunkt des offenen Treffs. Im Jugendhaus Südtorschule ist der offene Bereich im Erdgeschoss erstmals seit 35 Jahren umfassend saniert worden.

Die jugendlichen Besucherinnen und Besucher der offenen Jugendarbeit sind ebenso begeistert wie das Pädagogenteam. „Ich habe als Jugendlicher selbst dieses Jugendhaus besucht“, sagt Patrick Walkenfort, einer der Sozialpädagogen in der Südtorschule. „Und seit ich hier arbeite, nun auch schon zehn Jahre, hat sich kaum etwas verändert.“ 

Jetzt aber schon: Die bisherige Theke, an der Kinder und Jugendliche immer mal ein paar Süßwaren, Chips oder Getränke kaufen konnten, haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofes komplett entfernt. An anderer Stelle, mitten im Raum, hat ein Tischler etwas komplett Neues entstehen lassen: In dunklem Holz gehalten ist die neue Theke nun mehr denn je Dreh- und Angelpunkt der täglichen Jugendarbeit. Links und rechts an den Wänden sind Gaming- und Chillzonen entstanden – mit Bildschirmen an den Wänden und bequemen Sesseln davor. Im Rücken des Thekenbereichs steht nach wie vor der Billardtisch, der wie schon in der Anfangszeit des Jugendtreffs ein Anziehungspunkt ist. Eine dekorative Holzkonstruktion darüber greift die Holzstruktur der Theke auf. Zwei Architekturstudentinnen hatten die Raumgestaltung geplant. Rund 60.000 Euro hat die Stadt Rietberg hier investiert. Ein Viertel der Kosten hat der Kreis Gütersloh übernommen. 

„Jetzt können zwar nicht mehr alle Bereiche von uns immer direkt eingesehen werden“, sagt Mitarbeiterin Julia Schmitfranz. „Doch das ist auch gut so. Die Jugendlichen wünschen sich auch geschützte Bereiche.“ Deshalb sind zusätzliche Sitzecken entstanden, die bislang gern und rege genutzt werden. Schmitranz ist eine von drei festen Mitarbeitern im Jugendhaus. Unterstützt wird das Team von einem Bundesfreiwilligendienst-Leistenden und einem Praktikanten.

Insbesondere die Galerie, die über die Wendeltreppe erreicht werden kann, wurde stark aufgewertet. Der hochwertige Echtholzparkettboden wurde aufgearbeitet, die Wände wurden gestrichen und so erscheint dieser Bereich nun viel heller als zuvor. Die neuen Sessel laden förmlich zum abhängen und rumlümmeln ein.

Schon im November hatten die Umbauarbeiten begonnen. Jetzt, im März, wurde alles fertig und das Jugendcafé konnte wieder bezogen werden. Denn während der Bauphase fand die Jugendarbeit vorübergehend im Obergeschoss statt.

Früher oder später kommen alle Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen irgendwann mit dem Jugendhaus Südtorschule in Kontakt: Jede 5. Klasse der Richard-von-Weizsäcker-Gesamtschule stattet dem Treffpunkt einen Kennenlernbesuch ab. Den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Nepomucenum bietet das Pädagogenteam regelmäßig Sozialtrainings an.

Kernarbeit ist der Offene Treff an fünf Tagen in der Woche. Im Schnitt besuchen täglich rund 30 Mädchen und Jungen das Jugendhaus Südtorschule. Sie bilden recht gut die Kinder und Jugendlichen im gesamten Stadtgebiet ab: Sie kommen aus allen Ortsteilen, besuchen alle Schulformen und sind etwa zehn und 25 Jahre alt, sagt Patrick Walkenfort. „Wir haben auch viele Besucher mit Flüchtlingsgeschichte.“ Unterschiedliche Gruppen tolerieren einander und nutzen respektvoll nebeneinander die Angebote des Jugendhauses. Neben Billardtisch, Dartscheibe, Nintendo Switch und Playstation gibt es nach wie vor eine große Auswahl klassischer Gesellschaftsspiele. Dazu kommen immer wieder besondere Angebote wie Backen, Basteln, Bouldern oder Ausflüge – je nach Interesse der Besucher. Denn die dürfen natürlich mitreden und das Programm mitgestalten. 

  • Patrick Walkenfort lehnt an der neu gestalteten Theke für den Getränke- und Snackverkauf.
    Patrick Walkenfort lehnt an der neu gestalteten Theke für den Getränke- und Snackverkauf. Foto: Stadt Rietberg
  • Ein Mann lehnt mit einem Queue in den Händen über einem Billardtisch.
    Der Billardtisch ist nach wie vor ein beliebter Anziehungspunkt.
  • Zwei Sessel stehen vor einem Bildschirm mit einer grünen Fußballfläche.
    Die Gaming-Nischen wurden zu besonderen Hinguckern umgestaltet. Foto: Stadt Rietberg