Stadt lässt alte Mülldeponie sanieren

Zwei Männer stehen auf einem freien, grün bewachsenen Feld neben einer roten Maschine, die Erdbohrungen vornehmen kann. Im Hintergrund eine eine große Halle mit der Aufschrift "Rietberger Möbelwerke" zu erkennen.
Bei den Bohrungen vor Ort: Rüdiger Ropinski (Leiter der städtischen Abteilung Stadtentwicklung) und ein Mitarbeiter der Firma Kleegräfe.

Gewerbegrundstück an der Mastholter Straße

Rietberg. Die Stadt Rietberg hat bald eine Altmülldeponie weniger. In diesen Tagen haben die Arbeiten zur Sanierung der ehemaligen Mülldeponie auf einem Grundstück an der Mastholter Straße begonnen. Die Firma Karl Brand wird hier demnächst ihren neuen Firmensitz errichten.

Unter einem Teil des Grundstücks befindet sich besagte Altmülldeponie. Im Zuge der Planungen für den Unternehmens-Neubau hat die Stadtverwaltung Untersuchungen des Bodens vornehmen lassen, denn der Standort dieser Altdeponie ist bekannt (ebenso wie 34 weitere Standorte im gesamten Stadtgebiet). Diese Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Deponie über eine Fläche von etwa 8200 Quadratmeter erstreckt. Der Müll lagert in unterschiedlichen Tiefen (50 Zentimeter bis 2,30 Meter). Die Stadtverwaltung hatte im Vorfeld eigens ein Sanierungskonzept erstellen lassen, um herauszufinden, wie die Altdeponie am besten und sichersten entsorgt werden kann. Der Kreis Gütersloh als Bodenschutzbehörde ist informiert und involviert. Ebenso die Firma Karl Brand. Zwar ist der Boden des Grundstücks selbst von den Altlasten stark belastet, eine Gefährdung in umliegenden Bereichen oder beispielsweise über Stoffe, die ins Trinkwasser gelangen könnten, besteht nach aktuellem Kenntnisstand nicht.

Die Entsorgungsarbeiten sollen bis voraussichtlich Ende Oktober abgeschlossen sein. Die Kosten für die Arbeiten vor Ort, die Entsorgung und die Planungsleistungen liegen insgesamt bei etwa 2,3 Millionen Euro. Die Stadt Rietberg hatte das Grundstück an der Mastholter Straße erst vor zwei Jahren käuflich erworben. Es war bekannt, dass dort eine Deponie im Erdreich lagert. Diese Altlast ist von der Stadt Rietberg als ehemalige Betreiberin zu sichern oder zu beseitigen, dies gilt unabhängig von den Eigentumsverhältnissen. Im Zuge der Grundstücksverhandlungen mit der Firma Karl Brand hat die Stadt zugesichert, ein altlastenfreies Grundstück zu übergeben. 

Die Altdeponie an der Mastholter Straße war vom 4. Juli 1968 bis zum 4. Januar 1974 eine genehmigte Deponie, in der Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen Hausmüll, Sperrmüll, Bauschutt und Gewerbemüll entsorgt haben.

  • Vier lange Rohe, schmutzig und beschmiert, ragen in die Kamera. Rechts steht eine weiß-rot gestreifte Pilone am Boden.
    Mit langen Rohren wurden Bodenproben gezogen, mit denen die Fachleute eindeutig Spuren einer Mülldeponie nachweisen konnten. Die Untersuchungen zeigten insbesondere, welche Art von Abfall in den einzelnen Bodenschichten lagert. Foto: Stadt Rietberg