Auswirkungen werden nun sichtbar

An einem Straßenrand wächst Unkraut. Im hintergrund stehen Bäume an der Straße.
An manchen Straßenrändern kann es etwas länger dauern, bis das Unkraut beseitigt ist. Foto: Stadt Rietberg

Reduzierung des Pflegeniveaus derstädtischen Grünpflege

Rietberg. Warme Tempertaturen und ausreichend Niederschlag: Im Mai und Juni herrschen ideale Bedingungen für all das, was da draußen wächst; der Rasen im eigenen Garten ebenso wie das Unkraut in den Beeten. Da kommt man kaum mit der Pflege hinterher. Das gilt für zu Hause genauso wie für die städtischen Flächen. Dass das Pflegeniveau in der städtischen Grünpflege reduziert wurde, wird aktuell besonders sichtbar.

Denn dass es entlang der Straßen in Rietberg und den Stadtteilen derzeit nicht immer ganz so gepflegt aussieht, wie sich das manch einer wünscht, hat einen simplen Hintergrund: Der städtischen Baubetriebsabteilung stehen weniger Ressourcen und weniger Personal zur Verfügung als zuvor. Die verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen zudem mehr leisten als zuvor, weil auch bislang an externe Firmen vergebene Aufgaben nun selbst erledigt werden müssen. Die Absenkung des Pflegeniveaus in der städtischen Grünpflege hatte der Stadtrat im vergangenen Jahr beschlossen. Diese Reduzierung ist eine Folge der strengen Sparmaßnamen im Zuge der Haushaltskonsolidierung. Immerhin ist die Grünpflege eine freiwillige Leistung. Ausnahmen sind dringend erforderliche Maßnahmen im Zuge der Verkehrssicherungspflicht. Und freiwillige Leistungen im städtischen Haushalt kamen im vergangenen Jahr zuerst auf die Prüf- und Streichliste. 

Nun werden die Auswirkungen dieser Sparmaßnahme für jedermann sichtbar. Dem Bauhof steht weniger Personal zur Verfügung, um innerhalb der Ortszentren so häufig wie früher die Beete zu pflegen. Finanzielle Mittel, um Unterstützung bei externen Firmen einzukaufen, wurden zusätzlich gestrichen. In der Folge mussten die Pflegeintervalle reduziert werden. In vielen anderen Städten und Gemeinden zeigt sich ein ähnliches Bild.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofes tun, was sie im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten können. Gewisse Maßnahmen haben Priorität: Etwa, wenn Unkraut und Strauchwerk an den Straßen so hoch wachsen, dass die Sicht der Verkehrsteilnehmer eingeschränkt und damit die Sicherheit des Straßenverkehrs gefährdet ist. Oder wenn Bäume umzuknicken oder Äste abzubrechen drohen. Zudem werden junge Bäume regelmäßig gegossen. Wenn neue Bäume gepflanzt werden, dann bemüht man sich auch, diese zu erhalten. Es wird dann beispielsweise auch gegossen, wenn es kurz zuvor gerade erst geregnet hat. Denn oft reichen kurze Schauer nicht aus, dass das Regenwasser tief genug in den Boden bis zu den Wurzeln gelangen kann. 

Derweil können Bürgerinnen und Bürger selbst einen Beitrag leisten, dass es in ihren Wohnstraßen ordentlich aussieht. Die Beete oder Baumstandorte vor ihren Häusern sollten die Anwohnerinnen und Anwohner selbst pflegen; zumindest den Müll aufsammeln, das Unkraut zupfen und die Kantensteine reinigen. Dies können die Bauhof-Mitarbeiter keinesfalls leisten. Falls erforderlich, können die Bauhof-Mitarbeiter auf Nachfrage einmalig eine Neubepflanzung vornehmen – vorausgesetzt die Anlieger garantieren die anschließende Pflege inklusive regelmäßigem Wässern. Bei Eis und Schnee im Winter sind die Anwohner sowieso verpflichtet, vor ihrem Grundstück zu räumen und zu streuen. „Wenn dann auch im Sommer jeder vor seiner eigenen Haustür kehrt, ist es in unseren Stadtteilen ein ordentliches Stück schöner“, sagt Bürgermeister Andreas Sunder und appelliert damit ein Stück weit an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger.