Blick in die Mülltonne zeigt Wirkung

Ein Mann in orangefarbener Jacke lehnt auf einer schwarzen Mülltonne und hält je eine rote und gelbe in den Händen.
Wer seinen Bioabfall nicht korrekt sortiert und Störstoffe in die Tonne wirft, bekommt von Biotonnenkontrolleur Heiko Prinz eine gelbe oder rote Karte ausgestellt. Foto: GEG

Bilanz: Viele Rietberger sortieren ihren Bioabfall richtig

Rietberg. Ein kurzer Blick unter den Deckel entscheidet: Alles in Ordnung? Oder gibt es eine gelbe beziehungsweise rote Karte? Seit einem halben Jahr gehört dieser Ablauf für Heiko Prinz zum Arbeitsalltag. Der Biotonnenkontrolleur ist an den Abfuhrtagen in Rietberg und den Stadtteilen unterwegs und wirft einen prüfenden Blick in die bereitgestellten Tonnen.

Mal reicht ein Blick, mal muss er etwas genauer hinsehen. Oft entdeckt er dabei zwischen Kartoffelschalen, Kaffeesatz und Gartenabfällen Dinge, die nicht hineingehören: Plastikbeutel, Verpackungen oder andere Störstoffe. Dann kommt die Karte zum Einsatz. Gelb bedeutet: Die Tonne wird noch geleert, bei der nächsten Befüllung sollte aber genauer hingeschaut werden. Rot bedeutet: Zu viele Störstoffe – die Tonne bleibt stehen und muss bis zur nächsten Leerung nachsortiert werden.

Seit einiger Zeit sind die Biotonnenkontrollen in Rietberg fester Bestandteil der Abfallentsorgung. Nach sechs Monaten ziehen die GEG, Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH, und die Stadt Rietberg eine erste Bilanz. Insgesamt hat Heiko Prinz 6223 Biotonnen kontrolliert. 153 Tonnen erhielten eine gelbe, 314 Tonnen eine rote Karte. Sein erstes Resümee fällt positiv aus: „Natürlich treffen wir immer noch auf Tonnen, in denen Dinge landen, die dort nicht hineingehören. Aber wir merken, dass die Kontrollen etwas bewirken. Viele Bürgerinnen und Bürger achten inzwischen genauer darauf, was sie hineinwerfen.“

Das zeigte sich auch im Verlauf der vergangenen Monate. Während zu Beginn noch elf Prozent der kontrollierten Tonnen beanstandet werden mussten, lag der Anteil zuletzt bei fünf Prozent. „Es geht nicht darum, möglichst viele rote Karten zu verteilen“, sagt Prinz. „Im Idealfall brauche ich irgendwann gar keine Karten mehr.“

Was wie ein kleiner Fehlwurf aussieht, kann größere Folgen haben. Plastik und andere Störstoffe müssen später mit technischem Aufwand aussortiert werden, was auch höhere Kosten verursacht. Gelangen zu viele Fremdstoffe in den Bioabfall, leidet die Qualität des Komposts.

Ein halbes Jahr Biotonnenkontrollen zeigt aus Sicht von GEG und der Stadt Rietberg: Der eingeschlagene Weg ist richtig. Die Qualität der kontrollierten Bioabfälle hat sich bereits verbessert. Heiko Prinz wird deshalb weiterhin in die Behälter schauen – mit einem klaren Ziel: möglichst wenig Störstoffe und möglichst viele richtig befüllte Tonnen.

 

Die Biotonne richtig befüllen

Das gehört in die Biotonne:

  • Küchenabfälle wie Obst, Gemüse- und Speisereste

  • Kaffeesatz mit Filter, Eierschalen und Teebeutel

  • Gartenabfälle wie verwelkte Blumen, Rasen- und Strauchschnitt, Laub und Wildkräuter

Das gehört nicht in die Biotonne:

  • Als „kompostierbar“ deklarierte Abfalltüten aus Kunststoff

  • Plastik- und Müllbeutel

  • Einwegwindeln und Hygieneartikel

  • Staubsaugerbeutel, Zigarettenkippen und -asche

  • Grill-, Ofen- und Holzasche

  • behandeltes Holz und Straßenkehricht

  • Leder, Wolle, Haare, Federn und Knochen

  • Blumentöpfe und Hydrokultursubstrat

  • Kleintier- und Katzenstreu sowie Vogelsand, Tierkot

  • Ein Mann, von hinten zu sehen, schaut in eine am Straßenrand stehende graue Tonne, indem er den Deckel anhebt.
    Wer seinen Bioabfall nicht korrekt sortiert und Störstoffe in die Tonne wirft, bekommt von Biotonnenkontrolleur Heiko Prinz eine gelbe oder rote Karte ausgestellt. Foto: GEG